Gruppenbrief der KJB-Wil im März

Liebe Jugendliche

Viel zu schnell vergeht die Zeit. So ist bereits die Hälfte der Fastenzeit vorüber. Vielleicht hast du Dir bereits einen Fastenvorsatz gefasst. Wenn nicht, ist es nicht zu spät.

Was sagt der Katechismus zum Fastengebot?

„Die Kirche hat das Fastengebot gegeben,

  1. damit wir uns selbst beherrschen und die bösen Begierden bezähmen,
  2. damit wir für unsere Sünden Busse tun und neue Gnaden erlangen,
  3. weil Jesus selbst gefastet und uns dazu aufgefordert hat.“

In der Fastenzeit haben wir also die Möglichkeit uns am vierzigtägigen Fasten Christi zu beteiligen. Auch wollen wir an Seinem grossen Leid in der Karwoche etwas mittragen. Durch den Verzicht opfern wir uns Ihm auf und öffnen Ihm dadurch unsere Herzen.

Der Verzicht auf Speisen ist dabei der gebräuchlichste und oft auch der am meisten unterschätzte. Vor allem dann, wenn man sich gewöhnt ist, im Verlauf des Tages öfters etwas Kleines zu essen.

Natürlich fasten wir nicht nur für uns selbst, um vielleicht Kalorien zu verlieren, sondern wir sollen dieses Opfer speziell für Gott bringen. Wichtig ist hierbei, dass der Verzicht bewusst geschieht. Am einfachsten kann dies geschehen, wenn du auf ein tägliches Genussmittel verzichtest, so z.B. auf den Kaffee. Der Verzicht ist ganz ein Geschenk für Gott. Selbst hast du wahrscheinlich weniger davon, ausser einer höheren Müdigkeit. Indem du dieses für Dich wichtige Ritual aufgibst, machst du Platz für den Willen Gottes, denn du musst bewusst auf deinen eigenen Willen verzichten. Verglichen mit Gottes Opfer für uns ist dieses Opfer natürlich lächerlich, aber wer sind wir schon, uns mit Gott zu vergleichen?

Wenn du vielleicht schon länger mit einer Angewohnheit brechen willst, ist es möglicherweise der beste Weg damit aufzuhören, das als Fastenopfer aufzuopfern.

Doch was mit der frei gewordenen Zeit anfangen? Soll ich jetzt später aufstehen oder länger auf das Handy schauen? Es braucht also irgendeinen Ersatz. Gerade bei einem erfolgreichen Verzicht stellt sich ein gutes Gefühl ein, etwas Gutes aus Liebe zu Gott getan zu haben. Warum nicht diese Energie nutzen, um in dieser Liebe zu Gott wachsen?

Wieso nicht, wenn man schon daran ist, seinen Willen zu stärken, auch den Verstand schärfen? Und was eignet sich dazu besser als ein gutes Buch? Doch oft ist schon der Gedanke, ein Buch lesen zu müssen, mühsam. Und was soll ich überhaupt lesen?

Bibel-longIch denke ein Buch, welches ohne grosse Mühe zu Hand genommen werden kann, ist die Hl. Schrift. Diese bietet einem so viele Möglichkeiten, im Erkennen von Gottes Allmacht und Liebe zu wachsen. Gleichzeitig schaffen wir uns die Möglichkeit, Gott dadurch mehr zu lieben. Das Wunderbare an der Bibel ist, dass man nicht unbedingt 20 Seiten lesen muss, sondern es kann auch nur ein kurzes Kapitel aus einem der Briefe von Paulus sein. Mit der Hilfe des Hl. Geistes kann das Gelesene einem auch den ganzen Tag hindurch begleiten und helfen, diesen besser und zielgerichteter zu füllen.

Ich wünsche Euch in diesem Sinne eine gnadenreiche Fastenzeit und viel Kraft, Eure Vorsätze durchzuhalten. Ostern kommt bald! Zum Schluss noch ein Zitat von Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.“

Fabian