Rundbrief der KJB-Deutschland im Oktober

Liebe KJBler,

nach dem Mai ist der Oktober der zweite Monat im Jahr, der der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria gewidmet ist. Im Oktober wird insbesondere das Rosenkranzgebet betont, um das auch wir uns täglich bemühen sollten. Das Rosenkranzgebet ist nicht nur eine tägliche Verehrung der Gottesmutter, sondern auch unsere beste Waffe im Kampf gegen innere und äußere Feinde der Kirche. Schon oft hat der Rosenkranz eine Wende in einer scheinbar aussichtslosen Situation herbeigeführt, beispielsweise bei der berühmten Seeschlacht von Lepanto am 07. Oktober 1571. Die Heilige Liga, eine Allianz katholischer Mittelmeermächte, mitbegründet vom hl. Papst Pius V., gewann wider Erwarten die entscheidende Seeschlacht gegen die osmanische Flotte im Golf von Patras. Die Expansion der Osmanen in den westlichen Mittelmeerraum konnte damit gestoppt werden. Vor allem war dieser Sieg dem intensiven Rosenkranzgebet davor und am Tag der Schlacht selbst zu verdanken. Daher führte der hl. Pius V. zum ersten Jahrestag des Sieges das heutige Rosenkranzfest ein, das damals „Fest unserer Lieben Frau vom Sieg“ genannt wurde.

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Das Beispiel zeigt deutlich, dass wir das Rosenkranzgebet gerade heute nicht vernachlässigen dürfen. Heute befinden wir uns in einer Situation, die noch bedrohlicher und gefährlicher ist als 1571. Heute haben sich die Autoritäten der Kirche, der Staaten und die Völker selbst von Christus, dem König, abgewandt und versinken daher im Sumpf der eigenen Ideologien und Ersatzreligionen. Der Sturz des Christkönigs hat einen Damm gebrochen und die darauffolgende Sturmflut hat die gesamte natürliche und göttliche Ordnung mit sich gerissen. Zurück bleibt nur das tobende Chaos. Die Wiederherstellung dieser Ordnung geschieht nur durch die konsequente Rückkehr zu Christus, dem König. Doch wie gelangt man zu Christus? Durch Maria.

„Siehe da, deine Mutter“ (Joh 19,27), spricht der sterbende Christus am Kreuz zu Johannes und weist ihn damit zu Maria. Christus spricht nicht nur zu Johannes, sondern auch zu uns. Er schenkt uns seine himmlische Mutter als Mittlerin zwischen uns und ihm. Der hl. Papst Pius X. schreibt in seiner lesenswerten Enzyklika „Ad diem illum laetissimum“ vom 02. Februar 1904 über Maria: „Niemand hat deshalb so wie sie Christus ganz erkannt, und so ist sie auch wie niemand anders die geschaffene Weggeleiterin und die Lehrerin hin zur Erkenntnis Christi.“

Dass am Ende des Rosenkranzmonates Oktober das Christkönigsfest steht, verdeutlicht dies sehr gut. Durch die Verehrung Marias im Rosenkranz bereiten wir nicht nur das Christkönigsfest, sondern das Christkönigtum im Allgemeinen vor.

Das Apostolat der KJB, das die Wiederherstellung des sozialen Christkönigtums zum Ziel hat, ist somit auch ein marianisches Apostolat. Unser gesamtes Beten und Arbeiten muss daher immer von einem tiefen Vertrauen auf die Gottesmutter geprägt sein. Das Beispiel von Lepanto zeigt nämlich auch, dass auf das Rosenkranzgebet die Tat folgen muss. Wir müssen uns als Werkzeuge Christi für dessen Königsherrschaft einsetzen und engagieren. Es gilt, mutig und selbstbewusst, die Wahrheit des katholischen Glaubens zu bekennen und zu verbreiten. Maria, die Königin der Bekenner, wird uns gerade in den Zeiten der Krisen, Anfeindungen und Trostlosigkeiten beistehen! Nochmal der hl. Pius X.: „Aber ebenso gewiss ist es, dass die seligste Jungfrau mit uns ist selbst in den verzweifeltesten Lagen; und so wird sie den Kampf fortsetzen, der in ihrer Empfängnis schon begonnen hat, und jeden Tag wird sich von neuem das Wort bewahrheiten: `Heute hat sie der Schlange den Kopf zertreten´.“

Lasst uns also gemeinsam als KJB der Weisung Christi folgen, unseren Blick gezielt auf Maria richten und das Jahr 2017 unter die Losung „Siehe da, deine Mutter“ stellen. Denn im kommenden Jahr jährt sich nicht nur die bedeutsame Erscheinung Mariens in Fatima zum 100. Mal, sondern auch der Beginn der Reformation, die einen tiefen Riss in der Kirche verursacht hat, zum 500. Mal. Auch diese klaffende Wunde werden wir nur mit Maria, der Siegerin über die Irrlehren, wieder heilen können. Das Jahr 2017 wird also ganz im Zeichen Mariens stehen und die KJB wird tatkräftig daran arbeiten, dass die Menschen sich wieder unter den Schutzmantel unserer Königin stellen und sich von ihr zu Christus führen lassen.

Nutzen wir dafür nicht nur diesen Oktober durch das Rosenkranzgebet und das Christkönigsfest, sondern auch den aktuellen Rosenkranzkreuzzug der FSSPX, um das kommende Jahr mit seinen Herausforderungen und Schwierigkeiten im tiefen Vertrauen auf Christus und seine Mutter vorzubereiten.

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz