Gruppenbrief der KJB-Wil im April

Lieber KJBler, Liebe KJBlerin

Es freut mich, Dir wieder einen Brief schreiben zu können. Ich beginne auch gleich, ohne lange bei der Einleitung zu verweilen und nehme Dich mit auf eine kleine Reise. Es ist Sonntagvormittag, das Wetter ist herrlich sonnig und trotz den kalten Temperaturen von letzter Nacht willst Du Dich mit Kollegen treffen, um einen Ausflug auf den Säntis zu unternehmen. Schnell hast Du ein Programm auf den Beinen und es geht mit dem Auto los Richtung Schwägalp. Kurz vor dem Ziel kommt es aber ganz anders, als Dir lieb ist und ein entgegenkommender Lastwagen gerät auf der vereisten Strasse ins Schleudern und rutscht ungebremst in Dein Auto.

Ich möchte hier die Geschichte gar nicht weitererzählen oder mögliche Details anführen, was alles passieren könnte, darum geht es mir gar nicht. Ich möchte Dich nun fragen, wärst Du bereit, vor unseren Herrn hinzutreten? Ich weiss, Du hast schon oft ähnliche Beispiele mit derselben Frage gehört, doch ich möchte sie hier und jetzt trotzdem wieder stellen.

Denke einmal kurz darüber nach, wie die letzten zwei Tage verlaufen sind und wie Du Dein christliches Leben gestaltet hast. Sicherlich hast Du hoffentlich das Morgen- und Abendgebet gemacht und vielleicht auch den Rosenkranz gebetet. Doch nun komme ich mit einer anderen Frage: mit welcher Liebe hast Du dies alles gemacht? Hast Du in den letzten Tagen immer wieder die Schwierigkeiten des Alltags aufgeopfert und alles aus Liebe zu unserem Herrn Jesus Christus getan? Ich möchte, dass Du Dir bewusst nur die letzten zwei Tage vor Augen führst und einmal nachdenkst, was Dir in dieser Zeit schwergefallen ist, was nicht nach Deinem Plan gelaufen ist und was Dich besonders gestört hat. War jemand zu spät oder hat ein anderer etwas vergessen, was er Dir versprochen hat. Hat jemand schlecht über Dich geredet oder Dich verachtet? Und wenn etwas in dieser Art passiert ist, wie hast Du reagiert? Bist Du ruhig geblieben oder hast Du Dir nichts derart gefallen lassen? Und wenn Du auch ruhig geblieben bist, hast Du es aus Liebe zu unserem lieben Heiland gemacht, hast Du dem Zwischenfall einen ewigen Wert verliehen, in dem Du es aufgeopfert hast?

Genau auf diesen Punkt will ich nämlich hinaus. Wir KJB-ler denken oft, es wäre damit getan, einfach alles was von uns gefordert wird, zu erledigen und damit hat es sich. Wir sind überzeugt, dass wenn wir sonntags in die Kirche gehen, Morgen- und Abendgebet verrichten und auch das Tischgebet und die KJB-Gebete nicht unterlassen. Doch genau hier kommt das ABER.

Die Bibel schreibt uns, « wenn wir einen Glauben hätten, dass wir Berge versetzen könnten, hätten aber die Liebe nicht, es würde uns nichts bringen» Ja was heisst denn das?

Auch ich habe mit solch grundsätzlichen Fragen Mühe und deshalb will ich Dir meine Gedanken dazu mitgeben.

All diese Pflichten, die Du hier auf Erden hast, sollen Dir auf dem Weg helfen, immer vollkommener zu werden. Sie helfen Dir, Deine Freiheit «im Glauben» richtig zu nutzen. Freiheit heisst, dass Du innerhalb des Guten den Weg selber wählen darfst. Doch Du bist verpflichtet, diese Freiheit richtig zu nutzen. Unser lieber Heiland hat Dich so lieb, dass er Dir den freien Willen lässt, doch Du solltest diesen Handlungsspielraum nutzen, um Ihm zu beweisen, wie sehr Du Ihn liebst. Ihn zu lieben bedeutet nicht, dass Du mürrisch oder nur wegen dem schlechten Gewissen Deine Pflichten erledigst. Liebe bedeutet, aus freiem Herzen Dich für Ihn zu entscheiden, aus Liebe Deine Pflichten wahrzunehmen, indem Du immer wieder alle Gelegenheiten nutzest, welche unser Herr Dir im Alltag zur Überwindung oder zum Opfer gibt. Bemühe Dich, immer wieder bewusst zu werden, wozu wir hier auf Erden sind. Versuche, keine Gelegenheit zu verpassen, Ihm aus Liebe alles darzubringen. Es fängt schon beim Morgengebet an. Versuche einmal, das Morgengebet aus voller Liebe zu beten, darin schon den ganzen Tag in die Hände Gottes zu legen und schon im Voraus alles aufzuopfern, was Dir noch begegnen wird. Weiter über den Tag werden Dir bestimmt noch viele Möglichkeiten geboten werden, um etwas aufzuopfern, etwas ganz bewusst aus Liebe zu unserem Heiland zu tun. Oder überlege Dir mal, was Dir jeden Tag besonders schwerfällt, bzw. welche Schwierigkeiten sich immer wiederholen, bei denen Du immer wieder anstösst. Merke Dir diese Stolpersteine auf Deinem Alltagsweg und gehe sie bewusst an, mache sie zu Deinen Lieblingsmomenten, weil Du genau da die Liebe zu unserm lieben Heiland beweisen kannst.

Besonders in der Passionszeit sollst Du Dir Mühe geben, alle Laster zu entfernen, Deine Liebe zu Gott immer wieder zu bekräftigen, um auf Ostern vorbereitet zu sein, damit Jesus Christus in Deiner Seele wieder auferstehen kann, noch grösser und mit noch mehr Gnaden als je zu vor.

In diesem Sinne wünsche ich Dir noch viel Kraft und Gnaden, um die Fastenzeit bestens zu nutzen, um dann an Ostern ein ganz frohes und erfüllendes Fest in unserem Heiland Jesus Christus feiern zu dürfen.

Es grüsst Dich Urban