Gruppenbrief der KJB-Wil im Oktober

Liebe KJB’ler, liebe KJB’lerinnen

Jeder Mensch wäre gerne noch etwas zufriedener. Jeder hat auch schon seine Ideen, was geschehen müsste, damit er zufriedener sein könnte. Denn jeder könnte viele Dinge aufzählen, die er gerne anders hätte und die er bisher leider so hinnehmen muss, wie sie sind. Wenn man das doch nur ändern könnte…!

In diesem Brief möchte ich Euch eine Hilfe an die Hand geben, um zufriedener zu werden. Diese Hilfe ist Unsere Liebe Frau von Fatima bzw. ihre Botschaft. Das scheint auf den ersten Blick vielleicht erstaunlich, denn Ihr fragt Euch jetzt möglicherweise: Soll die Muttergottes in meinem Leben jetzt Wunder wirken und mir die unangenehmen Sachen aus dem Weg räumen?

Die Antwort ist: Es gibt nicht nur eine Art, zufriedener zu werden. Die uns liebste ist die beschriebene: Alles Unangenehme ändert sich in Angenehmes. Es gibt aber noch eine andere Art: dass wir das Unangenehme bewusst auf uns nehmen, dass wir uns dem Unangenehmen stellen, dass wir JA sagen. (Und gleich muss ich einem Missverständnis vorbeugen: Das bedeutet nicht, dass wir das Übel gutheissen! Es bedeutet lediglich, dass wir ertragen wollen, was wir nicht ändern können!)

Genau diese Art von JA-Sagen legt uns Maria in Fatima ans Herz. Sie spricht immer wieder von Gebet und Opfer, um Gott zu trösten und Seelen zu retten.

Gott trösten – was für ein erhebender Gedanke! Seelen retten – was können wir besseres tun?

Weiter betont Maria, dass das hauptsächliche Opfer, das von uns in der heutigen Zeit verlangt wird, die treue Erfüllung der Standespflichten ist. Da sind wir mitten im Thema, denn das meiste Unangenehme, das wir tun müssen, obwohl wir lieber nicht möchten, hängt genau mit unserer Standespflicht zusammen. Mit anderen Worten: Wenn wir uns täglich bemühen, unsere Pflichten (in unserem Beruf, in unserer Ausbildung, zu Hause in der Familie usw.) gut zu erfüllen, dann sind wir aktiv und wirksam dabei, Seelen zu retten und Gott zu trösten! Wir brauchen dazu einzig die gute Absicht und ein bisschen guten Willen! Und schon sind wir wirksame Apostel!

Ich bitte Euch: Versucht bitte, auf diese unkomplizierte Art und Weise den Wunsch Mariens zu erfüllen. Ihr selber werdet selber am meisten davon profitieren! Vielleicht hilft Euch der Gedanke, dass Jesus durch die Gnade in Euren Herzen wohnt und durch Euch sein Wirken in der Welt fortsetzen möchte. Eine ganz einfache Alltagstätigkeit wird so zu einer Tat Christi. Sie tröstet Gott und rettet Seelen! Das sind ja genau die beiden Zwecke, für welche die zweite göttliche Person Mensch geworden ist. Durch Euer Bemühen, die Botschaft von Fatima in Eurem Leben umzusetzen, dringet Ihr tiefer ins Geheimnis Christi ein, werdet Ihr besser, reiner – heiliger!

Ich wünsche Euch alles Gute und Gottes reichsten Segen!

Herzliche Grüsse

P. Stefan Pfluger