Gruppenbrief der KJB-Wil im Mai

Der Kampf um das Glück

Liebe KJB-ler/innen

Ich habe das Glück, euch wieder einen Brief widmen zu dürfen. Es ist mein letzter, den ich euch während meiner KJB-Zeit noch schreibe. Darum möchte ich euch noch ein paar Gedanken mitgeben, die mich in den letzten Jahren oft beschäftigt haben.

Wie oft kommt es vor, dass wir uns etwas kaufen, geniessen und anschauen, von dem wir erhoffen, dass es uns glücklicher macht? Und doch dauert es jedes Mal nur eine kurze Zeit, bis unser Interesse daran gestorben ist. Danach richtet sich unser Interesse auf das nächste Ding, welches uns wieder versprechen möchte, dass es uns glücklicher stimmt. Und wir fallen wieder herein. Und so geht es immer weiter. Doch was ist Glück? Was definiert unser Glück?

Das „Glück“, welches im letzten Absatz beschrieben wurde, ist nur vorübergehend, weil unser Verlangen nach etwas, was uns ablenkt, gestillt worden ist. Etwas lenkt uns ab von den Alltagspflichten, hilft uns aus unserem Alltagstrott zu kommen, gibt uns eine Abwechslung. Doch ebenso schnell, wie es uns glücklich gemacht hat, ist es auch wieder verflogen.

Wir merken nicht, dass wir uns in einem Kreis bewegen. Wir suchen ständig den nächsten Kick, es wirkt schon fast wie eine Droge. Wir beneiden jene, welche sich alles leisten können. Wir versuchen selber, andere nachzuahmen, welche uns vorgaukeln, dass sie das Glück besitzen. Doch was wir immer übersehen oder gar nicht sehen wollen, ist die Tatsache, dass diese Menschen, welche anscheinend alle besitzen, innerlich leer und unzufrieden sind.

Einmal hatte ich ein lustiges Erlebnis. Ich erlaube mir, es euch kurz zu erzählen. In der Mittagspause der Polizeischule kam es zu einer Diskussion über den Glauben. Inhalt des Gesprächs war, wie schwierig es doch sei, auf so vieles zu verzichten und dazu noch abstinent zu leben. Ich weiss nicht mehr wie ich auf die Frage kam, doch kurzerhand erwiderte ich, ob sie den glücklicher seien? Darauf konnte man mir keine Antwort geben.

Doch kommen wir zum Thema zurück. Menschlich gesprochen ist Glück ein innerlich empfundener Zustand der Zufriedenheit. Doch wann sind wir zufrieden?

Da fällt mir grad die Jahreslosung ein, welche lautet:

Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir!

Wieso ist denn unser Herz unruhig? Warum glauben wir, unser Herz mit irdischen Dingen ablenken zu müssen? Unser Herz ist unruhig, weil es nicht in Einklang mit unserem Gewissen ist. Es sträubt sich sogar ein bisschen, weil es Angst hat, es könnte vieles verpassen. Doch eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall. Durch das ständige Suchen nach neuen Ablenkungen verpassen wir so viele wichtigen Sachen. Wenn wir ehrlich hinsehen, stellen wir folgendes fest:

– Je mehr Verzicht und Opfer wir bringen, umso reicher sind wir in unserem Herz geworden.

– Je mehr wir uns Christus und seiner Herrschaft unterwerfen, umso freier wird er uns machen.

– Je mehr wir uns ständig um Heiligkeit bemühen, desto glücklicher und zufriedener werden wir.

– Je mehr wir uns in Demut üben, desto mehr gewinnen wir Freunde, welche uns mit Ehrlichkeit und Respekt gegenübertreten.

Oft sagt man uns, dass wir in dieser Welt sind, um zu kämpfen. Dies soll aber nicht bedeuten, dass wir ein Leben lang unglücklich sein sollen. Klar, es werden Prüfungen kommen, die uns das Leben schwieriger machen, doch wenn wir den richtigen Weg gehen, gehen wir gestärkt und noch glücklicher daraus hervor. Darum fasse Mut, deinen Glauben zu leben, dich jeden Tag danach auszurichten. Trete täglich für Christus ein, damit Christus an deinem letzten Tag für dich eintritt.

Es grüsst euch herzlich,

Urban