Bildungswochenende Was ist Frausein?

Eine glänzende Perle

„Naja, ihr müsst euch halt schminken.“

«Gott schuf den Mann und sah, dass es gut war. Danach begann er, die Frau zu erschaffen, doch er war nicht recht zufrieden. Nach einiger Zeit gab er verzweifelt auf und murmelte: „Naja, ihr müsst euch halt schminken.“»

Viele Witze dieser Art hat schon jeder von uns gehört, zuhause, am Arbeitsplatz, usw. Manche haben gelacht, andere sich darüber geärgert. Doch was sagt die Bibel zur Erschaffung der Frau und was verrät uns die menschliche Psychologie zu diesem Thema?

Ungefähr 50 junge Frauen sind am zweiten Wochenende im November nach Wangs in die Schweiz gereist, um Antworten auf diese Fragen von dem Experten Herrn Hoffmann zu hören. Man muss doch zugeben, dass wir von Gott recht verwöhnt werden! Wer sonst hat denn schon in seinem Leben die Gelegenheit, einen Tag lang umsonst von einem erfolgreichen und erfahrenen Psychologen gecoacht zu werden? Herr Hoffmann hielt am Samstag zusammen mit Frau Paschold vier spannende Vorträge. Was er sagte, basierte auf seinem reichhaltigen Wissen: vor seiner Konversion studierte er pratkische evangelische Theologie und soziale Arbeit. Später wandte er sich der Entwicklungspsychologie zu und derzeit arbeitet er als Dozent für Sexualpädagogik an einer katholischen Universität. Doch das ist noch nicht alles. Denn nebem seinem wissenschaftlichen Wissen brachte er auch seine ganz persönliche Erfahrung mit. Er selbst war ein unsicherer und verletzter junger Mann gewesen, der sich auf die Suche nach Selbstsicherheit, Friede und Persönlichkeit gemacht hat. Und während dieser Reise fand er die Lösungen seiner Probleme nicht nur in der Psychologie; auf wunderbare Weise traf er auf Gott und seine Heilige Mutter, Maria.

Weißt du nicht, wie schön du bist?!

«Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.» (Gen 2, 18-20) Gehilfin ist die deutsche Übersetzung des hebräischen Wortes «Ezer», dass so viel bedeutet wie «göttliche Hilfe». Wir Frauen sind also viel mehr als Putzfrauen im Dienst des Mannes, wir sind seine erlösende Gehilfin. Doch das ist noch nicht alles was uns die Bibel über die Frau verrät: «Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde – nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Weib schuf er sie.» (Moses 1, 27). Der Mann ist also ein leuchtendes Abbild des schaffenden Gottes und die Frau eine strahlende Spiegelung des tröstenden Gottes. Deshalb zeichnete Michelangelo in seinem Deckenfresko über die Erschaffung Adams, wie Eva schon voller Anmut in den starken Armen Gottes wartet. Sie ist kein Nebenprodukt Gottes, sondern ein wunderbares, autonomes Wesen.

Unsere Eltern sind da, um in uns die Entfaltung dieses Frau-Seins zu unterstützen, das Gott seit Anfang an in uns gelegt hat. Die Aufgabe des Vaters ist es, den Mantel der Selbständigkeit um unsere Schultern zu legen. Die Mutter ist dazu berufen, die schmuckvolle Krone der schönen, selbstlosen Hingabe auf unser Haupt zu setzten.

Doch manchmal gibt es Missverständnisse, Mängel, Unglücke usw., die sich dieser Entwicklung in die Quere stellen.

Was ist mein persönliches Frauenbild?

Markus Hoffmann beließ es nicht nur dabei, uns diese theoretischen Informationen zu liefern. Er nahm uns mit auf eine Reise in unsere innere Wirklichkeit, in unser eigenes Leben und ins tiefste unserer Seele. Jede von uns stellte sich an diesem Samstag die wichtigen Fragen: «Bin ich mir meiner Schönheit bewusst? Welches Selbstbewusstsein habe ich von meinem Frau-Sein? Welche Visionen habe ich für meine Zukunft? Was für ein Bild habe ich von der Mutterschaft? Was für ein Bild habe ich vom Mann? Wie reif bin ich schon?»

Herr Markus Hoffmann lies eine Kiste herumgehen, in die man Zettel mit Fragen werfen konnte. Bis zum Abend hatte diese sich stark gefüllt und während der Diskussionsrunden und Freizeiten wurde viel besprochen und ausgetauscht. Wir alle sind nur Menschen, so wie unsere Eltern. Was wenn uns, aus irgendeinem Grund, der schützende Mantel nicht oder nur teilweise umgelegt worden ist, wir uns unsicher und verletzlich fühlen? Was wenn wir die Mütterlichkeit und die eheliche Hingabe nicht als prunkvolle Krone, sondern als schmerzende, einengende Dornenkrone betrachten? Was wenn ich Merkmale an mir feststelle, die als typisch männlich bezeichnet werden?

Woran erkenne ich, ob mein Frau-Sein krank oder gesund ist? Herrn Dr. Hoffmann wiederholte öfters, dass man in sich horchen soll: Ist bei mir eine weibliche Eigenschaft einfach weniger ausgeprägt oder fliehe und bekämpfe ich ihr? Sind mir weibliche Attribute einfach ein wenig gleichgültig oder gar zuwider? Bin ich im Frieden mit mir selbst oder bekriege ich meine Weiblichkeit?

Trifft zweiteres zu, so weiß ich, dass mir etwas von der Krone oder vom Mantel fehlt. Da ich sie mir nicht selbst zulegen kann, befreie ich mich von meinen Ängsten und mache mich auf die Suche nach einem Mann, z.B. einem Priester, der mir dabei helfen kann, meine Selbstsicherheit zu finden und nach einer Frau, die mir die Krone der Mütterlichkeit aufs Haupt setzt.

Vor allem darf ich nie vergessen, dass ich mich jederzeit vertrauensvoll an meine Himmlische Eltern wenden darf, die mich besser umsorgen, schmücken und fürs Leben stark machen werden, mehr als es je ein Mensch vermögen kann. Von Gott bekomme ich die Freiheit und die Kraft, mich gegen alles zu wehren, was mich an meinem Frau-Sein hindern könnte.

Pater Maret ging während seines Vortrags am Sonntagnachmittag stark auf die Würde der Frau ein. Gott blickt auf uns und sieht in uns jederzeit eine Person, die er zu Wunderbarem berufen hat, egal wie tief wir gefallen sein möchten und er möchte in uns diesen Glanz des Frau-Seins wiederherstellen und vermehren.

Wir Frauen sind Perlen

«Man verbindet sie [die Perlen] mit Reinheit, Glück, Reichtum und Schönheit.» Doch Perlen entstehen erst dann, wenn eine Muschel angegriffen wird und sich verteidigt: Sie bildet Perlen, um sich gegen Parasiten und Fremdkörper, die in sie eindringen wollen, zu wehren. Unser Frau-Sein ist eine reine, schöne und beglückende Perle, die jedoch durch Wachstumskrisen geboren werden muss und die mit jeder Prüfung schöner werden kann. Damit wir das nie vergessen, schenkte Frau Paschold jedem von uns ein Armband mit einer weißen Perle!

Nehmen wir auch Pater Marets abschließende Fragen mit zurück zum Arbeitsplatz / zur Uni: «Wie möchte ich von den Männern gesehen werden?» – attraktiv und sexy oder würdevoll und anmutig? «Welche Schönheit strebe ich an?» – eingebildete Schönheit der stolzen Schwiegermutter oder die sich verschenkende und erschaffende Anmut des reinen Schneewittchens? Nehme ich mir den irdischen, glänzenden aber vergiftete Apfel oder die kleine, himmlische schimmernde Perle? Lasst uns mit dem folgenden Moto zurück in den Alltag gehen:

Verteidige deine wahre Schönheit!

Es grüsst euch herzlich,

Jeanine