Gruppenbrief der KJB-Wil im März

Leiterspiel
Lieber KJB’ler, liebe KJB’lerin

1. Wenn Du keine Lust hast, diesen Brief zu lesen, rücke bitte gleich vor bis 16.

2. Wenn die Teilnahme an der Gruppenstunde für Dich eine Selbstverständlichkeit ist, gehe zu 4. Wenn Du bei der Gruppenstunde ab und zu mal fehlst, gehe zu 3. Wenn Du nie oder fast nie zu den Gruppenstunden kommst, rücke vor bis 8.

3. Wenn der Grund mehrheitlich darin liegt, dass Du von Beruf oder Ausbildung müde bist oder am nächsten Tag früh aufstehen musst, geht es weiter bei 4.Wenn der Grund mehrheitlich darin liegt (bitte ehrlich beantworten), dass Du keine Lust hast, rücke vor zu 8.

4. Wenn Du die tägliche Wachestunde1 normalerweise hältst: Danke vielmals! Du tust dadurch viel mehr für die KJB als ich durch das Schreiben dieses Briefs! Weiter bei 5. Wenn Du die tägliche Wachestunde meistens vergisst: Mach Dir eine Erinnerung auf dem Handykalender (Terminserie mit Erinnerungsfunktion). Erwecke einfach immer wieder die Absicht, die Wachestunde zu halten und aufzuopfern. Die beste Gelegenheit dazu bietet das Morgengebet. Gott nimmt das an! Das zählt für ihn! Selbstverständlich ist für DICH die Wirkung noch besser, wenn Du es bewusst machst. Weiter bei 5.

5. Wenn Du die KJB-Gebete treu betest: Gratulation! Zwar siehst Du nichts von der Wirkung, aber sei Dir sicher: Durch Dein Beten ziehst Du viele Gnaden auf die KJB und die ganze Kirche herab und Du hilfst anderen Jugendlichen, die gerade dringend Hilfe und Unterstützung benötigen. Weiter bei 7. Wenn Du die KJB-Gebete öfters nicht betest, gehe zu 6.

6. Wenn Du mit dem Beten Mühe hast, liegt es wahrscheinlich daran, dass das Beten eher ein „Müssen“ ist. Es ist nicht ein persönliches Sich-Austauschen mit Gott. Stattdessen lässt es einen innerlich kalt und man hat fast das Gefühl, die Zeit sei verschwendet. Bitte frag Deinen Beichtvater oder sonst einen Priester, damit er Dir zu einem persönlichen Gebet verhilft. Du kannst Deinem Leben kaum eine grössere Wohltat erweisen. Weiter bei 12.

7. Wenn bei Dir die Betrachtung noch etwas Seltenes ist, frage bitte einen Jugendlichen mit Erfahrung oder einen Priester um Rat. Er wird Dir gerne helfen. Weiter bei 12. Wenn Du Dich, um eine tägliche Betrachtung bemühst, gratuliere ich Dir. Du legst die Grundlage für ein glückliches Leben. Bei Schwierigkeiten frage um Rat. Denk daran, dass das persönliche Zwiegespräch mit Gott / dem Heiland / der Muttergottes das Wichtigste ist. Betrachtungstexte und -Bücher sind nur „Krücken“, die uns dazu verhelfen sollen. Weiter bei 12.

8. Offensichtlich zieht die KJB Dich nicht besonders an.   Falls das daran liegt, dass Du Dich störst, dass man in der KJB „so tut, als könne man nur als KJB’ler gut katholisch sein“, gehe bitte zu 9. Falls das daran liegt, dass nach Deiner Ansicht in der KJB zu viel Druck auf die Mitglieder gemacht wird und zu viele Dinge als Verpflichtung vorgeschrieben sind, gehe bitte zu 10. Falls das daran liegt, dass es nach Deiner Ansicht in der Gruppenführung momentan „zu wenig Zug“, „zu wenig Klarheit“ oder „keine klare Linie“ gibt, gehe bitte zu 11.

9. Dein Ziel ist der Himmel. Dorthin kannst Du auch ohne die KJB gelangen, das ist richtig. Aber ohne KJB kommst Du nicht gleich leicht dorthin! Das möchte ich kurz erklären: Du kannst nicht in den Himmel kommen, ohne heilig zu werden. Es ist aber schwierig, allein auf sich gestellt den Geboten treu zu sein. Eine Gemeinschaft Gleichgesinnter ist eine riesige Unterstützung. Dazu kommt noch das Folgende: Gott verlangt von uns nicht ausserordentliche
Werke. Es genügt ihm, dass wir das Einfache und Gewöhnliche besonders gut tun. Genau dazu leitet uns das KJBProgramm an. Daher kann man sagen: Das KJB-Programm ist ein sicheres Mittel zur Heiligkeit! Weiter bei 12.

10. Durch den Führungswechsel in der Gruppe Wil hat sich auch die Art der Führung sehr geändert. Es würde mich sehr interessieren, wo und in welchen Bereichen in den letzten Monaten zu viel Druck ausgeübt worden ist. Wenn Du gewisse Dinge nicht verstehst, offen und ehrlich nach Lösungen strebst, dann such das offene Gespräch. Wenn Du aber meinst, das KJB-Programm verlange zu viel von den Mitgliedern und man fordere von den Mitgliedern zu sehr die Einhaltung des Programms ein, möchte ich von Dir wissen, wie Du Dir das Funktionieren eines „Vereins“ vorstellst, dessen Mitglieder die Satzungen nicht einhalten. – Wenn Du Dich nicht ändern möchtest: Wäre es nicht ehrlicher, aus der KJB auszutreten, als dabei zu sein und gleichzeitig die Grundlagen abzulehnen bzw. nicht dahinter zu stehen? Weiter bei 12.

11. Ich habe zwei Fragen an Dich: Erstens: Vor zwei Jahren wurde bei der Umfrage von diversen Mitgliedern gesagt, es werde zu viel Druck ausgeübt und es sei schlecht, dass so vieles verpflichtend sei. Es würden sich viel mehr Leute melden, wenn die Aktionen freiwillig statt verpflichtend wären oder wenn man bei der Suche nach Helfern für einen Anlass nicht so Druck machen würde. In den letzten Monaten wurde jeweils ganz höflich und unverbindlich nach Helfern oder Teilnehmern für eine Aktion gefragt mit dem Ergebnis, dass sich jeweils nur sehr wenige gemeldet haben. Kannst Du mir das bitte erklären? Zweitens: Wenn es Dich stört, dass nach Deiner Ansicht zu wenig klar geführt wird: Warum ziehst Du Dich dann zurück statt Deine Talente zum Wohl der ganzen Gruppe einzubringen? Warum nimmst Du die Verantwortung, die Du als Gruppenmitglied hast, nicht wahr? Weiter bei 12.

12. Wenn es für Dich klar ist, dass Du ausschliesslich bei der Priesterbruderschaft St. Pius X. die Messe besuchst, gehe weiter zu 13.  Wenn Du Dir sagst, man solle nicht so eng oder engstirnig sein, es gebe ausser unserer Priesterbruderschaft ja noch andere Gemeinschaften, die auch die tridentinische (die „alte“) Messe feiern würden, gehe weiter zu 14.

13. Du hast Recht! Bleibe treu und lass Dich nicht aus der Ruhe bringen! Ein Argument mag Dir eine grössere Sicherheit in dieser Haltung geben: Wir schulden dem Papst Gehorsam, ausser wenn er von uns etwas verlangt, was schlecht, d. h. sündhaft ist. Die von der Liturgiereform 1969 hervorgebrachte Neue Messe ist so gemacht, dass sie nach und nach den Glauben der Gläubigen zerstört. Aus diesem Grund haben wir sie immer als etwas Schlechtes kategorisch abgelehnt. Wenn man sie grundsätzlich annehmen würde, würde man dadurch zu einem blossen Liebhaberverein für die alte Liturgie, indem man die Neue Messe gutheisst, die alte Messe einfach noch schöner und besser findet. Dass es die tridentinische Messe heute noch gibt und sie sich wieder ausbreitet, verdankt die Kirche Erzbischof Lefebvre und der von ihm gegründeten Priesterbruderschaft St. Pius X. Rücke vor zu 15.

14. Unsere Haltung ist die der unverbrüchlichen Treue zum katholischen Glauben aller Zeiten. Dazu gehört neben der Verkündigung des wahren Glaubens auch das Hinweisen auf die Irrtümer, die das Heil der Seelen gefährdet. Der Hirt muss den Wolf fernhalten, mit anderen Worten: die Seelen vor den Gefahren warnen. Die anderen Gemeinschaften, die auch die tridentinische Messe lesen, haben ihre offizielle Anerkennung zum Preis des Stillschweigens erlangt. Sie dürfen die „alte“ Messe lesen, aber sie dürfen die Irrtümer in den Texten des 2. Vatikanischen Konzils oder in den Veröffentlichungen des Papstes nicht mehr kritisieren, zumindest nicht öffentlich. Was gut ist wird natürlich gebührend gelobt, was schlecht ist, nicht erwähnt. Mit der Zeit entsteht der Eindruck, dass eigentlich alles ganz in Ordnung ist und (das ist besonders gefährlich!) dass es gegen die Liebe sei, wenn die Missstände genannt und aufgezeigt werden. Dabei ist es doch ein Zeichen der Liebe, wenn ich jemandem eine versteckte Wunde zeige, damit er sie pflegen und heilen lassen kann… Kämpfe um die Treue im Glauben – nicht nur in der Theorie, sondern auch in ihrer Umsetzung im alltäglichen Leben als Jugendlicher der katholischen Tradition! Wenn Fragen aufkommen, greife zu Büchern zum entsprechenden Thema, die Dir weiterhelfen. Weiter bei 15.

15. Leg Deine ganze Freude in unseren heiligen Glauben und LEBE die heilige Messe! Versuch Dich im Alltag immer wieder mit Christus zusammen aufzuopfern. Der Weg zu einem zufriedenen, glücklichen und erfüllten Leben führt nur durch die Grossherzigkeit, die sich hinschenkt für Gott und die Mitmenschen! Weiter bei 16.

16. Ich wünsche Dir alles Gute und Gottes reichsten Segen!

Herzliche Grüsse

P. Stefan Pfluger