Rundbrief der KJB-Deutschland im Februar

Liebe KJBler,

am Beginn jeden Kalenderjahres legen wir vor Gott das KJB-Versprechen ab und werden so zu Mitgliedern der KJB. Warum tun wir das? Und warum ist diese Mitgliedschaft an einige Bedingungen geknüpft? Wäre es nicht besser, jeder könnte kommen und gehen, wie er gerade Lust hat?

dam1014tt_por01Wer bereits die Ignatianischen Exerzitien besucht hat, kennt die Betrachtung über die zwei Heerlager, die sich gegenüberstehen. Der Anführer des einen Heeres ist Christus, der des anderen Heeres sein Widersacher, der Teufel. Wir Menschen müssen uns täglich entscheiden, zu welchem Heer wir gehören wollen. Wir können diese wichtige und grundlegende Entscheidung nicht vertagen oder auf andere abwälzen. Es gibt kein „Jaein“, kein „Vielleicht“ oder „Mal sehen“. Wir müssen diese Entscheidung hier und jetzt fällen, ganz oder gar nicht. Das KJB-Versprechen ist eine solche Entscheidung. Es ist ein Bekenntnis vor Gott und den Menschen, zum Heer Christi gehören zu wollen. Das KJB-Versprechen ist ein Ritterschlag. Man stellt sich in die erste Reihe und trägt „die volle Waffenrüstung Gottes“ (Epheser 6,11). Man ist bereit, zu kämpfen und sich unermüdlich für die Wiederherstellung des sozialen Christkönigtums in unserer deutschen Heimat einzusetzen. Dies ist eine große Ehre, aber auch ein hoher Anspruch an jeden von uns, der sich dazu entschließt, dieses Versprechen abzulegen. Als einzige Jugendbewegung der katholischen Tradition in Deutschland tragen wir eine große Verantwortung und können diese nicht einfach abweisen. Wenn wir nicht in der ersten Reihe des Heeres Christi stehen, wer dann?

Als KJBler müssen wir also bereit sein, für Christus, den König, hart zu arbeiten und Opfer zu bringen. Darum das Versprechen und die Bedingungen für die Mitgliedschaft. Jeder sollte sich diesen großen, wichtigen Schritt reiflich überlegen. Wer die Bedingungen nicht erfüllen kann oder will, sollte sich und der KJB gegenüber ehrlich sein und aus der ersten Reihe nach hinten treten. Eine solche Person verdient viel Respekt. Mehr als jemand, der das Versprechen ablegt, obwohl er weiß, dass er dies nicht einhalten kann oder will.

Es geht letztlich nicht um die Zahl. Eher besteht die erste Reihe aus zehn Überzeugten und Begeisterten als aus 1000 Halben und Lauen! Erinnern wir uns daran, dass die erste Reihe der heiligen Kirche am Anfang nur aus zwölf Aposteln bestand, aus deren Mut, Beharrlichkeit und Opferbereitschaft auch unser christliches Europa erwuchs, vor dessen Trümmern wir heute stehen, weil wir das Erbe der zwölf Apostel und somit das Erbe Jesu Christi nicht bewahrten. Aber, wie Erzbischof Marcel Lefebvre in „Sie haben Ihn entthront“ so treffend schreibt, „es gilt zu bauen, während die anderen einreißen. Es gilt die eingestürzten Festungen wieder aufzubauen, die Bastionen des Glaubens neu aufzumauern“. Zum heiligen Franz von Assisi sprach Christus: „Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät.“ Nehmen wir uns die Geduld und das Gottvertrauen der Heiligen zum Vorbild und beginnen wir damit, aufzubauen. Stein für Stein. Mauer für Mauer. Verwende deine Talente für Christus, fordert uns die diesjährige KJB-Jahreslosung auf! Verwende deine Talente für den Wiederaufbau der katholischen Gesellschaft! Ein erster Schritt, ein erster Stein ist das KJB-Versprechen! Bemühen wir uns, tatkräftige, vorbildliche KJBler zu sein, die die Strahlkraft der Liebe Christi in unser Volk hineintragen.

Ein weiterer Stein ist unsere diesjährige Kampagne. Durch Lektüre, Vorträge und Aktionen sollen wir selbst und Außenstehende das soziale Christkönigtum kennen und lieben lernen. Dieser Begriff soll für uns keine leere Worthülse, sondern eine lebendige, kraftvolle Idee sein, für deren Umsetzung wir uns tagtäglich einsetzen! Beschäftigen wir uns auch über das „Pflichtprogramm“ hinaus mit dem Christkönigtum (eure Gruppenführer erhielten Literaturtipps) und legen wir so das richtige Fundament für die „Bastionen des Glaubens“. Das Christkönigtum als unsere zentrale Idee, als Ziel und Zweck der KJB, soll unser Privat- und Gruppenleben befeuern und befruchten.

Und dann? Dann geht’s hinaus. Prälat Robert Mäder schreibt so treffend in „Jesus der König“: „Das göttliche Herz Jesu treibt Eroberungspolitik. Es will auf die Straße. Es will das ganze öffentliche Leben erneuern.“ In „Katholische Aktion“ ergänzt er: „Das moderne katholische Grundübel ist die Schüchternheit. Wir wollen sie abschütteln. Und ich hoffe, daß in Zukunft der jugendfrische Katholizismus wieder offener seine Fahnen zeigt.“ Die erste Reihe des Heeres Christi muss gesehen werden, nicht um für sich selbst Ruhm und Ehre zu gewinnen, sondern um für Christus, den König, Ruhm und Ehre zu gewinnen. Die Menschen sollen wissen, dass die Jugend das Haus Gottes wiederaufbaut und sie sollen ermutigt werden, sich daran zu beteiligen. Aber der erste Schritt dahin ist die Entscheidung für die KJB und für Christus! Bitten wir täglich die Muttergottes, damit wir durch sie zu Christus gelangen und unser Einsatz Früchte trage!

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz