Rom-Reise 2017

„O wie fühl ich mich in Rom so froh! Gedenk‘ ich der Zeiten, da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing.“ Diese Worte schrieb einst Goethe in seinen römischen Elegien nieder, aber sie fassen ebenso gut die Gedanken 15 junger Menschen zusammen, als sie am Dienstag, den 03. Oktober nach einem 5-tägigen Aufenthalt in der Ewigen Stadt ein letztes Mal durch die römischen Straßen liefen. Sie waren nicht nur mit Koffern und Taschen bepackt, sondern vor allem mit wunderschönen Erinnerungen an die vielen unvergesslichen Momente, in denen die Ewige Stadt sie überwältigt und sprachlos gemacht hatte, oder sie nur noch von ihrer Schönheit, den unzähligen Kirchen und Palästen oder ihrem guten Eis schwärmen ließ. 

Alles hatte am Donnerstag, den 28. September begonnen. Wir 14 KJBler waren mit Pater Reiser aus dem „graulich“-kühlen und herbstlichen Deutschland dem sonnigen Rom voll freudiger Erwartung entgegengeflogen. Dort angekommen suchten wir die Via Aurelia 137 auf, denn dort erwarteten uns zwei wunderschöne Appartements (direkt neben dem Vatikan!), die für 5 Tage unser römisches Zuhause werden sollten. Nachdem sich alle von diesem ersten Spaziergang über römisches Pflaster erholt hatten, ging es auch schon los – na ratet mal wohin – natürlich zur ersten Pizzeria! Fliegen macht nämlich hungrig und so ließen wir uns die erste römische Pizza schmecken und sicherten uns beim Kellner gleich mal einen Rabatt für unseren nächsten Besuch. 😉

Danach ging‘s auf zur U-Bahn (römische U-Bahnfahrten sind übrigens ein Thema für sich, über das man Bücher schreiben könnte! Man könnte das ganze Geschehen mit einem Kleiderschrank auf Rollen vergleichen, der eigentlich schon prallvoll ist, aber in den dann gleich nochmal soviele Kleider irgendwie hineingestopft werden. Und nun rollt unser Kleiderschrank mit bis zu 90 km/h unter den italienischen Villen und Straßen entlang, bremst an der nächsten Station kräftig ab, um noch etwas mehr Platz zu schaffen. Und so geht die Reise durch ganz Rom immer weiter und weiter…). Unser Kleiderschrank – äh – unsere U-Bahn brachte uns zum Colosseum, dem größten Amphitheater der Welt, indem viele Märtyrer ihr Blut für Christus vergossen haben und dessen Errichtung unter anderem mit dem im Jahre 70 geplünderten Goldschatz des Jerusalemer Tempels finanziert wurde.

Von diesem beeindruckenden Bau begaben wir uns zur Spanischen Treppe, die uns zur Kirche Santa Trinità die Monti führte. Von dort oben genossen wir unseren ersten römischen Sonnenuntergang (da ich nicht Goethe bin, gelingt es mir leider nicht, diesen unbeschreiblich schönen Anblick in Worte zu fassen!).

Als wir nach einigem Suchen unsere Wohnungen wieder gefunden hatten, hieß es noch einkaufen gehen und nachdem wir die voll beladenen Einkaufswägen bis vor die Haustür geschoben hatten, ließen wir den Abend mit leckeren Bratwürstchen ausklingen.

Am darauffolgenden Tag führte uns Pater Reiser zielsicher durch Rom und wir erfuhren von ihm viele interessante Details über die Ewige Stadt. Auf dem Programm standen die Besichtigung der Kirche Santa Maria Maggiore, in der die Krippe des Jesuskindes steht, der Lateran, die Besteigung der heiligen Treppe und vieles mehr. Wir durften sogar die größte Kreuzreliquie, sowie einen der Nägel und Dornen der Dornenkrone Jesu sehen. An diesem Abend gönnten wir uns ein großes Gelati mit maximale grandi Gusti (großen Kugeln ;), von Pater Reiser ausdrucksstark übersetzt, sodass selbst der italienische Verkäufer verstand was gemeint war), das jeden von uns wunschlos glücklich machte.

Den Samstag begonnen wir mit der hl. Messe, die wir im Petersdom feiern durften. Nach einigem Suchen und Warten fanden wir dann auch endlich einen freien Altar. Nach der Besichtigung dieser größten Kirche Roms, die ein wahres Wunderwerk ist, bestiegen wir deren Kuppel, in der 3 Familienhäuser Platz gefunden hätten. Von dort oben war die Sicht einfach traumhaft und einige von uns erhaschten sogar einen kurzen Blick auf den Papst, der gerade in sein Auto stieg.

Der Nachmittag führte uns vor die Stadtmauern, wohin uns ein Bus brachte, der auf der gepflasterten Via Appia sehr rasant unterwegs war. Glücklich war jeder, der einen Sitzplatz bekommen konnte! Gut und heil angekommen, besuchten wir dort die Katakomben von San Sebastian und die Basilika Sankt Paul vor den Mauern.

Diesen Abend schlossen wir mit einem Besuch in einer schönen Pizzeria ab, wo uns der Kellner Toni Makkaroni und seine Kollegen sehr freundlich bedienten.

Auf dem Heimweg bewunderten wir noch kurz den berühmten Trevi-Brunnen, bei dem es noch um 22 Uhr nur so von Leuten wimmelte.

Am nächsten Tag um 9 Uhr konnten unsere Nachbarn wahrscheinlich ihren Ohren nicht trauen, als sie durch die Wände, durch die ihnen doch sonst nur lautes Gelächter entgegenkam, gregorianischen Gesang vernahmen. Pater Reiser hielt nämlich ein sonntägliches gesungenes Amt und alle KJBler stimmten in die 8. Choralmesse mit ein. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf zum römischen Hauptbahnhof Termini. Nach einem kleinen Sprint bis auf Gleis 19 saßen wir dann glücklich in dem Zug, den wir nun doch nicht verpasst hatten. Er brachte uns alle in Windeseile nach Nettuno ans Meer, wo wir die hl. Maria Goretti, die dort unverwest ist, an ihrem Glasschrein besuchten.

In Nettuno genossen wir dann noch das herrlich frische Meer, das schnuggelige kleine Städtchen und zu guter Letzt noch eine große leckere Pizza ;).

Der Montag führte uns noch einmal durch halb Rom und noch weiter. Wir fuhren zuerst mit Bus und U-Bahn aus der Stadt zu einer der 7 Pilgerbasiliken, nämlich Sankt Laurentius vor den Mauern, die von Kaiser Konstantin errichtet wurde.

Nach der Besichtigung der Kirche der hl. Sabina zeigte uns ein freundlicher Dominikaner das Zimmer des hl. Dominikus, das jetzt eine kleine Kapelle ist.

Von dieser Kirche aus erklommen wir noch ein weiteres Stück des Aventin-Hügels, um einen besonderen Touristenanziehungspunkt zu erreichen. Es handelte sich um das einzigartige Malteser Schlüsselloch. Oder besser gesagt, um die unglaubliche Aussicht, die nur schon ein kleiner Blick durch dieses Schlüsselloch gewährt. Man erblickt nämlich, wenn man hindurchspickelt, die von einer Allee umsäumte Kuppel des Petersdoms, die sich vom strahlend blauen Himmel abhebt. Ein unsagbar schöner Anblick!

Am Nachmittag besuchten wir noch einige andere beeindruckende Kirchen, wie das Pantheon, auch Santa Maria Martyres genannt, da viele Reliquien aus den Katakomben dort hingebracht wurden. Dort hat auch das Allerheiligenfest seinen Ursprung, wie uns Pater Reiser erklärte.

Unseren sehr ausgiebigen Spaziergang durch Rom schlossen wir mit dem Besuch der Engelsburg, dem Zufluchtsort des Papstes, der heute ein Museum ist, ab. Wie an unserem ersten Abend bescherte uns der Himmel heute zum Abschied wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang, den wir bis zum letzten Strahl auskosteten.

Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufstehen, packen und schon saßen wir wieder im Shuttlebus, der uns zum Flughafen brachte. Vom Flugzeug aus warfen wir einen letzten Blick auf die in der Ferne verschwindende Ewige Stadt, aus der wir so viel schöne Erinnerungen mitgenommen hatten. Einige von uns jedoch konnten nur noch von Rom träumen, denn sie waren schon auf ihren Sitzen eingenickt. 😉

So kehrten wir also aus dem sonnigen Italien in das „graulich“-kühle herbstliche Deutschland zurück. Dort trennten sich dann am Münchner Flughafen unsere Wege.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an diejenigen, die diese Reise ermöglicht und organisiert haben!!! Es war einfach unvergesslich!