Perkunos Blitz und der Donner des Ordens

Perkunos Blitz und der Donner des Ordens

Theater der KJB Luzern

Unsere KJB-Gruppe Luzern soll wieder einmal ein Theater spielen, da das letzte (Aram Bela) schon einige Zeit zurückliegt. Doch was sollen wir spielen? Diese Frage beschäftigt uns lange. Doch da kommt unser Chef Patrik mit Herrn Noser (ein Marienritter) in Verbindung und dieser stellt ihm und später auch der ganzen KJB-Gruppe ein Theaterstück über die Marienritter vor. Die KJB-Leitung entscheidet dann, dass wir dieses Theater aufführen werden, und so wird dann angefangen, die Rollen zu verteilen. Doch das erweist sich als nicht ganz leicht, denn die handelnden Personen sind ausschliesslich Männer. So müssen sich fast alle verfügbaren Leute der harten Realität stellen, und im Sommer 2017 wird dann der Startschuss gegeben, dass wir mit dem Auswendiglernen der Texte beginnen können.

Bald kommen dann im Herbst die ersten Proben, in denen es erst einmal um den Text und um das Zusammenspiel geht. Doch eines steht fest: Wenn das so weitergeht, müssen die Zuschauer bei den Aufführungen ein paar faule Eier oder Tomaten dabeihaben! Unser Regisseur René hat die liebe Mühe mit uns: „Besser ar-ti-ku-lie-ren! Bitte lauter sprechen! Nicht mit dem Rücken zum Publikum! Das muss echter wirken!“

Wir machen so einmal alle fünf Akte durch, bis wir dann kurz vor Weihnachten die Kostüme bekommen. Und dann geht’s los: In Kostümen wirkt alles viel echter; und das sind ja nicht irgendwelche Kostüme, das sind echte Rüstungen, und mit denen fällt es auch uns viel leichter, uns in unsere Rollen zu versetzen.

Nach Weihnachten gibt es dann noch zwei Hauptproben, bei denen wir das ganze Theater am Stück spielen. Und vieles gelingt jetzt besser.

Und dann kommt die Premiere in Luzern am 6. Januar 2018. Wir Schauspieler warten gespannt und aufgeregt im Nebenraum, während Patrik / Gunnar von Osterna die Zuschauer willkommen heisst und ihnen noch letzte Ratschläge gibt, bevor dann der Vorhang aufgeht und wir unser Bestes geben können.

Es beginnt in einem Saal der Marienburg, dem Sitz der Marienritter. Der Komtur schickt einen zuverlässigen jungen Ritter in ein Land, in welchem das Christentum erstickt im barbarischen Götzenkult, nach Helaland. Hier lernt der Ritter Georg auch schon einen ersten Bewohner von Hela kennen: Guntram von Seeburg. Dieser klagt im Namen seines Vaters, Ritter Frederik von Seeburg die Herren von Osterna des Fischraubs an. Diese zwei Geschlechter sind nämlich Todfeinde. Denn der Vater der Osternasöhne raubte die Frau des Seeburgers, im Gegenzug tötet der Seeburger den Herr von Osterna und befreite seine Frau. Von da an hetzt der Götzenpriester Crywe die Osternasöhne zur ständigen Rache auf.

Georg kommt also mit seinem treuen Knappen Konrad nach Hela und lernt die Herren von Osterna, Etzel und Gunnar, kennen. Diese entpuppen sich als seine Brüder, wovon Etzel aber überhaupt nicht begeistert ist, denn Georg will den Götzendienst und dem Strandraub (Seeleute in Seenot werden falsch geleitet und dann gefangen genommen, um Frondienst zu leisten) auf der Insel Einhalt gebieten. Bei ihrem ersten Treffen kam es zu einem Schwertkampf. Zuvor hat Georg schon Gefangene getroffen, von denen er gehört hat, dass der Hauptschuldige an diesen Missstände der Götzenpriester Crywe ist. Dieser verlangt von Etzel bedingungslose Treue, die dieser in seiner Verblendung ihm gibt.

Es kommt zu einem weiteren Streit auf der Burg der Osternabrüder. Georg besteht auf seinen Forderungen und auch Etzel will nicht nachgeben. Gunnar ist hin- und hergerissen. Einerseits liebt er den wiedergefundenen Bruder, aber er will auch nicht den Götzen abschwören. Nun will Georg den Komtur bitten, selbst herzukommen und Gericht über die Helaleute zu halten.

Während Georg noch in seinem Zimmer seiner himmlischen Herrin Maria betet, dass sich seine Brüder bekehren, kommt Konrad mit der Nachricht, dass er den Götzenhain entdeckt hat, wo der Götzenpriester Crywe bald ein Opfer darbringen wird. Sie brechen sofort auf.

Unterdessen treffen sich die wichtigsten Männer von Helaland im heiligen Hain mit Crywe zusammen, der sie auffordert zu schwören, Georg auf Geheiss der Götter sofort zu töten. Gunnar widersetzt sich diesem Schwur, worauf die Götter ihr Urteil ändern. So soll Georg gefangengenommen werden.

Danach lässt Crywe den Jüngsten Sohn des Seeburgers bringen, den er gefasst hatte, um ihn den Göttern zu opfern. Crywe will gerade zustechen, da kommt Georg mit seinem Knappen und unterbrechen die heidnische Versammlung und zerstören den Götzen. Georg fordert Etzel auf, den Crywe gefangenzunehmen und für das Gericht des Komturs bereitzuhalten. Auch fordert er den Jungen auf, mit seinem Vater auch zum Gericht zu kommen.

Als dann der Komtur eingetroffen ist, lösen sich die Verwicklungen auf: Crywe ist der Onkel der Osternasöhne, also auch von Georg. Er will aber fliehen und stürzt sich aus dem Fenster in den Hof und ist sofort tot.

Georg setzt sich beim Komtur auch dafür ein, dass seine Brüder nicht bestraft werden. Gunnar bekehrt sich sofort, Etzel erst als er erfährt, dass die angebliche Allwissenheit Crywes einfach damit erklären lässt, dass er damals in einem Busch das ganze Gespräch zwischen Etzel und Frederik von Seeburg gehört hat. Er entschliesst sich dann auch, ins Heilige Land zu gehen, und dort für den Glauben zu kämpfen.

So spielt es sich dann auch in Oberriet, Wil und Basel ab. Und überall sind die Zuschauer aufmerksam und gespannt und am Schluss begeistert. Man hört da und dort: „So ein tolles Theater habe ich noch nie gesehen!“ Und alle wollen die Rüstungen sehen und anfassen, ob sie dann auch tatsächlich echt sind. Vor allem die Kinder sind beeindruckt von den langen Schwertern, und der eine oder andere Mutige wird zu einem stolzen Ritter geschlagen.

Und dann gehen sie nach Hause mit einem Kopf voller Erinnerungen an einen schönen Nachmittag. Ein Kind fragt beim Abschied: „Papa, gehen wir noch zur nächsten Aufführung?“

Wir bauen dann die Bühnenbilder ab, laden diese und die Kostüme und alle anderen Requisiten in den Anhänger und machen uns auf den Heimweg.