Rundbrief der KJB-Deutschland im April

Liebe KJBler,

922938_844615292332768_2904141035719031338_nOstern ist das Ziel. Nicht nur unseres vierzigtägigen Fastens und Betens. Ostern ist das Ziel unseres Lebens. Denn an Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu Christi, unseres Königs, und blicken zugleich auf unsere eigene Auferstehung nach dem Tode. In unserem Leben feiern wir Ostern einmal im Jahr. Wir aber hoffen, es einmal auf ewig feiern zu dürfen, in der Gemeinschaft der Heiligen im Himmel. Wie für Christus nach seinem Leiden und Kreuzestod soll auch für uns Ostern, und somit die Auferstehung, eines Tages die Krönung unseres Lebens und Leidens sein. Wir sollen wie Christus unser Kreuz auf uns nehmen und ihm nachfolgen (Mt 16,24; Lk 9,23). So wird auch für uns das Kreuz von einem Symbol des Leidens und Sterbens zu einem Symbol des Sieges und des Lebens. Oder anders gesagt: Kein Osterfest ohne Karwoche! Wie es auf natürlicher Ebene keinen Erfolg ohne harte Arbeit gibt („Ohne Fleiß kein Preis!“), so gibt es auch auf übernatürlicher Ebene keinen „unvergänglichen Siegeskranz“ (1 Kor 9,25) ohne Opfer.

Weltweit werden derzeit über 100 Millionen Menschen wegen ihres Glaubens an Christus verfolgt (siehe DGW 1/2016). Sie haben wie Christus große Leiden zu ertragen – durch Vertreibung, Folter oder Tod. Ein aktuelles Beispiel: Am vergangenen Karfreitag wurde in Jemen Pater Thomas Uzhunnalil SDB nach mehreren Wochen Geiselhaft von Jihadisten gekreuzigt. So wie sie Christus im Opfer nachfolgen, wollen sie auch ihm im Triumph, in der Auferstehung nachfolgen. Fragen wir uns daher, ob, wenn wir ebenfalls Ostern feiern möchten, wir überhaupt zu diesen Opfern bereit wären! Ob wir dieses Kreuz tragen könnten oder ob wir nicht auf halber Strecke aufgeben und das Kreuz lieber anderen überlassen würden!

Wenn wir ehrlich sind, sind wir wohl kaum zu einem solchen Opfer bereit. Viele alltägliche Gebete, wie zum Beispiel der Morgengruß zum Herzen Jesu, enthalten große Versprechen, für die wir oft nicht die innere Bereitschaft besitzen. So bleiben sie leider allzu oft bloße Lippenbekenntnisse. Wie aber erlangen wir diese Opferbereitschaft, den Willen für die wahre Nachfolge Christi? Wie so oft beginnt auch dieses Große im Kleinen. In der Tugend der Tapferkeit, die den Martyrer auszeichnet, muss man sich üben – immer und überall, auch und vor allem, wenn es schwer fällt.

3451016979Wir müssen unseren Willen stärken und lernen, uns selbst zu überwinden. Das beginnt mit Kleinigkeiten des Alltages wie Bildung, Sport, unseren Pflichten in Arbeit, Schule und Studium oder kleine, spontane Akte der Nächstenliebe. Aber es betrifft eben auch unsere täglichen Gebete, unsere Andacht in der heiligen Messe und die vielen Momente der Versuchungen, in denen wir nahe dran sind, die guten Vorsätze über Bord zu werfen. All diese Dinge müssen wir mit Blick auf das Leiden und Sterben Christi aufopfern. „Eine größere Liebe hat niemand, als die, daß er sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,13), sprach Christus beim letzten Abendmahl und setzte diese gewichtigen Worte am Tag darauf in die Tat um. Sind wir angesichts dieses übergroßen Opfers nicht imstande, dem Christkönig viel kleinere Opfer zu bringen? Wenn er für uns gestorben ist, können wir dann nicht wenigstens unsere Zeit und Energie für Familie, Heimat und den wahren Glauben opfern – und dadurch ihm selbst, dem Christkönig? Warum zeigen wir nicht mutig und selbstbewusst Gesicht und bekennen uns zu Christus, dem König? Wovor haben wir Angst? Denken wir also in solchen Situationen an Christus auf dem Kreuzweg und an alle heiligen Bekenner und Martyrer der Geschichte – und denken wir an den ewigen Lohn der Auferstehung. Nicht umsonst hat Christus gesagt: „Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel.“ (Mt 10,32)

Mit Bezug auf die KJB bedeutet das: Engagiert euch, setzt euch ein, helft mit! Jetzt oder nie! Sitzt nicht nur tatenlos rum, während sich einige wenige abmühen, Projekte auf die Beine zu stellen, von denen auch ihr profitiert! Mit der KJB haben wir die einzigartige Möglichkeit, gemeinsam für die Wiederherstellung des sozialen Christkönigtums in unserer deutschen Heimat zu streiten. Lassen wir diese Chance nicht ungenutzt an uns vorübergehen, sondern werfen wir uns in die Schlacht, für Christus, den König! Viele werden diese Zeilen lesen und sogar zustimmend nicken, aber anschließend keine Taten folgen lassen. Aber vielleicht wird es den ein oder anderen geben, der mutig und hungrig beschließt, seine kostbare Zeit nicht mehr mit langweiligen YouTube-Videos oder Xbox-Spielen zu verschwenden, sondern sofort die Herausforderung sucht und Verantwortung übernimmt.

Bitten wir also die allerseligste Jungfrau Maria und die Heiligen der Kirche um die Gnade, unser Leben als Karwoche bestreiten und schließlich mit ihnen siegreich Ostern feiern zu können!

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz