Rundbrief der KJB-Deutschland im Mai

Liebe KJBler,

am Ende des KJB-Programms findet ihr einen Text über den Geist der KJB, der mit folgenden Worten beginnt: „Die KJB ist ein Werk der Kirche. Wir übernehmen und lieben, was die Kirche immer geglaubt, gelehrt und wie sie gebetet hat.“ Die KJB bemüht sich also nach Kräften, einen wahrhaft kirchlichen, d.h. römisch-katholischen Geist zu verbreiten. Im Gegensatz zu den Modernisten und Liberalen, die den katholischen Glauben nach eigenem Belieben auslegen und dabei massiv verfälschen, ist die KJB ein kraftvolles Werkzeug der Kirche. Es geht der KJB nicht um Vorteile für sich oder ihre Mitglieder, sondern einzig allein um die Rechte der Kirche und ihres Bräutigams, dem Christkönig. Doch worin genau äußert sich dieser kirchliche Geist und wie können wir ihn stärken?

petrusDamit die KJB als Bewegung einen kirchlichen Geist besitzt, müssen wir als ihre Mitglieder einen solchen entwickeln. Er äußert sich im Leben von und mit der Kirche. Das beginnt im Kleinen, indem wir etwa unsere Gebete, Betrachtungen und geistliche Lektüre am Kirchenjahr orientieren sowie zu den jeweiligen Tagesheiligen beten. Es zeigt sich in unserer aktiven Teilnahme an der Liturgie, indem wir die Messtexte beten, die Lieder singen und die – gemäß dem Messbuch – korrekten liturgischen Haltungen einnehmen. Hinzu kommt das Wissen über die Geschichte und vor allem die Lehre der Kirche. Letztere finden wir nicht nur im Katechismus zusammengefasst, sondern auch in den päpstlichen Enzykliken. Diese sind kurz, einfach und behandeln sehr wertvolle Themen. Bis einschließlich zu Papst Pius XII. wurde in den Enzykliken die volle Wahrheit verkündet und verteidigt – für einen glaubenstreuen Katholiken eine absolute Pflichtlektüre.

Die Liebe zur Kirche zeigt sich in der Liebe zur Wahrheit. Denn die Kirche ist die von Christus gestiftete Hüterin der Wahrheit. Um die Wahrheit zu lieben, müssen wir sie kennen, aber auch zeitgleich den Irrtum hassen (Röm 12,9; Amos 5,15). Wahrheit und Irrtum schließen sich aus und stehen sich unversöhnlich gegenüber. Wir müssen uns für eine Seite entscheiden. Verteidigen wir die Wahrheit, dann verteidigen wir die Kirche. Verraten wir die Wahrheit, dann verraten wir die Kirche.

Dies hat praktische Auswirkungen auf die aktuelle Situation: Im Inneren der Kirche wütet der Teufel und vergiftet mit der Irrlehre des Modernismus zahlreiche Seelen. Er hat die Autoritäten der Kirche dazu verführt, Christus zu verraten. Wenn wir die Kirche wahrhaft lieben, dann muss uns dieses riesige Unglück schmerzen, dann dürfen wir uns in dieser dunklen Stunde der Kirchengeschichte nicht zurücklehnen und nichts tun. Echter kirchlicher Geist zeigt sich im Kampf für die Wahrheit und gegen den Irrtum. Echter kirchlicher Geist zeigt sich in der Bereitschaft, sich für die heilige Mutter Kirche aufzuopfern und sie aus den Händen der Irrlehrer zurückzuerobern.

Echter kirchlicher Geist bedeutet, niemals Kompromisse mit dem Irrtum einzugehen, völlig egal, wer diesen Irrtum verbreitet und völlig egal, welche persönlichen Vorteile man durch diese Kompromisse erlangen würde. Wer sich gegen das Zweite Vatikanische Konzil, die Neue Messe, das neue Kirchenrecht und die aktuellen Missstände stellt und diese aufs Schärfste verurteilt, bekommt oft zu hören, er hätte keinen kirchlichen Geist. Selbst in den Reihen der Tradition hört man diesen absurden Vorwurf! Aber das genaue Gegenteil ist der Fall! Wenn die Kirche von äußeren Feinden bedrängt und in ihrem Inneren Irrlehren verbreitet werden, so wird nur der still sitzen oder gleichgültig mit den Schultern zucken, der keine Liebe zur Kirche besitzt. Auch die, die alles schönreden und von einer Krise nichts mehr wissen wollen, beweisen damit nur ihre Feigheit vor dem Feind und so ihre mangelnde Liebe für Christus und seine Kirche. Andernfalls würden sie nicht mehr ruhen, bis der Friede Christi im Reich Christi wiederhergestellt und die Irrlehren dorthin gejagt würden, wo sie herkommen – zum Teufel.

homme-landingDiese große Liebe für die Kirche finden wir zum Beispiel beim hl. Athanasius oder Erzbischof Marcel Lefebvre, die unbeirrt am wahren Glauben festhielten und ihn selbst gegen Päpste und Bischöfe verteidigten, die wiederum von den Irrlehren angesteckt waren. „Damit die Kirche fortbestehe“, trotzten sie Verfolgungen, ungerechten Strafen und waren nicht bereit, dem Irrtum auch nur einen Fußbreit zu weichen.

Lassen wir uns von diesem wahrhaften kirchlichen Geist, von dieser großen Liebe zur Wahrheit anstecken! Nutzen wir den Marienmonat Mai, um durch das tägliche Rosenkranzgebet und den Herz-Mariä-Sühne-Samstag in der Verehrung der Muttergottes zu wachsen. Sie, die Mutter der Kirche und Königin der Bekenner, vermittelt uns die Gnade, standfeste und prinzipientreue Katholiken zu werden, die mutig und selbstbewusst den katholischen Glauben bewahren und weitergeben. Durch sie werden wir würdige Streiter ihres Sohnes, unseres Königs, und der römisch-katholischen Kirche.

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz