Briefe an die Jugend – Sechster Stern der Krone Mariens

Die fünf Sühnesamstage

 

Liebe Jugendliche!

Vor 100 Jahren ist die Muttergottes drei Hirtenkindern erschienen. Ihnen und der ganzen Welt hat Sie eine Botschaft hinterlassen, die Kardinal Cerejeira zusammenfasst als „die Offenbarung des Unbefleckten Herzens Mariens für die Rettung der Welt von heute.“

Das ist das Hauptanliegen der Muttergottes, in dessen Verwirklichung unsere wesentliche Aufgabe besteht! Wollen wir uns gewissenhaft auf Fatima vorbereiten, den Geist der Botschaft erkennen, so müssen wir die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens vertiefen und vor allem auch in unserem Leben umsetzen!

Viele studieren einzelne Aspekte der Botschaft von Fatima,verlieren aber dabei das Wesentliche aus den Augen, nämlich das Heil der Seelen!

Am 13. Juni 1917 sagte die himmlische Mutter zu Lucia: „Jesus will sich deiner bedienen, damit die Menschen mich kennen und lieben lernen. Er will die Verehrung meines Unbefleckten Herzens in der Welt begründen. Wer sie übt, dem verspreche ich das Heil! Diese Seelen werden von Gott bevorzugt werden und wie Blumen werden sie von mir vor seinen Thron gebracht!“

Das sind wahrhaft erstaunliche Worte – die Muttergottes verspricht denen das Heil, die diese Andacht üben! Eine genauere Erklärung der Andacht gab Sie Lucia einige Jahre später.

Am 10. Dezember 1925 erschien Sie ihr in Pontevedra, wo sich Lucia als Postulantin bei den Dorotheenschwestern aufhielt. Neben der Muttergottes erschien auch das Jesuskind auf einer leuchtenden Wolke. Die himmlische Mutter legte Ihre Hand auf die Schulter Lucias, in der anderen hielt Sie ein von Dornen umgebenes Herz. Das Jesuskind sagte: „Habe Mitleid mit dem Herzen deiner heiligsten Mutter, umgeben von Dornen, mit denen die undankbaren Menschen es ständig durchboren, ohne dass jemand einen Sühneakt leisten würde, um es zu trösten.“ Darauf sagte die heiligste Jungfrau: „Meine Tochter, siehe mein Herz umgeben von Dornen, mit denen es die undankbaren Menschen durch ihre Lästerungen und Undankbarkeiten ständig durchboren. Bemühe wenigstens du dich, um mich zu trösten und mache bekannt, dass ich verspreche, all jenen in der Todesstunde mit allen Gnaden beizustehen, die für das Heil dieser Seelen notwendig sind, die fünf Monate lang jeweils am ersten Samstag beichten, die heilige Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und mit mir eine Viertelstunde verbringen, indem sie die Geheimnisse des Rosenkranzes betrachten, in der Absicht, mir dadurch Sühne zu leisten.“

Was die Muttergottes verlangt ist unvergleichlich weniger als das, was Sie dafür verspricht!

Bereits 5 Jahre vor den Erscheinungen in Fatima, am 13. Juni 1912, empfahl der hl. Papst Pius X eine ähnliche Sühneandacht zum Unbefleckten Herzen Mariens und versah dieselbe mit verschiedenen Ablässen! Fünf Jahre später, auf dem Tag genau, kündete die Muttergottes den Kindern von Fatima die Andacht zu Ihrem Unbefleckten Herzen an und versprach dafür nichts weniger als das ewige Heil!

Eingedenk des himmlischen Verprechens und vor allem aus Liebe zu Maria wollen wir diese Andacht genauer betrachten. Als Katholiken haben wir die Ehre, das Unbefleckte Herz lieben und trösten zu dürfen! Wenn wir diese Andacht üben, soll es uns dabei nicht nur darum gehen, die versprochenen Gnaden zu erlangen, sondern wir wollen wirklich Sühne leisten – viel mehr, wir wollen uns diesen Geist aneignen, ihn zu einer Lebenshaltung machen! Nur dann werden wir wirklich die Botschaft von Fatima und deren tiefen Sinn erkennen und umsetzen!

 

Die Forderungen der heiligsten Jungfrau sind eigentlich recht einfach:

 

An fünf aufeinanderfolgenden ersten Monatssamstagen

Auf die Frage, warum ausgerechnet fünf Samstage verlangt werden offenbarte Unser Herr an Lucia: „Meine Tochter, der Grund ist einfach. Es gibt fünf Arten von Beleidigungen und Lästerungen, die gegen das Unbefleckte Herz Mariens begangen werden:

  1. Die Lästerungen gegen die Unbefleckte Empfängnis.
  2. Die Lästerungen gegen Ihre immerwährende Jungfräuligkeit.
  3. Die Lästerungen gegen Ihre göttliche Mutterschaft, wobei man Sie zugleich als Mutter der Menschen ablehnt.
  4. Die Lästerungen jener, welche versuchen, in den Herzen der Kinder öffentlich die Gleichgültigkeit, Verachtung, oder gar den Hass gegen die Unbefleckte Mutter zu säen.
  5. Die Beleidigungen jener, welche Sie in Ihren heiligen Bildern beschimpfen.

 

Die Sühnebeichte

Diese muss nicht am ersten Samstag abgelegt werden. Bei der Erscheinung am 15. Februar 1926 sagte der Herr zu Lucia: „Es kann sogar viel länger sein, vorausgesetzt das die Menschen im Stande der Gnade sind wenn sie mich empfangen und dass sie die Absicht haben, dem Unbefleckten Herzen Mariens Sühne zu leisten.“

Es muss also je eine Beichte sein für jeden einzelnen Herz-Mariä-Sühne Samstag (empfohlen ist es, diese in der Zeitspanne von einer Woche vor bis zu einer Woche nach dem Sühnesamstag abzulegen), welche neben der allgemeinen Absicht des Schmerzes über die begangenen Sünden auch die Sühneleistung für das so sehr beleidigte Unbefleckte Herz Mariens einschließt!

Die Sühnekommunion

Diese ist der wesentliche Akt der Andacht, da wir Maria nichts größeres aufopfern können als Ihren eigenen Sohn! Die Sühnekommunion kann mit Erlaubnis des Priesters auch am Sonntag nach dem ersten Monatssamstag empfangen werden, da nicht alle die Möglichkeit haben, am ersten Samstag dieser Forderung zu entsprechen! Hierzu sagte der Herr 1930 in einer Erscheinung an Lucia: „Diese Andacht kann gültigerweise auch am Sonntag nach dem ersten Samstag erfüllt werden, falls meine Priester aus gerechten Gründen den Seelen die Erlaubnis dazu geben.“ Demgemäß kann nach dem Urteil des Priesters nicht nur die Kommunion, sondern die ganze Andacht am Sonntag verrichtet werden!

 

Das Gebet des Rosenkranzes

In Fatima, wie auch in den übrigen großen Erscheinungen spricht die Muttergottes von der Wichtigkeit des Rosenkranzgebetes! Am 13. Oktober gibt sich die allerseligste Jungfrau als „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ zu erkennen! Alle Tage sollen wir dieses wertvolle Gebet verrichten und dadurch die himmlische Mutter ehren. Schwester Lucia betont: „In diesen letzten Zeiten, in denen wir leben, hat die allerseligste Jungfrau dem Rosenkranzgebet eine neue Wirksamkeit verliehen. Es gibt deshalb kein einziges, noch so schwerwiegendes Problem…, das wir nicht durch das Rosenkranzgebet lösen könnten.“

 

Die Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse

„Eine Viertelstunde mit der allerseligsten Jungfrau verbringen“, kann es denn etwas Schöneres geben? Und doch stellt sich gerade diese oft als die schwierigste aller Forderungen der Gottesmutter heraus! Mit der Bitte, die Rosenkranzgeheimnisse zu betrachten lehrt uns die Jungfrau Maria nicht nur mit den Lippen, sondern mit dem Herzen zu beten. Sie selbst will uns führen und begleiten in der Vertiefung der Geheimnisse unseres Glaubens, die wir im Rosenkranz betrachten. Versuchen wir, dieser mütterlichen Bitte zu entsprechen so gut wir können, Sie wird es belohnen!

Liebe KJB’ler! Versuchen wir den Forderungen der allerseligsten Jungfrau, unserer Mutter im Himmel, nachzukommen. Trösten wir Sie durch unsere Gebete und Opfer, auf dass Sie uns eines Tages „wie Blumen vor dem Throne Gottes bringen möge!“

 

Euch allen wünsche ich ein gesegnetes Osterfest!

Mit priesterlichen Segensgruß, in Corde Matris

P. Elias Stolz

 

Stossgebet:

  • “O Jesus, durch das Unbefleckte Herz Mariens opfere ich dir auf alle Werke, Gebete und Leiden für die armen Sünder“

Vorsatz des Monates:

  • Ich opfere alle meine Kommunionen für die armen Sünder als Sühne.

Lesetipp:

  • Kapitel 10, 21 und 25 aus dem Buch : “Aufruf der Botschaft von Fatima“ von Schwester Luzia.

5 Wahrheiten, die jeder Katholik während der Karwoche bedenken sollte: