Rundbrief der KJB-Deutschland im September

Liebe KJBler,

in einer bekannten Predigt kritisierte Pfarrer Hans Milch einmal eine Haltung vieler Katholiken, die auch heute sehr verbreitet ist: „Nur nicht kämpfen. Der Heilige Geist wird’s schon richten.“ Viele Katholiken wissen zwar, dass in Kirche und Welt vieles im Argen liegt und man sich von Christus, dem König, abgewandt hat, aber sich ernsthaft um eine Wende möchte man sich nicht bemühen. Viele glauben, ohnehin nichts ausrichten zu können und noch mehr glauben, „Besseres“ zu tun zu haben, wie etwa auf der Couch vor dem Fernseher einzuschlafen oder seine kurze Lebenszeit mit Schwachsinn wie Pokémon GO zu verschwenden. Auf die schweren Krisen angesprochen, antworten so manche dieser lauen Katholiken oft mit Sätzen wie „Der Heilige Geist wird’s schon richten.“ Pfarrer Milch aber lässt diese faule Ausrede nicht gelten: „Er wird gar nichts richten. Wo ist er denn, der Heilige Geist? Irgendwo in den Wolken? Oder auf Haiti, um von da aus seine Disposition zu treffen? Wo ist er denn? Er ist in dir, um durch dich, in dir zu wirken!“

milchbuchPfarrer Milch bringt es auf den Punkt: Wir dürfen nicht untätig herumsitzen und darauf warten, dass Gott irgendetwas tut, wie wenn wir im Restaurant darauf warten, dass der Kellner uns das Essen serviert. Wir müssen uns selbst Gott als Werkzeuge anbieten und uns ganz in seinen Dienst stellen. Gott wirkt durch uns. Von ihm erhalten wir die Gnaden, seinen göttlichen Willen zu erfüllen. Aber selbst diese Gnaden werden uns durch die Sakramente der Kirche und die Fürsprache der Heiligen, allen voran Maria, vermittelt.

In den Reihen der katholischen Tradition diskutiert man oft über die Frage, wie die schweren Krisen in Kirche und Welt wieder überwunden werden können und wie eine Rückkehr zum wahren Glauben gelänge. Immer wieder hört man dabei Sätze wie „Irgendjemand müsste…“ oder „Man sollte…“. Dabei stellt sich die große Frage: Wer ist denn dieser „irgendjemand“? Wer ist denn dieser „man“? Ideen für die Wiederherstellung des Christkönigtums gibt es ja scheinbar genug, nur will niemand die Verantwortung übernehmen und sie in die Tat umsetzen. So viele Leute berichteten mir bereits von guten Projektideen. Die meisten jedoch wurden nie verwirklicht, weil es dafür Verantwortungsbewusstsein, Opferbereitschaft und harte Arbeit benötigt hätte. Jeder glaubt oder hofft, ein anderer wird es schon tun. Nur: Diesen anderen gibt es nicht! Es wird nicht urplötzlich ein Retter um die Ecke biegen und sagen „Keine Sorge, ich übernehme alles“. Die richtige Antwort ist erschreckend einfach: Dieser „irgendjemand“, dieser „man“ bist DU!

Wenn alle davon ausgehen, dass andere die Aufgaben übernehmen werden, wird keine Aufgabe erledigt. Wenn alle aber davon ausgehen, dass sie selbst etwas tun müssen, dann werden schnell alle Aufgaben so verteilt sein, dass niemand zu viel zu tun hat. Nur wenn sich jeder Einzelne von uns selbst in die Pflicht nimmt und hart für die Wiederherstellung des Christkönigtums arbeitet, können wir auch erfolgreich sein. Unser Ziel als KJB darf es nämlich niemals sein, einfach nur ein paar nette Stunden miteinander zu verbringen. Dann wären wir als Bewegung völlig nutzlos. Wir können nur eine Bewegung sein, wenn wir auch etwas bewegen, wenn wir gemeinsam mit aller Kraft an der Umsetzung unseres Zieles arbeiten und keine Ruhe geben, bis wir das soziale Christkönigtum in unserer Heimat erneut errichtet haben.

Unsere Lage ist ernst: Das Gift des Modernismus wütet in unserer heiligen Kirche stärker denn je und in unserer Heimat werden Identität, Geschichte und Kultur bekämpft! Daran dürfen wir nicht verzweifeln, sondern müssen mutig und begeistert diese große Herausforderung annehmen und tagtäglich für die Wahrheit kämpfen, auch und gerade dann, wenn wir uns dadurch Feinde machen! Die KJB bietet für diesen Kampf eine sehr gute Gelegenheit. Aber sie hat bisher ihr Potential noch nicht im Ansatz ausgeschöpft. Es ist noch so vieles möglich und es gibt noch so vieles zu tun. Jeder Einzelne von euch wird gebraucht. Also verlasst eure Komfortzonen und werft eure Bequemlichkeit, eure Angst und eure Zaghaftigkeit über Bord und begebt euch in das Auge des Sturms! Erzbischof Marcel Lefebvre schrieb so treffend: „Es muss ein Kreuzzug der jungen Menschen sein“. Wer, wenn nicht die Jugend, soll das Steuer herumreißen? Wer, wenn nicht die Jugend, soll die Fahne des Christkönigs durch unsere geliebte Heimat tragen? Und die Jugend, das sind wir, das bist du! Das ist eben nicht der andere. Gott will dich als seinen Streiter und Kämpfer und nicht als Zuschauer auf den Publikumsrängen der Geschichte, wo du Popcorn in dich hineinstopfst, während vor deinen Augen andere große Taten vollbringen und tatsächlich etwas bewegen und verändern!

Ich hoffe, dass jeder, der diese Zeilen liest, zu der Erkenntnis kommt: „Ich muss und ich werde etwas tun.“ Mit der Hilfe der allerseligsten Jungfrau und aller Heiligen, für unsere Heimat, die katholische Kirche und ihren Bräutigam, Christus, unseren König!

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz