Gruppenbrief der KJB-Wil im Dezember

Liebe KJB-ler
Zu Beginn möchte ich eine altbekannte Frage in den Raum werfen:
„Wozu ist der Advent gut?“
Um diese Frage zu beantworten muss man sich zuerst überlegen, was nach dem Advent kommt und was das zu bedeuten hat.

Weihnachten, die Geburt Jesu, der Beginn unserer Erlösung. Mit diesem Ereignis beginnt Gott hier auf Erden das Werk seiner Erlösung, das grösste Werk das er für uns getan hat. Diese Erlösung will Gott jedoch nicht alleine, sondern mit uns zusammen vollbringen. Wir sollen uns an unserer eigenen Erlösung beteiligen. Bekanntlich beginnt das Kirchenjahr, welches so zusagen das gesamte Erlösungswerk in einem Zyklus von einem Jahr wiedergibt, mit dem Advent, dann kommt Weihnachten usw. Der Advent ist also die Vorbereitung auf den Beginn des Kirchenjahres oder eben der Erlösung.

weihnachtenEine Stimme (Johannes der Täufer) in der Wüste sagt: „Bereitet den Weg des Herrn vor, macht gerade seine Pfade“ (Markus 1,3). Dieser Satz dürfte bereits bekannt sein. Jedoch sollte man ihn sich erneut auf der Zunge zergehen lassen. Was bedeutet es, den Weg des Herrn vorzubereiten, seine Pfade gerade zu machen? Welchen Weg geht der Herr? Welchen Weg er in seinem Leben gegangen ist wissen wir bereits. Nun beschreitet er ihn aber weiterhin, geistigerweise durch uns. Wir sind es, die seinen Weg mit Ihm, für Ihn und durch Ihn weitergehen sollen. Wenn wir also den Weg des Herrn bereiten, müssen wir unsere Herzen vorbereiten, unser Inneres, unsere Einstellungen und letzten Endes auch unser Handeln nach Ihm ausrichten. Jesus sagt selber: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater ausser durch mich.“ (Joh. 14,6)

Wenn wir uns also auf dieses Ereignis vorbereiten sollen, ist es ratsam vorher zu überlegen, wie man das am besten tut. Man sollte selber einiges an Erkenntnis gewinnen, um dann nach diesen Erkenntnissen zu handeln. Nun erlangt man diese Erkenntnisse aber nicht einfach so. Sie müssen erarbeitet werden durch lesen, nachdenken und sich immer wieder zu fragen, was Gott von uns möchte. Dies erfordert einiges an Zeit, denn noch kein Meister ist vom Himmel gefallen. Ausserdem ist es nur möglich die Stimme Gottes zu hören, wenn man in Ruhe ist. Der Wunsch des Teufels ist es möglichst viel Unzufriedenheit und Lärm zu produzieren, was den Geist des Menschen auf die täglichen Sorgen und Attraktionen fixiert, um ihn so daran zu hindern über das wesentliche in seinem Leben nachzudenken.

In der Zeit des Advents ist es also ratsam, sich möglichst viel Ruhe zu verschaffen, die unnötigen Ablenkungen und Lärmquellen zu meiden um sich so einige ruhige Gedanken machen zu können. Ruhe ist dabei das alles entscheidende Kriterium, denn ohne sie werden wir unseren Kopf kaum genügend weit über die Wasseroberfläche halten können um uns einen Überblick über unser Leben zu verschaffen und ohne diesen Überblick ist eine gute Vorbereitung auf das grosse Fest nur sehr schwer zu erreichen oder gar unmöglich. Ich möchte euch herzlich dazu ermuntern, euch etwas Ruhe zu verschaffen um die Ankunft des Herrn vorzubereiten. Leider gibt es hier auf dieser Welt nichts Gratis, weshalb es einiges an Mühen mit sich bringen wird. Doch je grösser die Mühen, desto Grösser der Lohn.

Mit herzlichen Grüßen
David