Gruppenbrief der KJB-Wil im Oktober

Liebe KJB’ler

Warum bin ich hier?weg-zum-himmel

Wieso bin ich, wer ich bin?

Was ist meine Sendung, mein Ziel?

Und weshalb bin ich überhaupt auf Erden?

Wenn der Schöpfer alles genauestens geplant hat, warum hat er mich hier nach Wil geschickt und weshalb in diese, meine Familie?

Lebe ich auch so, wie er es sich wünscht? Wenn nicht, bemühe ich mich um den richtigen Weg?

Habt ihr diese oder ähnliche Fragen schon gehört? Ich vermute es. Die meisten kennen sie bestimmt von den Exerzitien. Das Ziel ist, dass jeder sie kennt und sich eingehend mit ihnen befasst hat. Die Idee des Gründers der KJB war, dass jeder junge KJB’ler an Exerzitien teilnimmt. Leider gerät dieser Grundsatz ein wenig in Vergessenheit.

Bitte nehmt euch innerhalb von zwei Jahren eine Woche Zeit, um Exerzitien zu besuchen. Als Einstieg kann ich euch die Ignatianischen Exerzitien empfehlen. In dieser Woche betrachtet ihr euer bisheriges Leben, das Ziel und eure Zukunft (wichtige Entscheidungen und ihre Folgen). Selbstverständlich wird auch über Gott und das Leben Jesu, sowie das Leiden unseres Herrn referiert. Mitte Woche legt jeder eine Generalbeichte ab und wird dann wie neu geboren zur «Erstkommunion» zugelassen.

Nach den ersten Exerzitien geht es uns ähnlich wie einem Auto: Wir kommen von der Reparatur zurück und sind wieder der vollen Belastung ausgesetzt. Darunter werden einzelne Elemente leiden. Daher bringen wir unser Fahrzeug alljährlich in den Service. So können defekte oder alte Bestandteile ausgewechselt und erneuert werden. Ebenso sollten auch wir uns im geistlichen Leben um die Erneuerung und den Fortschritt bemühen. Dazu sind wiederholte Exerzitien das perfekte Mittel. Sie geben uns Sicherheit im Glauben, Vertrauen auf Gottes Vorsehung und Eifer im alltäglichen Leben. Dort müssen wir das erlernte und erarbeitete Wissen umsetzten.

Nun stellen wir uns die Fragen, was ist unser Ziel und was sind Mittel zum Ziel. Wir dürfen uns nicht die Mittel zum Ziel machen. Das Ziel ist einfach: die Erlangung der Gottesliebe, Gott dienen und in den Himmel kommen. Alles andere sind Mittel zum Ziel. Zurück zum Auto, welches nur ein Mittel ist, um zur Kirche, zum Arbeitsplatz oder zu Verwandten zu gelangen. Daher muss es nicht ein exklusives Gefährt sein.

Der Erwerb und die Pflege dieses Fahrzeuges sollten uns nicht die Zeit mit Gott rauben. Ein anderes Beispiel: Die Beschaffung von Kleidern, welche auch Mittel zum Ziel sind, sollte uns nicht vom eigentlichen Weg abbringen bzw. uns vom Gebet ablenken.

Nach den Exerzitien werden viele Dringlichkeiten aus der Zeit davor als nicht wichtig, oder sogar unnötig eingestuft. So gewinnen wir mit einem Exerzitien-Kurs einen grossen Spielraum an Freiheit und Lebensqualität. Ebenso nimmt das unbeschreibliche Gefühl der Dankbarkeit gegenüber unserem Erlöser zu. Somit steigt unser Interesse, Gott immer ähnlicher zu werden.

Segensreiche Exerzitien wünscht euch

Nicolas aus der KJB Wil