Rundbrief der KJB Deutschland im März

Liebe KJBler,

der Monat März ist dem heiligen Josef gewidmet, den wir am 19. März als Bräutigam der Gottesmutter feiern. Josef wird unter anderem als Schutzpatron der Ehepaare und Familien, der Jugendlichen und der Arbeiter, der Jungfräulichkeit und der Kämpfer gegen den Kommunismus verehrt. Josef wird aber auch bei Augenleiden, in Versuchungen und Verzweiflung oder für einen guten Tod angerufen. Nach seiner Ehefrau Maria ist Josef der größte Heilige der Kirche. Am 08. Dezember 1870 wurde Josef von Papst Pius IX. zum Schutzpatron der Kirche erklärt. Doch wie kommt Josef dazu? Die Antwort finden wir in der Enzyklika „Quamquam pluries“ von Leo XIII. von 1889:

„Warum wurde denn dem heiligen Josef die besondere Ehre des Schutzpatrons der Kirche zugedacht? Warum verspricht sich die Kirche sehr viel von seinem Beistand und seinem Patronat? Hier die Gründe für diese Sonderstellung: Dieser heilige Mann war der Ehegemahl Marias und der vermeintliche Vater Jesu Christi. Dieses Doppelamt ist der Quellgrund all seiner Würde, all seiner Macht, all seiner Heiligkeit und all seiner Verherrlichung. (…) Ihm war es vergönnt, mehr als irgend jemand sonst – darüber besteht kein Zweifel – dieser überragenden Würde nahezukommen, die Maria als Gottesmutter hoch über alle anderen Geschöpfe hinaushebt. Denn die Ehe ist die innigste Verbindung und Lebensgemeinschaft zweier Menschen und hat naturgemäß die Gütergemeinschaft zwischen den beiden Gatten zur Folge. Als daher Gott den heiligen Josef zum Gemahl der Jungfrau Maria bestimmte, gab er ihr nicht nur einen Lebensgefährten, einen Zeugen ihrer Jungfräulichkeit und einen Beschützer ihrer Ehre, sondern er hat ihn ganz gewiß auch, entsprechend dem eigentlichen Wesen der Ehe, an der hohen Würde seiner Gattin teilnehmen lassen. Noch dank einer anderen hoheitsvollen Auszeichnung nimmt der heilige Josef eine einzigartige Stellung unter den Menschen ein: durch den Ratschluß der Vorsehung war er nämlich der Beschützer des menschgewordenen Gottessohnes, da er in den Augen der Welt als dessen Vater galt. (…) Somit war der heilige Josef zugleich der Beschützer, der Fürsorger, der natürliche und gesetzmäßige Sachwalter der heiligen Familie, deren Oberhaupt er war. (…) Diese heilige Familie, der Josef mit väterlicher Vollmacht vorstand, war aber die Keimzelle der Kirche. Wie nämlich die Jungfrau Maria Mutter Jesu Christi war, so ist sie auch die Mutter aller Christen, da sie ihnen auf Kalvaria das übernatürliche Leben der Gnade vermittelt hat, damals in der Todesstunde des Erlösers. Desgleichen ist Jesus Christus gewissermaßen der Erstgeborene unter den Christen, die seine Adoptivbrüder würden auf Grund seines Erlösungswerkes.“

Josef ist also Hüter der Heiligen Familie und somit Schutzpatron der Heiligen Kirche. Josef ist Vater und als solcher sorgt er für die Heilige Familie und auch für die Kirche in natürlicher und übernatürlicher Hinsicht: Er ernährt sie durch seinen Beruf und beschützt sie vor äußeren Gefahren, er betet für sie zu Gott, er wehrt den Einfluss gefährlicher Irrtümer und Sünden ab. Wir können in dieser Aufgabe Josefs ein großes Vorbild für die Aufgabe eines jeden Mannes sehen. Wie Josef muss der Mann die ihm Anvertrauten vor äußeren und inneren Gefahren beschützen, für sie sorgen und sie in die ewige Seligkeit führen. Auch wenn dies bedeutet, unangenehme oder schwierige Entscheidungen treffen zu müssen. Auch wenn dies bedeutet, Verantwortung übernehmen und schwere Kreuze tragen zu müssen.

Josef ist aktiv, er ist wachsam. Josef bemüht sich, seiner Familie ein Vorbild zu sein, in den Tugenden zu wachsen, er strebt nach Heiligkeit. Josef ordnet sich und seine Familie dem göttlichen Willen unter, er besitzt nicht den falschen blinden Gehorsam gegenüber der Welt, sondern richtet sein Handeln am Willen Gottes aus. Noch einmal Leo XIII.: „Die Menschen ihrerseits, welches auch immer ihr Stand oder ihre Herkunft sein mag, haben Grund genug, sich vertrauensvoll in die mächtige Obhut des heiligen Josef zu empfehlen. Die Familienväter haben im heiligen Josef das lebendigste Vorbild väterlicher Wachsamkeit und Fürsorge; die Ehegatten besitzen in ihm ein vollkommenes Muster der Liebe, der herzlichen Eintracht und der Gattentreue; den jungfräulichen Menschen ist er zugleich Vorbild und Beschützer der Reinheit.“

Im Mittelalter wurde Josef dementsprechend auch zu einem großen Vorbild für die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Wie Josef der Ehemann und Beschützer Mariens war, so verstanden sich die Kaiser als weltliche Schutzmacht der jungfräulichen, reinen Kirche. Vereint, um Christus, dem König, zu dienen. Gerade heute sollten wir uns der edlen Tugenden und Eigenschaften Josefs erinnern und sie uns durch beständige Übung aneignen.

Das Vorbild Josefs hilft uns in allen Situationen, in denen wir führen und beschützen, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen müssen – sei es in der KJB, im Beruf, in der Familie oder im geistlichen Stand. Seiner Hilfe können wir uns sicher sein. Die heilige Teresa von Ávila betont: „Ich habe noch keinen Menschen kennengelernt, der ihn wirklich verehrt und ihm besondere Liebesdienste erwiesen hätte und bei dem ich keine Fortschritte in der Tugend wahrgenommen hätte.“

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz