Rundbrief der KJB-Deutschland im August

Liebe KJBler,

im Evangelium des vergangenen Sonntages heilt Christus einen Taubstummen (Mk 7, 31 – 37). „Tu dich auf“, spricht Christus zu dem Kranken und dieser kann sofort wieder hören und sprechen. Dabei geht es nur vordergründig um eine körperliche Heilung. Christi Forderung „Tu dich auf“ richtet sich an alle jene, die einer geistigen und seelischen Verschlossenheit und Verstocktheit leiden und das Wort Gottes nicht hören und erst recht nicht verkünden wollen. Gerade in der heutigen Zeit ist diese Verschlossenheit weit verbreitet, doch viele Menschen scheint das nicht zu stören, mehr noch, viele Menschen sind stolz darauf und froh darüber, sich gegenüber Gott zu verschließen. Umso schlimmer, wenn sich Menschen so verhalten, die katholisch getauft sind, katholisch erzogen wurden oder gar ein kirchliches Amt bekleiden und somit Gott nahe sein sollten. Ein großer Schmerz muss uns ergreifen, wenn jene, die die Braut Christi repräsentieren, durch ihre Worte und Taten Gott verhöhnen und so seinen Feinden in die Hände spielen.

ephphathaAber „Tu dich auf“ richtet sich auch und vor allem an uns: Wir sind überzeugt, auf dem geraden, richtigen Weg zu wandeln, da wir den Schatz der katholischen Tradition kennenlernen durften und ihn bewahren möchten. Damit kommt aber auch eine große Verantwortung. Gerade dann dürfen wir nicht taub sein, sondern müssen uns dem Willen Gottes gegenüber ganz öffnen und hingeben. Gerade dann dürfen wir nicht stumm sein, sondern müssen unser Umfeld überzeugen, den Willen Gottes zu tun. Es gibt sicher viele Gründe, warum wir immer noch als Taubstumme umherlaufen: Unwissenheit, Bequemlichkeit, Opportunismus etc. Den Hauptgrund aber hat bereits Prälat Robert Mäder in „Katholische Aktion“ erkannt: „Die Mutter der stummen Katholiken ist die katholische Angst. Die Angst lähmt die Zunge. Diese stumme Furcht vor dem offenen Bekenntnis ist jetzt so allgemein verbreitet, so wie eine Art Besessenheit den modernen Katholiken beherrschend.“

Wir müssen diese Angst vor dem Bekenntnis zur unverfälschten katholischen Lehre überwinden! Auch dies ist ein Teil der obigen Forderung Christi. Nur die, die taubstumm bleiben wollen, verstecken sich und bleiben in der Defensive. Diejenigen, die geheilt werden wollen, treten, wie der Taubstumme im Evangelium, mutig hervor und stellen sich den schweren Herausforderungen, die einen glaubenstreuen Katholiken in der heutigen Zeit erwarten. Nochmal Mäder: „Darum übe dein Ohr und deine Zunge. Beachte jeden Gnadenruf. Wirke mit, wenn Gott wirkt. Höre kindlich gläubig, wenn er redet. Spreche, wenn er das Band deiner Zunge löst. An seinem göttlichen Epheta fehlt’s nicht. Er macht alles wohl. Die Tauben macht er hörend und die Stummen redend. So tu auch Du das Deine. Die Kirche darf keine Taubstummenanstalt sein!“

photo_2016-07-23_21-52-26Mäder fordert uns auf, auf die göttliche Gnade zu vertrauen. Für jedes Kreuz, das wir tragen müssen, erhalten wir auch ausreichend Gnaden, damit dies uns gelingt. Damit ist gerade heute auch das mutige Hervortreten und Bekennen gemeint. Lassen wir die Menschen wissen, dass wir für Christus, seine Königsherrschaft und alle daraus sich ergebenden Konsequenzen sind! Ohne Ausnahmen, ohne Kompromisse.

In der Sonntagspredigt, die dem erwähnten Evangelium in meiner Gemeinde folgte, warnte der Priester davor, die Freizeit der jetzigen Sommermonate nutzlos verstreichen zu lassen. Ist man aus dem schulischen oder beruflichen Alltag draußen, neigen wir oft dazu, unsere freie Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer zu vergeuden. Stattdessen sollten wir, wenn wir nun den Lärm des Alltages hinter uns gelassen haben, die Möglichkeit nutzen, um uns „aufzutun“. Der Priester riet, sich dem betrachtenden Gebet zu widmen, um das Wort Gottes verstärkt zu hören und zu verstehen. Wenn es noch nicht täglich funktioniert, dann eben etwa drei Mal die Woche, zu festen Zeiten. Auch den Rosenkranz sollten wir beten, durch die vorhandene freie Zeit mit tieferem Bewusstsein und größerer Hingabe. Der neue Rosenkranzkreuzzug bietet uns dazu die perfekte Gelegenheit.

Dieser Empfehlung schließe ich mich an und füge hinzu: Legt in dieser freien Zeit nicht nur eure Taubheit ab, sondern auch eure Stummheit! Wir haben viele KJBler in Deutschland und als Schüler und Student hat man mehr Zeit, als man manchmal zugeben möchte! Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass wir als KJBler nicht mehrere Aktionen durchführen und in unseren Dörfern und Städten Apostolat machen! Beten wir in der Öffentlichkeit, verteilen wir Rosenkränze, wundertätige Medaillen und Flyer und tauchen wir auf Veranstaltungen auf, um den Feinden des Christkönigs die Stirn zu bieten! Überwinden wir gemeinsam unsere Angst! Tun wir uns auf und seien wir keine Taubstummen mehr! Es wird höchste Zeit!

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz