Rundbrief der KJB-Deutschland im März

Liebe KJBler,

unsere heutige Welt ist leider eine Welt ohne Grenzen. Die Autoritäten der Kirche haben mit dem Ökumenismus die Grenzen zu anderen Konfessionen und Religionen aufgegeben. Und damit die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Irrtum. Mehr und mehr erscheint es egal, woran man glaubt. Diesen Irrtum vermittelt leider auch die Januar-Videobotschaft von Papst Franziskus. Auch die Staaten haben ihre Grenzen aufgegeben und sehen keinen Unterschied mehr zwischen dem eigenen Volk und fremden Immigranten. Ihre Multikulti-Politik zerstört aber die Vielfalt der Völker und Kulturen und vermischt diese zu einem globalen, grauen Einheitsbrei. Für Familien bestehen ebenfalls keine Grenzen mehr. Eine Familie darf nicht mehr aus einem Vater, einer Mutter und Kindern bestehen. Nun werden alle unmoralischen Formen des Zusammenlebens zu Familien erklärt. Das Gleiche gilt für die Geschlechter. Es gibt nicht mehr nur Mann und Frau, sondern angeblich unzählige „Geschlechter“, zwischen denen man frei wählen kann – wie zwischen verschiedenen Joghurtsorten im Supermarkt. Auch in der Kunst wurden die Grenzen zerstört: Zwischen einem Haufen Kot und der „Stanza della Segnatura“, einem Betonkasten und dem Speyerer Dom besteht kein Unterschied mehr.

Verschiedene Dinge kann es nur geben, wenn man sie unterscheiden, also voneinander abgrenzen kann. In unserer Welt jedoch möchte man keine echte Verschiedenheit, keine Abgrenzung, kein „Wir“ und „Andere“. Ungleiches wird vermengt und alles wird beliebig. Diese Gleichgültigkeit durchzieht mittlerweile unser gesamtes Leben. Alles ist erlaubt. Alles ist gut. Alles ist egal. Aber das stimmt eben nicht! Christus, unser König, wäre niemals am Kreuz für uns gestorben, wenn alles egal wäre. Dies gilt auch für die unzähligen Frauen und Männer, die bis heute für ihn kämpfen und sich aufopfern.

Wir müssen uns jedoch mit aller Kraft gegen diese Zersetzung und Auflösung unseres Glaubens, unserer Kultur, unserer Familien und unserer Persönlichkeiten zur Wehr setzen! Wir müssen unsere Identität stärken und echtes Selbst-Bewusstsein entwickeln. Doch wie? Zunächst müssen wir im Kleinen beginnen, bei uns selbst, und uns fragen, wer wir selbst sind, was uns als Individuum ausmacht und damit von anderen abgrenzt. Wie ist meine Beziehung zu Gott? Zu Familie und Freunden? Welche charakterlichen Eigenschaften besitze ich? Welche geistigen und körperlichen Fähigkeiten? Kenne ich meine Stärken? Meine Schwächen? Habe ich Kanten oder bin ich aalglatt? Was erwarte ich vom Leben? Habe ich Ziele? Kenne ich meine Berufung? Habe ich eine Standeswahl getroffen? Eine Berufswahl? Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen machen uns erst zu einer eigenständigen Persönlichkeit. Oft haben wir Schwierigkeiten, diese Antworten zu finden und grundlegende Entscheidungen für uns und unser Leben zu fällen. Dabei helfen uns nicht nur echte Freunde, sondern vor allem das Gebet, die priesterliche Seelsorge und die ignatianischen Exerzitien.

photo_722_56324b28f323fAls soziale Wesen sind wir Menschen immer auch Teil von etwas Größerem, von Gruppen, an deren Identität wir nicht nur teilhaben, sondern die uns auch maßgeblich prägen und formen. Wir sind Männer und Frauen, Katholiken, Deutsche und KJBler. Fragen wir uns auch hier: Welche Aufgaben und Pflichten habe ich als Mann bzw. als Frau? Warum bin ich Katholik? Warum KJBler? Kenne ich meinen Glauben? Die Heilige Schrift? Den Katechismus? Warum stehe ich auf der Seite der katholischen Tradition? Warum lehne ich das Zweite Vatikanische Konzil und die „Neue Messe“ ab? Liebe ich meine Heimat? Kenne ich Geschichte und Kultur meines Volkes? Kenne ich die Helden und Heiligen meiner Heimat? Bin ich bereit, diese Dinge öffentlich zu verteidigen und dafür Opfer zu bringen?

Stellen wir diese entscheidenden Fragen nicht anderen, sondern in erster Linie uns selbst und beantworten wir sie ehrlich. Nur so erkennen wir, woran es uns mangelt. Das Ziel ist es, eine reife, verwurzelte und standhafte Persönlichkeit zu werden, die, Schulter an Schulter mit anderen, etwas Großem dient. Dann sind wir Felsen, an denen die Wogen einer Welt zerschellen, die sich selbst nicht kennt, sich selbst sogar verachtet.

Werden wir, wer wir sind! Verteidigen wir das Eigene, verteidigen wir uns selbst! Erteilen wir diesem Hass auf das Eigene, dieser Formlosigkeit und diesem Relativismus eine mutige und lautstarke Absage! Nehmen wir die derzeitige Kampagne zum Christkönigtum als Chance wahr, unsere Identität zu stärken, indem wir uns in Christus, dem König, erneuern! Bitten wir vor allem jetzt im Monat März den heiligen Josef um die nötigen Gnaden für diesen Kampf um unsere Identität! Er, der Nährvater Jesu, hat gewusst, wer er war, wohin er gehörte und was seine Aufgabe war. Er hat Glaube, Heimat und Familie gekannt, geliebt und sich dafür demütig, pflichtbewusst und beharrlich aufgeopfert.

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz