Herbsttreffen Österreich in Jaidhof

Herbsttreffen in Jaidhof

Am ersten Wochenende im Oktober öffnen sich die Tore des Schlosses Jaidhof: Durch die langen Gänge des Schlosses hört man lebhafte Stimmen und Gelächter erschallen, am Schlossturm kann man Personen in Miniaturform erkennen, das Läuten der Turmglocke kündigt laut an: Die KJB Österreich ist wieder zu Besuch!

 

Nach einem gemütlichen, geselligen Willkommensabend am Freitag gongen uns die Glocken am nächsten Morgen zum Aufstehen: Ein wunderschöner Tag mit herrlichem Wetter, der die Glasfenster der Schlosskapelle zum Strahlen bringen, startet nun, angefangen mit der Betrachtung, dem Morgengebet und der heiligen Messe. Das Vormittagsprogramm ist intensiv in jeder Hinsicht, nicht nur, weil zwei Vorträge am Programm stehen, sondern gerade, weil die Themen selber so spannend und interessant zu werden versprechen. Für das Thema „Herr der Ringe von L. R. R. Tolkien“ haben wir einen Experten auf diesem Gebiet zu Gast, Hw. Pater Becher, der uns nicht nur die christlichen Motive und Symboliken des Romans sowie die Personifizierungen der Protagonisten aufschlüsselt und erklärt, sondern auch eine kritische Bewertung zwei weiterer fiktionaler Romane – Chroniken von Narnia und Harry Potter – vornimmt. Das Ergebnis dieses Vortrags ist: Wer „Herr der Ringe“ noch nicht gesehen hat, der ist jetzt begeistert worden. Und wer ihn schon gesehen hat, der schaut ihn wieder, diesmal aber unter einem ganz anderen Blickwinkel.

In dem zweiten Vortrag lernen wir nun „unsere Familie“ kennen, so drückt es Hw. Pater Frey aus. Wer damit gemeint ist, ist uns zuerst auch ein Rätsel, aber schon bald verstehen wir als Bewohner der ehemaligen Donaumonarchie, dass dabei unsere Kapellen und Niederlassungen in den Nachbarländern, die von Österreich aus betreut werden, gemeint sind. Die Entwicklungen dort sind überaus positiv zu verzeichnen, denn zu den vorherig schon bestehenden Ländern wie Südtirol, Tschechien und Ungarn, ist nun auch Kroatien dazugekommen und überall ist ein Wachstum an Kapellen und Gläubigen zu verzeichnen. „Unsere Familie“ wird also immer größer!

 

Am Nachmittag lockt uns die Sonne nach draußen zur Ruine Dürenstein, einer mittelalterlichen Festung aus dem 12. Jahrhundert, die einen prachtvollen Panoramablick über die Wachau verspricht. So manch einer, der sich vorsichtshalber eine Jacke mitgenommen hat, kommt beim Anstieg zum Schwitzen. Auch wenn wir die herrliche Aussicht gebührend genießen können, der Weg zur Ruine bliebt uns verwehrt: Eine falsche Abzweigen in den Wäldern kann hier schon zum Verhängnis werden und so ist es uns nur vergönnt, einen stundenlangen Rundgang rundherum zu machen, die Ruine können wir aber nur von der Ferne grüßen. Diese geschichtsträchtige Burg ist deshalb so berühmt, weil hier der englische König Richard Löwenherz (Richard I von England) gefangen gehalten wurde. Die Sage erzählt (nicht ganz wahrheitsgetreu), dass Richard Löwenherz ein Jahr lang auf Burg Dürnstein in Gefangenschaft gehalten wurde. Lange Zeit war seinem Volk sein Aufenthaltsort unbekannt und man wähnte Richard Löwenherz bereits gestorben. Von seinem treuen Diener Blondl in der Wachau gefunden wurde Richard Löwenherz nach der Zahlung eines hohen Lösegeldes wieder frei gelassen.

Abgerundet wird der Tag mit dem Besuch eines Heurigen, einer urigen Gaststätte, wo wir bei einer „Brettljausn“ und einem Glaserl Wein den Abend ausklingen lassen.