Dreikönigstreffen 16/17 in Wil

Auf nach Wil! So hiess es am Silvestertag für die KJB-Schweiz. Das jährliche Dreikönigstreffen stand vor der Tür. Da es dieses Jahr auf Silvester/Neujahr viel, war es natürlich ein ganz besonderes Treffen.

Nach der heiligen Messe und den KJB-Gebeten ging das Programm am Samstagmorgen mit einem aussergewöhnlichen Vortrag los. Pater Zahner und Abbé Zahner spielten uns nämlich ein gut durchdachtes Rollenspiel zwischen einem Jugendlichen und seinem Seelsorger vor. Mal was anderes, oder? Dabei ging es vor allem darum, was Paulus im ersten Brief an die Thessalonicher schrieb. «Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, bei allem sagt Dank. Denn das ist Gottes Wille in Christus an Euch.»

«Muss ich jetzt den Worten des heiligen Paulus gehorchen und den ganzen Tag beten, Herr Pfarrer?», klang der Einwand des Jugendlichen, welcher sich vorgenommen hatte, durch eine tägliche Lesung sich im geistlichen Leben weiterzubringen.  «Was verstehst du denn unter Gebet», gab sich der Seelsorger ruhig und gelassen. Wir konnten mitverfolgen, wie der Jugendliche langsam verstand, dass unter Gebet nicht nur das mündliche Gebet zu verstehen ist. Die tägliche Hingabe, welche man am Morgen verrichtet werden sollte, kann als «Beten ohne Unterlass» gelten. Nach einigen Erklärungen, Begründungen und Entgegnung auf weitere Einwände des Jugendlichen und durch, das Ansprechen weiterer Themen, wie das Morgengebet und Abendgebet, Stossgebete und auch die Betrachtung, verstand der Jugendliche langsam aber sicher, was mit dieser Bibelstelle gemeint ist. Opfere in der frühen Morgenstunde den kommenden Tag, mit all seinen Freuden und Leiden auf und gib dich ganz und gar dem Heiland dar! So kannst du sicher sein, ohne Unterlass mit dem Herrn verbunden zu sein.

Anschliessend wurden unsere hungrigen Bäuche mit einem super Mittagessen gefüllt, um uns viel Ausdauer und Energie für den Nachmittag zu verleihen. Dies wurde auch von allen sehr benötigt, denn am Nachmittag stand eine Fuchsjagd durch die Stadt Wil auf dem Programm. Man hatte Wasser sorgfältig zu transportieren, Gegenstände zu erraten, einen Gedichtestafetten-Lauf zu absolvieren,  mit einer WC-Papierrolle möglichst ideenreich zu sein oder sich der Kunst zu widmen. Daneben fanden auch die Jungs ihren Spass beim Türmchen work-out. Da hiess es nämlich ein möglichst brennbares kreatives Türmchen zu bauen, damit es um Mitternacht auch ja seinen Zweck erfüllen konnte.

Völlig ausser Puste gab es danach einen aufwärmenden Imbiss für die ganz verkühlten KJBler. Das hatten wir uns wirklich verdient, da wir bei Minustemperaturen den ganzen Nachmittag draussen verbracht hatten.

Nachdem sich der Körper wieder aufgewärmt hatte, mussten natürlich auch unsere Herzen ein wenig erwärmt werden. Was gab es da besseres, als an der Jahresschlussandacht teilzunehmen und den Rosenkranz zu Maria zu beten?!

Körper und Seele waren erwärmt. Was gab es da anderes, als auch noch den Magen mit einem köstlichen Silvesterabendessen zu füllen? Nach einer kurzen Verdauungspause folgte dann auch schon der Bunte Abend mit allerlei … Spielen.

Darauf folgte das kirchliche Abendgebet, die Komplet und dann mussten wir uns wieder warm einpacken, da unser nächstes Ziel der Wiler Turm war. Rechtzeitig um 24.00 Uhr trafen wir dort ein, um mit einem Neujahrsprosit das neue Jahr zu begrüssen. Einige von Euch denken jetzt sicher, oh je, das war doch sicher furchtbar kalt. Keineswegs. Denn unsere zuvor kreativ gebauten Türmchen des Postenlaufs, wurden angezündet und so konnten wir einen wirklich schönen Start ins neue Jahr erleben.

Kleine Augen, müde Blicke, langsame Schritte und dergleichen, waren am Sonntagmorgen beim flüssigen Frühstück zu sehen. Doch nach ein, zwei Kaffees wurde die Lage ein wenig besser und langsam fingen die Hirnzellen wieder an zu arbeiten. Das musste auch so sein, denn wer will schon bei der Betrachtung, beim Morgengebet oder bei der Predigt des Hochamtes die Augen schliessen und ein kleines Nickerchen machen? Das Gewicht der Augenlider erwies sich trotzdem für einige als  ein nicht vorübergehendes Übel. Bei der Kommunion waren dann sicher alle Augen und Ohren offen, da der KJB-Chor ein fleissig eingeübtes, siebenstimmiges Ave-Maria sang.

Der letzte Programmpunkt vor dem Essen war ein Vortrag unseres neuen KJB-Priester der Schweiz, Pater Maret. «Siehe, da deine Mutter!“, unsere Jahreslosung 2017, war das Hauptthema.

Obwohl der Vortrag knapp zwei Stunden dauerte waren alle trotz Müdigkeit hell dabei.

Pater Maret sprach über den genialen Trick Gottes, um den Orient zu bekehren. Nämlich durch die Jungfrau Maria. Da sie von den Moslems auch geehrt wird und als höchste Frau im Islam gilt.

Danach gab es einen gemütlich Ausklang mit Kaffee und Kuchen, bei dem man sich schon auf das nächste Treffen freute.