Gruppenbrief der KJB-Wil im Mai

plan-zur-heiligkeitLiebe KJBler

So, jetzt liegt es für einmal an mir, Dir etwas für den Alltag mitzugeben. Zu Anfang habe ich gleich eine Aufgabe für Dich. Wenn Du diesen Brief liest, dann lies ihn bitte richtig. Mach dies nicht nur, damit Du deine Pflicht als KJB’ler getan hast! Wenn du so denkst, dann leg ihn lieber weg, denn Du wirst nicht zum Ziel kommen. Lies diesen Brief nur, wenn Du Zeit hast, um auch darüber etwas nachzudenken.

Wenn Du Dir aber die Zeit nimmst, ernsthaft einige Gedankengänge mitzumachen, finde ich das sehr toll und ich glaube auch, dass Du daraus profitieren kannst!

Also legen wir gleich los. Am besten mal ganz von vorne – erste Frage aus dem Katechismus: Wozu sind wir auf Erden? Die Antwort scheint simpel zu sein. Wir sind auf Erden um Gott zu erkennen, Ihm zu dienen, Ihn zu lieben und dereinst in den Himmel zu kommen. Dies weiss jedes Kind und auch Du. Was will ich Dir damit sagen? Lass mich erst mal ein Beispiel erzählen.

Kevin geht schon seit vier Jahren in das Fitness, er trainiert jeden zweiten Tag mehr als eine harte Stunde ohne Ausnahme! Seine ganze Ernährung hat er angepasst, er isst nicht mal halb so viele Süssigkeiten wie vorher, dafür öfters Gemüse. Seinen Arbeitsweg geht er nicht mehr mit dem Au-to, sondern bei jedem Wetter, egal ob brennende Hitze oder klirrende Kälte, mit dem Fahrrad. Jeder wird denken, dass ist ein Kerl, der hat ein Wille! Aber lass mich mal eine Frage stellen. Wozu tut er dies? Nicht das ich es jetzt schlecht machen will, ich finde es auch toll, aber für welchen Er-folg opfert er so viele Zeit? Ein Jahr später hat er vielleicht einen Unfall und er kann für drei bis vier Monate kein Training mehr machen. Er muss ruhig Zuhause sitzen und sich schonen. Seine ganze investierte Zeit scheint von der einen auf die andere Stunde verloren zu sein, denn sein muskulö-ser Körper wird sich sichtbar wieder zurückbauen! Was wird ihm noch bleiben als Missmut und schlechte Laune?

Kommen wir zurück zu der ersten Katechismus-Frage. Was heisst Gott lieben und ihm dienen? Gott zu lieben, heisst unser Leben nach Ihm auszurichten! Das Leben ist unsere Chance im Himmel einen Platz bei Gottes Herrlichkeit zu verdienen. Doch wie verdienen wir uns den Himmel? Lieben wir Gott wenn wir sagen: „Schau Gott, ich bete ja schon das Morgen und Abendgebet, aber das mit dem Rosenkranz ist was für Pensionierte, die Zeit haben“? Nennt sich das Liebe? Wir sind be-rufen, heilig zu werden! Jesus sagt bei Matthäus 5,48: „Ihr also sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ Welche Aufgabe! Falls jemand denkt, heilig sein ist anstren-gend und langweilig, der hat sich gewaltig getäuscht! Doch wie werden wir heilig?

Stellen wir uns eine andere Frage: wie ist Kevin zu seinem Ziel gekommen? Aus Lust und Laune? Hat es ihm immer gefallen, sich abzutöten? Und doch hat er Freude am Trainieren! Er hat sich ei-nen Plan zurechtgestellt, wie er möglichst schnell mit seinem Training vorankommt! Doch wo ist unser Plan zur Heiligkeit? Wo sind unsere Ziele, welchen wir in einem Monat näher sein wollen?

Dass sollte nicht nur eine Frage sein! Haben wir uns schon einmal gefragt, wo unsere Fehler sind? Haben wir einen Plan erstellt, wie wir uns besser heiligen können? Ja, gewiss, in der Beichte, doch wie sieht es in unserem Alltag aus? Jede Hausfrau hat ein Rezept für den leckeren Kuchen, den sie backen will! Wo ist unser Rezept? Wo ist unser Plan, Gott näher zu kommen, und ihn zu lieben? Und ich frage nochmals, wozu sind wir auf Erden? Falls jemand denkt, bis man heilig ist, vergeht eine Unendlichkeit, der sollte sich fragen, ob Kevin nach einem Abend Training auch schon ein Muskelpaket war?

Lassen wir uns nicht entmutigen, auch eine Weltreise beginnt mit dem ersten Schritt aus seinem Haus! Stellen wir uns ein Rezept auf, auf welchem aufgeführt ist, welches die nächsten Schritte zur Heiligkeit sind! Seien wir nicht Minimalisten und suchen die Grenze, wie wir grad noch in den Himmel rutschen können. Also setzt Dich hin, nimm Dir ein Blatt Papier und schreibe Dein persön-liches Rezept zur Heiligkeit! Und in einem Monat kontrolliere, was Du von deinem Rezept schon erarbeitet hast!

Bis dahin wünsche ich Dir viel Erfolg!

Urban