Gruppenbrief der KJB-Wil im November

Liebe Jugendliche

JahreslosungMan kann sagen, dass mit dem Christkönigstreffen 2015 das neue „KJB-Jahr“ begonnen hat, da für die nächsten zwölf Monate die Jahreslosung 2016 wirkt. Das neue Motto lautet: „Verwende deine Talente für Christus.“

Bei diesem Satz kommt einem als erstes das Gleichnis Jesu mit den Talenten in den Sinn (Mat 25,14ff und Lukas 19,12ff). Jesus berichtet uns, dass er seinen Dienern Talente gibt; dem einen mehr dem anderen weniger. Er entscheidet frei, wem er wie viele anvertraut. Daraufhin haben die Diener eine gewisse Zeit, um mit den Talenten zu wirken, bevor sie Rechenschaft ablegen müssen. Diejenigen, die mit den Talenten gearbeitet haben, werden gelobt und ins Himmelreich eingelassen und demjenigen, der sein Talent nicht verwendet sagt der Herr: „Du schlechter und fauler Knecht! (…) und den unnützen Knecht werfet in die Finsternis.“

Jeder von uns hat Talente bekommen. Jeder! Alles was wir besitzen an Talenten, Kräften und Fähigkeiten haben wir von Gott erhalten. Dies soll uns ein Erstes zeigen: wir haben aus uns nichts, sondern verdanken dem Herrn alles. Darum dürfen wir nicht stolz werden, aber unsere Talente auch nicht in einer falschen Demut verstecken, denn sie sind von Gott geschenkt.

Wir haben nun eine gewisse Zeit, um mit diesen Talenten Gutes zu wirken. Christus sendet uns mit Talenten ins Leben, um wirksam zu sein! Am Ende unserer irdischen Laufbahn fordert der Herr Rechenschaft. Die Abrechnung im Gleichnis zeigt uns mehrere Wahrheiten auf.

Zum einen ist es ein befreiender Gedanke zu wissen, dass Gott nichts verlangt, was für uns nicht machbar ist. Er gibt einem jeden Gaben und je nachdem wie gross diese Gaben sind, verlangt er von uns weniger oder mehr. Oft fühlen wir uns vielleicht überfordert beim Gedanken, dass wir alle Seelen für Christus gewinnen möchten. Doch dürfen wir nicht in eine Hetzerei oder in einen oberflächlichen Aktivismus fallen, sondern mit unseren Talenten an der Stelle wirken, wo uns Gott hingeführt hat oder noch hinführen wird.

Zum anderen sehen wir, dass sich die Talente mehren; von fünf auf zehn. Und derjenige der zehn hat, bekommt das eine vom Hinausgeworfenen dazu. Exegeten interpretieren diese Tatsache so, dass schon auf der Welt das Mitwirken mit den Talenten eine Vermehrung bringt: „Wer mit Gottes Gnaden mitwirkt, erhält hier grössere Gnaden und reicheren Trost, während der lässige Christ ohne Freude dahinlebt und die Gnade verliert.“ (BIBLIA SACRA, die Vulgatæ Editionis, J. Allioli / A. Arndt, Band III, S. 106) Mehren wir die Gnaden und Talente, indem wir mitwirken und so immer mehr aus unserem Leben machen. Die Heiligen sind nicht heilig geboren, sondern haben mit der Gnade mitgewirkt und haben so mit Gottes Hilfe ein Wunderwerk aus ihrem Leben gemacht.

Des Weiteren soll uns dieses Gleichnis eine Mahnung sein und uns aufrütteln. Wir haben Talente empfangen und müssen wirksam sein! Wehe dem, der mit seinen Gaben keinen Gewinn für Christus erringt. Wehe dem, der sich gemütlich ausruht und das Gefühl hat, ich lebe brav und tue nichts Unrechtes, aber die empfangenen Gaben nicht für Christus einsetzt. Wehe dem, der glaubt nichts zu können und sein Talent vergräbt. Wir haben nur diese eine Zeitspanne, um mit den erhaltenen Gaben zu arbeiten.

Nun mag dem einen oder anderen ein mulmiges Gefühl aufkommen. Arbeite ich genug für Christus? Nütze ich meine Talente für den Aufbau des Christkönigtums? Werde ich einst vor Gericht den Gewinn ausweisen können und bestehen? Oder höre ich schon die Stimme des Gewissens…

Wir müssen unser Gewissen und unser Leben immer wieder prüfen und überdenken, Vorsätze nehmen, uns von schlechten Gewohnheiten mit aller Gewalt losreissen, uns aus der Gemütlichkeit aufmachen und zu Streitern Christi werden. Wir müssen uns überlegen, wie ich meine Talente für Christus einsetzen und für sein Reich wirksam werden kann. Wir müssen und wollen mehr als nur okay sein und am Sonntag in die Messe gehen, wir wollen wirksam sein!

Dabei darfst Du nicht verzagen oder ängstlich sein. Christus kennt Dich besser als Du selbst. Er hat Dich erschaffen und kennt Deine Schwächen und Fehler. Aber trotz dieser Schwächen hat er Dir Talente anvertraut. Verstehst Du? Anvertraut! Das heisst, er vertraut Dir und schenkt Dir seine Gaben. Trotz Deiner Unvollkommenheit bist Du fähig Seelen für eine Ewigkeit zu retten, bist Du fähig Gutes für die Unendlichkeit zu wirken. Welch grosses Vertrauen setzt Gott in Dich. Er vertraut und baut trotz Deiner Schwachheit auf Dich, damit Du Dich ganz an ihn haltest, an ihn, den Mächtigen, den Allmächtigen, damit Du so mit seinen Talenten wirken und Mächtiges vollbringst.

Also mutig mit Christus in den Kampf stürzen, im Alltag beginnen und um Seelen ringen!

Manuel

CKT-Tref