Briefe an die Jugend – Dritter Stern der Krone Mariens

stern3Die Verehrung Mariens

 

Liebe Jungendliche!

Nun haben wir wieder ein neues Jahr begonnen! Wie jeder Neuanfang soll auch das neue Jahr als Gelegenheit gelten neue Vorsätze zu fassen bzw. alte abzustauben und aufzufrischen. Wenngleich die liturgische Adventszeit beendet ist, dauert unsere persönliche Adventszeit weiterhin an – mit jedem Jahr nähern wir uns dem Ende dieser Erwartung, dem Tage, an dem wir unseren Lohn empfangen werden!

sanduhrBis dahin müssen wir kämpfen, unsere Zeit nutzen, die uns anvertrauten Talente verwerten! Um in diesem geistlichen Kampf beharrlich sein zu können, müssen wir uns mit einer “übernatürlichen Lebensfreude” bewaffnen. Wollen wir mit der Gnade mitwirken, bedarf es eines freudigen Eifers, um nicht von den Prüfungen und Kreuzen zermürbt zu werden, nicht von materiellen Sorgen aufgesogen oder einfach von der Monotonie des Alltags abgebremst zu werden! Immer wieder bedürfen wir eines neuen Ansporns: Das Feuer in unseren Seelen soll von Neuem entfacht werden und uns antreiben, bestärken und ermutigen!

Eines der wirksamsten Mittel, um diesen Eifer in uns nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern zu vermehren, ist sicherlich die Hingabe und wahre Andacht zur Gottesmutter Maria! Der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort betont in seinen Schriften, dass es zwar verschiedene Wege gibt, die uns zu Gott führen, aber keiner so vollkommen ist als der, den Unser Herr selbst gegangen ist, durch den Er in die Welt gekommen ist und den Er auch bei Seiner zweiten Ankunft betreten wird. Leider erkennen wenige Seelen diesen Weg und noch viel weniger folgen ihm treuherzig! Wir wollen diesen Weg jedoch erkennen und lieben lernen, da es gemäß dem ewigen Ratschluss Gottes der vollkommenste und sicherste ist.

Um die in der Finsternis umherirrende Menschheit zu befreien und das wiederherzustellen, was der Mensch durch die Sünde zerstört hatte, wollte Gott selbst Mensch werden! Wie alle Menschenkinder wollte auch Er als Kind geboren werden. Alle Schwachheiten, mit Ausnahme der Sünde, wollte Er auf sich nehmen, um uns die Kraft zu verleihen unsere Schwachheiten abzulegen und Ihm nachzufolgen.
Um die Menschwerdung zu verwirklichen, erschuf sich Gott einen Tempel, ein irdisches Paradies, ausgestattet mit Seinen kostbarsten Schätzen. Wie Er einst alle Wasser an einem Ort gesammelt hatte und diesen „Maria“, d.h. die Meere, genannt hatte, so sammelte Er nun alle Gnadenschätze in einer Person und nannte diese Maria. Jene, die auserwählt und bestimmt war, die Mutter des menschgewordenen Gottes zu werden, sollte nicht nur frei sein von jeder persönlichen Schuld, sondern auch von jeglichem Schatten einer Unvollkommenheit. Auf wunderbare Weise bewahrte der Schöpfer die auserwählte Tochter Adams von der Erbsünde! Sie sollte von Anfang an eine würdige Wohnstätte für Gott sein, ein neues irdisches Paradies, in dem der Baum des Lebens seine erlesenste Frucht hervorbringen sollte, Unseren Erlöser!
Der Heilige Geist, Bräutigam der göttlichen Mutter, kam auf Sie herab und erfüllte Sie mit Seiner Kraft!

Zusammen mit dem hl. Alfons von Liguori wollen wir uns freuen mit Maria, dass Gott Sie mit so großer Reinheit gesegnet hat. Danken wollen wir dem Schöpfer, dass Er Sie vor aller Makel der Schuld bewahrte. Fest von dieser Wahrheit überzeugt, wollen wir bereit sein, wenn es notwendig wäre unser Leben hinzugeben für diesen so erhabenen und einzigartigen Vorzug der Unbefleckten Empfängnis Mariens.ikone
Unsere Gebete und Bemühungen sollen besonders in diesem Jahr dahin zielen, dass die ganze Welt Maria kennen und preisen lerne als das schöne Morgenrot, immer geschmückt mit dem göttlichen Licht; als die auserwählte Arche des Heiles, die vor dem allgemeinen Schiffbruch der Sünde bewahrt blieb; als jene vollkommene und unbefleckte Taube, für die der göttliche Bräutigam selbst Sie erklärt hat; als den verschlossenen Garten, der der Lieblingsaufenthalt Gottes ist; als die versiegelte Quelle, zu der der böse Feind nie Eingang fand. Die ganze Welt möge Maria kennen als jene weiße Lilie, die wächst zwischen den Dornen, nämlich den Kindern Adams, die alle von der Sünde befleckt in der Feindschaft Gottes geboren werden, während Sie allein ganz strahlend rein, ganz heilig, aufs innigste von Ihrem Schöpfer geliebt geboren wurde.

Ihr unbeflecktes Herz soll für uns zu einer Schule werden für das innerliche Gebet, die Betrachtung. Diese wollen wir mit Maria beginnen, uns geistig in Ihr Herz begeben, eingedenk, dass dieses Herz der Altar war, an dem das menschgewordene Wort Sein Opfer begonnen hat! Oft werden wir nur an der Pforte dieses irdischen Paradieses verweilen, die Gnadenschätze von außen bestaunen! Wenn wir aber treu an jenem Ort im Geiste zurückkehren werden und mit kindlicher Einfachheit unsere himmlische Mutter anflehen, so wird Sie uns eines Tages vielleicht die Gnade gewähren, in Ihrem Herzen einzutreten und Gott zu finden!
Wir wollen die Worte, die Sie in Fatima zu Lucia richtete, beherzigen: „Lass dich nicht entmutigen! Niemals werde ich dich verlassen. Mein Herz wird deine Zuflucht sein und der Weg, der dich zu Gott führen wird!“

Bitten wir also die Unbefleckte, dass Sie uns in diesem neuen Jahr beistehen und leiten möge. Sie soll uns besonders die Liebe zur Wahrheit in einer Zeit geistiger und geistlicher Verwirrung schenken, auf dass wir mit Ihrer Hilfe täglich den Kampf antreten für die Ausbreitung Ihres Reiches und dadurch das Reich Gottes auf Erden wiederhergestellt werde!
Der Heilige von Montfort fordert die auserwählte Seele auf, Gott ihren Dank zu bezeugen für dieses Geheimnis der Heiligung, das den meisten verborgen bleibt. Täglich wollen wir uns also bemühen in den Garten Mariens durch unser innerliches Gebet einzutreten, um dort die wahrhaft kostbare Perle zu finden, von der wir im Evangelium lesen. Alles wollen wir sodann verkaufen, uns selbst entsagen und uns in die Hände der Gottesmutter legen, um schließlich Gott allein zu finden.

Mit priesterlichem Segensgruß
P. Elias Stolz

 

Stossgebet:

  • „Heilige Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns.“
  • „Durch deine Unbefleckte Empfängnis erleuchte, leite, stärke und heilige unsere Jungendbewegung.“

Vorsatz des Monates: Betrachte jeden Tag ein Geheimnis des Rosenkranzes 10 Minuten lang.

Lesetipp: Kapitel 8, 15 und 27 aus dem Buch : “Aufruf der Botschaft von Fatima“ von Schwester Luzia.

 

Ab sofort findet man eine Übersicht über diverse Rundbriefe auch oben im Menü!