Mein Ausflug nach Freiburg

Unter mir sehe ich Freiburg. Ich bin auf dem Weg zum alljährlichen Gebetszug der KJB gegen Abtreibung.
Es ist der Freitag der Kaderschulung in der Osterwoche. Doch nicht nur die KJBler. Die auf Kaderschulung sind, machen sich auf den Weg nach Freiburg. Auch andere Gläubige sind unterwegs um für das Leben der ungeborenen Kinder zu beten.

Dort angekommen versammeln sich alle vor der ehemaligen ProFamilia Zentrale um einer kleinen Willkommensrede von Pater Reiser zuzuhören. Schon jetzt werden die Gegendemonstranten immer wieder etwas lauter. Die circa 160 Gläubigen lassen sich davon aber nicht unterkriegen. Immer wieder blicke ich zu meinen Kollegen aber sie versichern mir, dass trotz der angespannten Stimmung der Gläubigen, alles im grünen Bereich ist. Meine Kollegen und ich haben größte Bemühungen, dass keiner der kleinen Teufelchen herüberspringt und eine negative Stimmung verbreitet. Als der Kreuzweg beginnt merkt man aber deutlich, was für eine große Last von den Gläubigen abfällt, weil sie die Gegenwart Gottes und auch die Anwesenheit von uns Engeln und den Heiligen spüren. Mittlerweile kommen immer öfter Zwischenrufe, die gegen die Gläubigen sind, oder hier und da wird ´mal gelacht, weil sie die Aktion lächerlich finden. Jetzt ist eindeutig die negative Energie auf der Seite der Gegendemonstranten zu spüren. Der Gebetszug für das Leben der ungeborenen Kinder, die abgetrieben werden, beginnt.

Die Gläubigen setzen sich in Bewegung und trotz der hohen Lautstärke der Gegendemonstranten singen und beten sie kräftig mit. Immer wieder muss sich die Polizei einschalten und aufdringliche oder aggressive Gegendemonstranten zurückhalten.

Auf ihren Schildern schreiben sie Sprüche wie „My body. My choice.“. Doch sowohl die Schilder als auch die Zwischenrufe halten die Gläubigen nicht vom Beten und Singen ab. Sie spazieren singend und betend durch die Freiburger Innenstadt. Man spürt deutlich die angespannte Stimmung auf Seiten der Betenden. Immer wieder werden Beleidigungen oder Sprüche wie „Für die Freiheit, für das Leben, Pius von der Straße fegen.“ dazwischengerufen. Auch gegen Ende, als Frau Angelika Doose (Aktion Lebensrecht für Alle) am Raubrunnen der Freiburger Innenstadt eine Abschlussrede hält, werden die Gegendemonstranten immer wieder lauter und schwenken ihre Fahnen oder lassen hier und da ein, mit Helium gefülltes, Kondom in die Lüfte steigen. Sie hören Frau Dooses Rede, in der sie deutlich betont, dass man den Schwangeren helfen soll die Kinder zu bekommen und sie nicht zum Abtreiben zu ermuntern , gar nicht erst zu sondern lassen währenddessen über Lautsprecher laute Musik laufen. Dabei geht sie auch darauf ein, dass man später ein schlechtes Gewissen haben wird, wenn mein sein Kind abtreibt und es somit dem Leben entzieht. Sie betont auch die vielen Unterstützungsmöglichkeiten, die Schwangere und junge Mütter in Anspruch nehmen können.

Als Frau Doose ihre Rede beendet hatte unterhalten sich die Gläubigen noch. Nach und nach löst sich die Menge auf. Auch die KJBler machen sich auf den Weg zurück nach Porta Caeli, womit das Rennen um die besten Plätze bei dem anschließenden Abendessen beginnen kann.
Wieder ist ein weiterer Gebetszug geschafft, bei dem die Gläubigen, trotz der vielen Schwierigkeiten, für das Leben der ungeborenen Kinder, die abgetrieben werden, beten konnten. Möge Gott dieses Gebet erhören.