Ausflug der KJB Kochendorf

Mit dem Fahrrad unterwegs im Heilbronner Land: KJB Kochendorf besucht Bad Wimpfen

Unser diesjähriger Kochendorfer KJB-Ausflug, eine Fahrradtour mit Grillabend, führte am 23. Juli mit Pater Heumesser und drei Gast-KJBlern zur ehemaligen Staufer-Pfalz in Bad Wimpfen. Nach dem Sonntagsamt und einem Brunch ging es für uns von der Kapelle in Bad Friedrichshall-Kochendorf aus den Neckar entlang zur ersten Station der Tour, die kath. Stiftskirche St. Peter in Wimpfen im Tal. Als Kirche und Teil eines Klosters vermutlich im 7. Jh. erstmals fertiggestellt, war sie im Frühmittelalter (Ende 10. Jh.) wohl im Rahmen der Stiftsgründung im romanischen Stil ausgebaut worden. Später im 13. Jh. war die Kirche stark verfallen, weshalb der stellvertretende Stiftspropst sich entschied, die Kirche mit einem erfahrenen Pariser Steinmetz nach französischer Art, d.h. im frühgotischen Stil, zu erneuern. Erst im 14. Jh. erhielt die Stiftskirche ihre heute Gestalt als dreischiffige Basilika mit zwei Türmen und einer gewölbten Decke.

Nach dem Besuch der Stiftskirche fuhren wir ein kleines Stück weiter den Neckar entlang flussabwärts. Hierbei konnten wir die mächtige Silhouette des Stadtteils Wimpfen am Berg bestaunen. Im weiteren Verlauf der Radtour blieben wir diesem Stadtteil, dem Hauptort der Stadt, nicht fern und erklommen hierzu die doch schon heftig ansteigende Alte Steige mühselig mit dem Fahrrad. Den weiteren Weg konnte dann ein Großteil von uns nur noch fahrradschiebend zurücklegen, da der Anstieg immer noch ziemlich stark war.

Oberhalb des ursprünglichen Wimpfens im Tal entstanden im späten 12. Jh. die Bauten der (Königs-)Pfalz Wimpfen, wahrscheinlich auf Anlass von Friedrich I. Barbarossa. Im Jahr 1227 ging die Pfalz Wimpfen als Lehen an die Staufer über. Heute ist die Staufer-Pfalz Wimpfen die größte erhaltene Pfalzanlage nördlich der Alpen. Ebenfalls Teil der Pfalz war der Blaue Turm in der Funktion eines Bergfriedes, dem wir als Nächstes einen Besuch abstatteten. Der Turm ist das Wahrzeichen der Stadt und wir hatten einen grandiosen Blick auf die Stadt und das Heilbronner Land. Von oben fiel uns auch die evang. Stadtkirche ins Auge, die wir spontan nach der Turmbesteigung auch noch besichtigten; immerhin war sie vor der Reformation katholisch.

Und wir hatten Glück: Wir kamen ungefähr zum Zeitpunkt des Wiederaufschließens der Kirche am Eingang an. Zusätzlich erklärte sich der Aufseher der Stadtkirche auf Anfrage unseres Paters bereit, uns einen Rundgang anzubieten. Aber vielleicht hatten wir auch zu viel Glück, denn es stellte sich heraus, dass der Aufseher ziemlich redselig und deutungsfreudig war. Dies hatte zwar die Annehmlichkeit, dass wir viele Detailinformationen erhielten, aber dies mündete in einen ca. einstündigen Rundgang, indem wir noch nicht einmal alles geschafft haben. Der Initiator des langgezogen Kirchenrundgangs machte dies aber wieder gut, indem er uns alle eine Kugel Eis spendierte. Nach dem Eis folgte nach einer kurzen Bergabfahrt, mit der wir die historische Stauferpfalz verließen, der letzte Besichtigungspunkt in Bad Wimpfen, die kath. Dominikanerkirche Hl. Kreuz. Im 13. Jh. gründeten Dominikaner ein Kloster südwestlich der Staufer-Pfalz mit der dazugehörigen Dominikanerkirche als Klosterkirche. Das Besondere der Kirche ist, dass sie eine Kreuzreliquie seit dem 13. Jh. beherbergt, die wir in der Kirche jedoch leider nicht eindeutig identifizieren konnten.

Der letzte Teil der Radtour, der zum Ende hin zu einem Rennen ausartete, führte in den Westen, raus aus der Stadt zum Grillplatz Bonfelder Wald. Den Abschluss des Ausfluges stellte das Grillen mit anschließendem Tischtennis- und Volleyballspielen dar. Während dieses ereignisreichen Ausflugs konnten wir zudem Fortschritte in Bildung und Freundschaft erzielen.