Christkönigstreffen 2015 in Salzburg

Aus der Ferne hätte man den scheinbar endlosen, von Polizisten begleiteten Menschenzug für den angekündigten Flüchtlingsstrom halten können. Doch nicht Flüchtlinge, sondern KJBler aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden schritten da andächtig betend und singend in einer Prozession von beachtlicher Länge durch die sonnig-herbstliche Mozartstadt.

Christus vincit“ erschallte es an den Ufern der Salzach entlang durch die Lautsprecher und der Rosenkranz wurde gesungen während eine Fraktion von Jugendlichen wundertätige Medaillen an Passanten, Touristen und Schaulustige verteilte. Da wurde von so manch einem das Smartphone gezückt, um diesen beeindruckenden Anblick festzuhalten: Es gab sie also doch noch, die jungen glaubenstreuen Katholiken!

Ziel der Prozession war die Mariensäule auf dem Domplatz im Herzen der Stadt, wo sich die junge Schar vor der Statue der Gottesmutter einfand. Der Domplatz wurde zum Schauplatz einer feurigen Predigt Pater Steiners. Mit Lautsprechern verstärkt richtete er das Wort an die gleich einem Heer versammelten KJBler, die heute dem Zeitgeist zum Trotz vielleicht noch mehr als je zuvor Soldaten des Christkönigs sein müssen.

So viele betenden Jugendlichen auf einmal bekommt der Salzburger Dom auch nicht alle Tage zu Gesicht wie es bei den anschließenden KJB-Gebeten im barocken Dom der Fall war. „Ein Herz lass  uns zusammen und eine Seele sein“, kam es wie aus einem Munde und der ein oder andere tankte bei diesem gemeinsamen Gebet in der eindrücklichen Kirche wieder Kraft für den Alltag, den doch jeder Einzelne allein im Glauben zu bestreiten hatte.

Unter dem Motto „Verwende deine Talente für Christus“ waren 320 Jugendliche der Einladung der KJB-Österreich gefolgt, um dieses Jahr für das Christkönigstreffen in Salzburg zusammenzukommen. Die Zahl sprengte die Kapazitäten der kleinen Salzburger Kapelle allemal. Doch die frohe Gemeinschaft so vieler junger Gleichgesinnter war für die meisten wie Balsam für die Seele. Genauso wie die brennenden Vorträge von Pater Schmidberger und Pater Steiner, deren innige Worte regelrecht unter die Haut gingen und auch nach dem Treffen noch nachklingen.

Neben den fröhlichen Gesprächen bei Kaffee und Kuchen durfte der kulturelle Aspekt in einer Stadt wie Salzburg nicht fehlen. Das gleich einem Musical präsentierte Theater „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ rundete die frische, harmonische Stimmung ab. Die souveränen Schauspieler der österreichischen Theatergruppe Pelagia brachten in einer außergewöhnlich genialen, schauspielerischen Leistung das romantische Stück von Ferdinand Raimund mit Witz und Bravour gekonnt auf die Bühne. Die stimmungsvollen Gesangseinlagen sorgten für beste Unterhaltung beim begeisterten Publikum, aber auch die tiefgründige Botschaft des Stücks kam nicht zu kurz. Die Aufforderung „Erkenne dich selbst!“ richtete sich nicht nur an den verbitterten Menschenfeind, sondern sehr wohl an jeden einzelnen Zuschauer…

Höhepunkt des Treffens bildete das levitierte Hochamt am Christkönigsfest in der eigens zu diesem Zweck organisierten Dorfkirche von Itzling. Eine Schola und ein Chor aus jungen Stimmen untermalte die feierliche Zeremonie des heiligen Messopfers. Sie mag in diesem Moment ein hoffnungsvolles Bild ergeben haben- die mit so vielen jungen Christen gefüllte Kirche von Itzling. Hier kniete die Zukunft der Kirche, hier war das Werkzeug zum Wiederaufbau einer christlichen Gesellschaft versammelt.

Doch was sind denn schon 320 Jugendliche für so große Länder? Eine solche Frage mag vielleicht berechtigt sein.  Hans und Sophie Scholl waren jedoch auch nur zwei gewöhnliche junge Menschen, die wegen ihres Handelns nach dem Gewissen als Beispiel für Zivilcourage in die Geschichte eingingen. Natürlich ist jeder Einzelne gefordert, die ihm anvertrauten Talente für das Reich des Christkönigs einzusetzen, denn die Zeit der Mitläufer ist vorbei. Und für jeden hat Gott einen Plan: „Die meisten Menschen ahnen nicht, was Gott aus ihnen machen könnte, wenn sie sich nur ihm zur Verfügung stellen würden“ (hl. Ignatius von Loyola).

Mit diesem Wissen und geistig gestärkt verabschiedeten sich diese 320 zuversichtlichen KJBler von der Kulturhauptstadt Salzburg, um nun in ihrer Heimat durch kleine Taten und jeder nach seinen Talenten Seelen für den Christkönig zu gewinnen…

Quelle: www.fsspx.de