Rundbrief der KJB-Deutschland im Januar

Liebe KJBler,

kennt ihr das auch? Die Tage, Monate und Jahre gehen schnell vorüber und allzu oft stellt man fest, dass man seine Zeit vergeudet hat: Man hat wieder keinen Rosenkranz gebetet, keine Betrachtung gemacht, dieses oder jenes Buch nicht gelesen oder seine Arbeit für die Schule, die Uni oder die KJB nicht erledigt. Stattdessen hat man seine Zeit vor YouTube, Facebook oder dem Fernseher vergeudet. Meist hat man danach ein schlechtes Gefühl und nimmt sich vor, es am nächsten Tag besser zu machen, ist aber oft nicht willensstark genug, die guten Vorsätze einzuhalten. Nicht selten macht man sich anschließend etwas vor: „Ich habe dafür einfach keine Zeit.“ Die Wahrheit aber ist: Man hat Zeit, wofür man Zeit haben will.

o-leder-terminplaner-organiser-notizbuch-notizbuecher-a7-a6-a5-a4Als Katholiken im Allgemeinen wollen wir in den Himmel gelangen, als KJBler im Besonderen wollen wir das soziale Christkönigtum verwirklichen. Für beides gibt uns das KJB-Programm die vier Mittel Gebet, Bildung, Freundschaft und Apostolat an die Hand. Diese sollen wir nicht nur in unseren KJB-Gruppen, sondern auch im persönlichen Alltag pflegen. Damit uns dies gelingt, müssen wir zum einen die schlechten, hinderlichen Dinge in unserem Alltag erkennen und aussortieren und zum anderen uns einen genauen, konkreten Zeitplan machen, um die guten, förderlichen Dinge umzusetzen. Es ist erstaunlich, was man alles machen kann, wenn man nur weiß, was man will und sich dies zeitlich festgelegt hat – sowohl für den einzelnen Tag als auch für das gesamte Jahr. Die nötige Ruhe und Besinnung, um einen solchen Zeitplan zu erstellen, findet man am besten in den Ignatianischen Exerzitien, wo man zudem die dafür nötige priesterliche Hilfe erhält.

Warum erzähle ich das alles? Damit wir dieses Jahr nicht vergeuden, damit wir die Fehler der vergangenen Jahre wettmachen und unser Leben endlich Ordnung erhält. In ihrer sehr lesenswerten Abiturrede von 2015 erklärt Schwester Maria Michaela Metz, die Gesamtleiterin des St. Theresien-Gymnasiums in Schönenberg, treffend: „Die höchste Kunst, die Lebensführung, entwickelt daher auch ihre Schönheit in der Ordnung und der Gesetzmäßigkeit, die der liebe Gott feinsinnig in die Gebote eingewoben hat. So begegnet uns in den Geboten nichts Lebensverachtendes, sondern all das, was die Möglichkeit inne hat, das Leben in seiner eigentlichen Schönheit zu entfalten.“[1]

Wie ihr wisst, haben wir 2016 viel vor: Unsere Kampagne soll uns persönlich im Glauben stärken und unsere Bewegung zu einer echten Einheit in Christus formen. Wie wollen wir dies schaffen, wenn in unserem Leben Unordnung herrscht? Außerdem: Wenn wir andere Menschen für den Christkönig gewinnen wollen, müssen wir ihnen ein Vorbild sein und somit bei uns selbst beginnen. Es wird also höchste Zeit, Ordnung in unser Leben zu bringen.

Wie dringlich diese Aufforderung ist, merkt ihr, wenn ihr bedenkt, wie sehr die Welt um uns herum in Unordnung, d.h. im Chaos, versinkt. Ohne Christus als Zentrum, als Fundament, stürzt alles andere ein. Wir können dies sehr deutlich an den Völkern und Staaten beobachten, die einst große Diener Gottes waren, nun aber im Inneren ihre Identität, ihre Geschichte, ihre Kultur und ihre Familien zerstören und daher auch einem Ansturm von außen nichts entgegenzusetzen haben, im Gegenteil, ihn sogar fanatisch bejubeln. Ebenso sehen wir dieses Chaos, wenn unser Heiliger Vater und die Bischöfe die Lehre Christi und seiner Braut, der heiligen Kirche, missachten und unter Beifall der Feinde der Kirche eine neue, humanistische Religion bauen.

Der Schmerz und die Trauer, die uns angesichts dieser Katastrophen ergreifen, dürfen uns aber nicht lähmen, nicht den Mut, die Hoffnung und die Begeisterung für Christus und seine Kirche nehmen! Im Gegenteil soll uns diese Unordnung anspornen, noch größere Streiter für die Ordnung in Christus zu werden! Wir haben das große Glück, in sehr bewegten und entscheidenden Zeiten leben zu dürfen, in denen wir viel Gutes tun und dadurch heilig werden können! Nehmen wir uns dafür das Gottvertrauen der Heiligen zum Vorbild, zum Beispiel des hl. Laurentius oder hl. Thomas Morus, die auch im Angesicht des Todes ihre Leichtigkeit und ihren Humor nicht verloren. Denn schließlich hat uns Christus versprochen: „Und sehet, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ (Mt 28,20)

Was hat das jetzt mit dem eingangs Gesagten zu tun? Um Großes vollbringen zu können, müssen wir im Kleinen beginnen. Um die Ordnung in Kirche und Welt wiederherzustellen, müssen wir Ordnung in unser eigenes Leben bringen. Wir müssen unsere alltäglichen Pflichten für Christus aufopfern, ihn zum Zentrum jedes einzelnen Tages und jedes einzelnen Jahres machen. Warten wir nicht länger damit! Beginnen wir damit hier und heute! Bitten wir mit der allerseligsten Jungfrau Maria und dem hl. Josef zwei Heilige, die ihr Leben in besonderer Weise nach Christus geordnet haben, um die dafür nötigen Gnaden!

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz

[1] http://www.fsspx.de/de/news-events/news/abiturrede-2015-von-schwester-maria-michaela-metz-10057