Gründungsvortrag der KJB – Teil 4

Schmidberger-FranzTeil 1 und Teil 2 und Teil 3 findest Du hier.

Was zunächst einmal von uns gefordert ist, ist die Weiterbildung auf religiösem Gebiet, d.h. jedermann muss genau seinen Katechismus kennen, als Grundlage soll der deutsche Einheitskatechismus dienen, der ungefähr unser ganzes Programm enthält, unser ganzes Glaubensgut enthält! Der hl. Pius X. hat gesagt, dass das grösste Übel der Zeit die Unwissenheit ist, er versteht darunter nicht die technische Unwissenheit – denn dort sind die Leute heute z.T. sehr fortgeschritten, aber die religiöse, sittliche Unwissenheit, ich glaube, dass auf diesem Gebiet die heutige Zeit die unwissendste ist aller Zeiten – dass selbst die alten Heiden noch mehr erahnten und mehr gedacht haben als der modernistische Mensch!

Das muss also zunächst einmal die Grundlage sein. Dann würde ich denken, dass jedermann die Enzyklika „Quas Primas“ von Pius XI. gelesen haben sollte, die über das soziale Königtum Jesu Christi etwas aussagt, die das soziale Königtum Jesu Christi beinhaltet und das Christkönigsfest eingesetzt hat. Sie ist verfasst am 11. Dezember 1925. Sie scheint mir unabdingbar zu sein für eine wirkliche Jugendarbeit, denn wir brauchen ein Ideal, und dieses Ideal, das haben Sie bereits gesehen, ich habe das bereits in der Einladung geschrieben, es ist der Christkönig.

Ein zweites Buch, das eine gewisse Basis darstellen soll für unsere Arbeit, ist ohne jeden Zweifel: „Jesus der König“ von Robert Mäder. Das ist im Wesentlichen nichts anderes als eine Interpretation und eine Anwendung der Enzyklika „Quas Primas“.

Robert Mäder, ein Schweizer Prälat, der immerhin es fertig gebracht hat, dass in der protestantischen Stadt Basel die Fronleichnamsprozession wieder stattfindet. Er hat unendliches geleistet in seiner Pfarrei, er war Pfarrer, und er hat eine Bedeutung, die nicht zu unterschätzen ist.

Dann kommt natürlich hinzu eine Weiterbildung auf kulturellem Gebiet, auf gesellschaftlichem Gebiet, dass Sie wissen, was geschieht in der Welt, was gespielt wir – Sie brauchen nicht zehn Tageszeitungen zu lesen, aber Sie müssen genau wissen, wo die Feinde und wo die Freunde sitzen! Man muss sich darauf einstellen.

Auch auf kulturellem Gebiet, ich würde denken, dass die Leute etwas sehen – ich werde gleich noch darauf zu sprechen kommen

Das Wesentliche, auf das es mir ankommt, dass wenn einmal das geistige Fundament geschaffen ist, dass man dann apostolisch, missionarisch wirkt. Der apostolische und missionarische Geist muss uns beseelen. Das ist unabdingbar. Wir werden unserer Verantwortung nicht gerecht, wenn wir sagen: gut, ich ziehe mich zurück, ich will religiös leben – ich ziehe mich zurück in mein Kämmerchen. Das ist alles schön und brav, das ist eine heile Welt – ich lasse die anderen, die sind eben böse, da kann man nichts machen – das ist eben heute einmal so – damit gebe ich mich nicht zufrieden, das sage ich Ihnen gleich von vorne weg. Wir müssen beseelt sein vom apostolischen, missionarischen Geist. Das Apostolat, und zwar das Apostolat eben für Sie als Laien, und Sie können unendlich vieles machen, täuschen Sie sich nicht! Herr Fauvre wird uns nachher einiges erzählen darüber, was man machen kann und Ihnen die Aktionen erzählen, was man unternommen hat und dann werden Sie sehen, was eine wirkliche Jugendgruppe ist, wie man die Leute anziehen kann und wie man nach aussen strahlen kann.

Wie stelle ich mir die Situation im Konkreten vor? , d.h. die Lösung?

Gründung einer Jugendgruppe für den gesamten deutschen Sprachraum, und zwar unter dem Zepter des Christkönigs und darum eignet sich der heutige Tag in besonderer Weise für dieses Jugendtreffen. Ein anderer Tag, der geschaffen ist für ein solches Jugendtreffen ist z.B. das Christkönigsfest, aber ich wollte nicht so lange warten.

Ich gebe Ihnen das Konzept, das ich habe und dann nehmen Sie das selber in die Hand. Ich kann Ihnen nur die Idee vermitteln, ich kann Ihnen nur den Rahmen geben und den geistlichen Hintergrund vermitteln. Die Organisation aber müssen Sie selber in die Hand nehmen.

Ich stelle mir das so vor, dass diese Jugendgruppe irgendwann gegründet wird, ob das noch heute ist, oder ob das etwas später ist, an Ostern oder erst am Christkönigsfest, oder in den Sommerferien, ist mir ganz gleich, das spielt grundsätzlich keine Rolle, ich meine, die Arbeit beginnt auf jedem Falle von jetzt ab. Die Vorbereitungen. Es müsste also die Jugendgruppe gegründet werden, und zwar als eine zentrale Gruppe mit einem Präsidenten an der Spitze, jedenfalls ein Führungsstab, sie müsste hierarchisch sein. Es kann nicht sein, dass hier eine Unordnung ist. In einem Durcheinander lässt sich niemals etwas ausrichten, lässt sich kein Krieg führen und wir sind eben heute im Krieg. Sie müsste dann aufgegliedert werden in verschieden Teilgruppen mit Gruppenführern, die regional

aufgegliedert sind, je nachdem, wo die ersten Leute sitzen, aber das muss man im Konkreten sehen.

Es müssen regelmässig Treffen stattfinden, zumindest mal in diesen Teilgruppen, ich würde denken, alle 14 Tage bestimmt, eher alle 8 Tage.

Was dort geschieht ist folgendes:

  • es wird zuerst gebetet, am besten der Rosenkranz, oder zumindest ein paar Gesetzlein davon;
  • Besprechung der gemeinsamen Probleme
  • Kapitel aus dem Katechismus
  • Besprechung weiterer Aktionen, die zu unternehmen sind.

Schmidberger-Franz2Es müssen die Leute gebildet werden, die Soziallehre der Kirche studiert werden, das ist etwas vom Wichtigsten, auf das es mir ankommt, – die Soziallehre der Kirche zu studieren. Mit anderen Worten, Sie sehen hier bereits, dass es mir darauf ankommt, ein Werk der Kirche zu schaffen. Es kann sich nicht darum handeln, dass man nur eine kleine Sache macht, jeder nach seinem Kopf, eine Sache, die heute entsteht und morgen wieder im Sand zerläuft, darum kann es sich nicht handeln. Darum bedarf die Gründung einer gründlichen Vorbereitung und muss mit Hand und Fuss gegründet werden. Es müssen Leute an der Spitze stehen, die entschlossen sind, die überzeugt sind – wir brauchen Männer, oder auch Frauen, die männlich denken und die das Ziel in die Tat umsetzen.

Was ich vermeiden möchte ist, dass man eine Organisation aufbaut, mehr als Inhalt, mit Computer, Karteien usw. Ich glaube, dass das geisttötend und schädlich ist. Die Organisation muss in dem Masse wachsen und entfalten, als die konkrete Arbeit der Gruppe wächst, sie muss sich aus dem Inneren heraus entfalten.

Es müssen andere zu Ausbildung herangebildet werden, d.h. es kann sich nicht nur darum handeln, dass jeder irgendetwas macht, sondern es muss eine Kerngruppe vorhanden sein, ein fester Kern, die jetzt andere ausbilden zu Ausbildern, es muss also ein gewisses Schneeballsystem vorhanden sein, ein Multiplikationssystem, und das ist das Interessante an der französischen Jugendgruppe, dass dort die Leute lernen, andere heranzubilden, andere zu formen und bereit zu machen für diese Arbeit.

Die Mittel die uns zur Verfügung stehen zum Zusammenhalt, und um unsere Ziele zu verwirklichen sind:

  1. Gemeinsame, überregionale Jugendtreffen, wenigstens 3-4-mal pro Jahr, z.B. Pfingstmontag, Sommer, am heutigen Tag, Ostermontag, Christkönigstag, usw..
  2. Einkehrtage
  3. Wallfahrten, vor allem zu den alten Wallfahrtstätten, z.B. zum Grab vom Bruder Klaus, nach Einsiedeln, – allerdings aber eine gewisse Strecke zu Fuss zurücklegen.
  4. Das Mittel, – das A und O – die Exerzitien, aber nicht irgendwelche, sondern Ignatianische Exerzitien, fünftägige, und wenn sich die Gelegenheit gibt, die dreissigtägigen. Glauben Sie nicht, dass das nur für Sie ein Mittel ist, auch für uns. Ich habe im Sommer zwei Exerzitienkurse gepredigt und nachher habe ich selber Exerzitien gemacht. Genau dieselben, das ist normal. Wenn man etwas gibt, muss man an die Quelle zurückgehen, und letzten Endes zu Jesus Christus. Man muss immer danach streben, den übernatürlichen Geist in noch reinerer Form aufzunehmen und dann kann man noch besser werden.
  5. Dann, bei diesen Jugendtreffen sollte auch, was heute noch nicht ganz der Fall gewesen ist, eine wirklich schöne Liturgie abgehalten werden. Es hat heute kleine Pannen gegeben. Dann müsste natürlich Beichtgelegenheit gegeben sein und das persönliche Gespräch, und zwar untereinander, als auch mit denen, die sich dieser Aufgabe widmen wollen, dass dort die spezifisch geistigen Probleme besprochen werden, dass man gestärkt daraus hervorgeht.

Dann könnte ich mir auf die Dauer vorstellen, dass eine Art Mitteilungsblatt geschaffen wird, wo einige Beiträge, geistige und die aktuellen Nachrichten enthalten sind.