Gruppenbrief der KJB-Wil im Februar

Liebe KJB’ler

Die etwas andere Diät

Da es ums Essen geht, dürften jetzt wohl alle Ohren gespitzt sein. Doch leider muss ich euch schon enttäuschen. In diesem Brief soll es weniger um Küchenrezepte und Tipps zum Abnehmen gehen, sondern vielmehr darum, aus der Fastenzeit so viel wie möglich rauszuholen.

Das Warum eines Fastenplanes sollte eigentlich jedem sehr schnell klar werden. Kurz vor Aschermittwoch machen sich viele von uns (was man zumindest annehmen kann oder sollte) Gedanken über die Fastenzeit. Man malt sich die schönsten Opfer und Entsagungen aus, und sieht sich schon eher im Himmel als auf Erden. Doch allein vom Träumen kommen wir unserem Ziel gewiss nicht näher. Damit es aber nicht (wie es vielleicht schon öfters der Fall war) allein beim guten Willen bleibt, ist es von grossem Vorteil, sich an etwas Konkretem festhalten zu können.

Wenn ihr (wie ich auch) zu jenen gehört, bei welchen oft der Plan erstellt wird, aber die Durchführung unterbleibt, möchte ich euch folgende drei Tipps geben. Diese werden euch jedoch einiges an Überzeugung und Demut kosten.

Es geht mir nicht darum aufzuzählen, was man alles fasten könnte, bzw. auf welche Speisen man verzichten könnte. Denn dies wisst ihr selber am besten. Vielmehr möchte ich euch zeigen, wie man es anstellen könnte, damit man den Plan (den Fastenvorsatz) besser einhält.

Wählt euch eine Person aus, zu welcher ihr ein grosses Vertrauen habt. Es kann auch euer Beichtvater oder Seelsorger sein. Erzählt dieser Person, was ihr euch während der Fastenzeit vorgenommen habt, und bittet sie, euch regelmässig an euren Plan zu erinnern oder nachzufragen, wie es läuft. Niemand hat es gerne, wenn sein Gegenüber bemerkt, wie schwach man ist. Man wird sich automatisch noch mehr Mühe geben, um bei der nächsten Nachfrage nicht schon wieder die gleiche Antwort geben zu müssen.

Einige fragen sich jetzt vielleicht, ob man dann auch noch aus den richtigen Gründen an sich arbeitet. Ich denke aber, dass dies kein Hindernis für eine gute Fastenzeit darstellt. Vielleicht macht man es dann nicht rein aus übernatürlichen Gründen. Aber das verlangt ja niemand, auch der liebe Gott nicht.

Wichtig ist es, sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass es sich bei diesem Plan nicht um ein Abhaken einer Liste von Pflichten geht, sondern darum, sich möglichst gut auf Ostern vorzubereiten.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, mit einer Person zusammen während der Fastenzeit an einer Sache zu arbeiten. Fragt zum Beispiel euren Bruder/eure Schwester ob sie/er mit euch zusammen die gleiche Sache ins Auge fasst. Zum Beispiel, dass ihr keine Filme anschaut, dass ihr jeden Morgen zusammen eine kurze Betrachtung verrichtet oder dass ihr täglich zusammen den Rosenkranz betet. Zu zweit ist man viel stärker als alleine.

Bei diesen Tipps müsst ihr über euren Schatten springen, aber ich kann euch aus eigener Erfahrung verssichern, dass es mit Unterstützung um einiges einfacher ist, als wenn man sich alleine durchschlagen will.

Den letzten kleinen Tipp haben wahrscheinlich viele von euch schon mal gehört. Hängt euch einen „Post-it“ mit kleinen Erinnerungssätzen auf. Zum Beispiel an euren Spiegel, damit ihr euer Morgengebet nicht vergesst. Oder an den Süssigkeiten-Schrank eine kleine Notiz mit „Nach der Fastenzeit schmeck ich besser“. Oder an euren PC ein kleiner Hinweis, um nur das Wichtigste zu verrichten.

Wichtig ist es nicht, möglichst viele davon aufzuhängen, sondern, dass man die, welche man aufhängt auch wirklich jeden Tag zu Herzen nimmt.

Auch wenn es etwas andere Hilfestellungen sind, als ihr erwartet habt, hoffe ich, dass sie dem einen oder anderen die Fastenzeit „erleichtern“ werden.

Mit dem bekannten Spruch „Stark sein bedeutet nicht, nie zu fallen. Stark sein bedeutet, immer wieder aufzustehen.“  wünsche ich Euch eine gnadenreiche Fastenzeit und viel Ausdauer.

Mit besten Grüssen,

Anna