Rundbrief der KJB-Deutschland im November

Liebe KJBler,

mit dem Christkönigstreffen liegt die größte und wichtigste Veranstaltung der KJB hinter uns. An  dieser Stelle  nochmal  ein  herzliches  Vergelt’s  Gott  an  die  Salzburger  Gastgeber!  Die Heimkehrer erwartet immer wieder die Frage, ob das Treffen ein Erfolg gewesen sei. Doch diese  Frage  kann  nicht  am  Treffen  selbst  beantwortet  werden,  sondern  erst  in  der  Zeit danach: Im Alltag des Einzelnen und in den Aktivitäten der KJB-Gruppe.

Im letzten Rundbrief habe ich kurz die Krise unserer Zeit skizziert, die durch die Entthronung Gottes verursacht wurde und somit vor allem eine Krise des Glaubens ist. Je mehr sich diese Krise zuspitzt und je mehr wir als Jugend der Tradition den wahren katholischen Glauben erkennen und durchdringen, desto breiter wird der Graben zwischen uns und dem liberalen Zeitgeist. Gerade für jene, die diese Kluft erkannt haben und womöglich ihren Alltag alleine meistern  müssen,  sind  die  KJB-Treffen  oft  wie  eine  rettende  Oase  in  der  staubtrockenen Wüste.  Hier  offenbart  sich  der  Graben  sehr  deutlich  und  somit  oft  auch  die  Zerrissenheit mancher KJBler, die an den Treffen anders beten, anders sprechen, sich anders benehmen, sich anders kleiden etc. als im Alltag.

Der Erfolg eines KJB-Treffens zeigt sich also nicht daran, wie gut alles organisiert war oder wie viel Leute daran teilgenommen haben, sondern daran, ob es die KJB als Ganzes und den Einzelnen in ihrer Überzeugung und Begeisterung fördern und stärken konnte. Ob die Bewegung neuen Schwung gefunden hat, um in Wort und Tat für Christus, den König, zu kämpfen  und  ob  der  Einzelne  entschlossener  ist,  den  katholischen  Glauben  und  das Programm der KJB konsequent zu leben und umzusetzen.

Zugegeben, das ist alles andere als leicht. Nicht nur die Verlockungen einer hedonistischen Gesellschaft,  die  sich  völlig  dem  Party-  und  Konsumrausch  hingibt,  sind  sehr  groß.  Auch viele Katholiken, selbst manche, die sich zur Tradition zählen, machen es einem schwer, treu zu Christus und seiner Kirche zu stehen. Sie würden sich selbst als „gemäßigt“ bezeichnen und  einem  selbst  vorwerfen,  man  sei  zu  „radikal“,  nicht  mehr  „zeitgemäß“  oder  würde  es
„übertreiben“, wenn man auf der katholischen Lehre in all ihren Punkten beharrt. Ob bewusst oder  nicht,  sie  haben  damit  begonnen,  den  Glauben  oder  die  Moral  zu  verwässern  und anderen  ein falsches  Beispiel  zu  geben.  Der Glaube  ist für  sie  nur  noch  Privatsache,  den öffentlichen Kampf für Christus und seine Kirche haben sie aufgegeben und beim liberalen Establishment  möchten sie auf keinen Fall anecken oder negativ auffallen.

Der liberale Katholizismus verführt zu immer mehr falschen Kompromissen mit dem Irrtum und der Sünde, bis man schließlich den Glauben ganz verloren hat.

sie-haben-ihn-entthront2Erzbischof  Marcel  Lefebvre  hat  in  seinem  grundlegenden  Werk  „Sie  haben  Ihn  entthront“ ausführlich  diese  „liberalkatholische  Mentalität“  beschrieben  und  bezeichnet  die  liberalen Katholiken mit deutlichen Worten als „Verräter, Überläufer, gefährliche Feinde der Kirche“. Auch Papst Pius IX. sagte: „Der katholische Liberalismus ist die wahre Geißel.“

Wir müssen uns vor dieser gefährlichen Haltung in Acht nehmen, die sich oft auf dem Weg der  Lauheit  und  Trägheit  einschleicht.  Erinnern  wir  uns  daran,  dass  genau  dies  den Katholiken vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil passiert ist. Viele haben geschlafen. Viele haben  sich  nicht  an  die  Forderung  Christi gehalten:  „Wachet  und  betet“  (Mk  14,38).  Auch nicht an Paulus‘ Warnung: „Wer also zu stehen glaubt, der sehe zu, dass er nicht falle.“ (1 Kor 10,12). Als sie aufwachten, war das Konzil vorüber und das Gift des Modernismus war bereits über die Venen zum Herzen der Kirche vorgedrungen. Die Guten hatten versagt.

Was können wir tun, damit wir nicht versagen? Wie so oft finden wir die Antwort im KJB-Programm, diesmal in den vier Mitteln:

  • Gebet:  Beten  wir  für  die  Umkehr  der  liberalen  Katholiken  und  für  unsere  eigene Standfestigkeit und Treue zum katholischen Glauben!
  • Bildung:  Lernen  wir  unseren  Glauben  durch  regelmäßige  Lektüre  kennen,  um  ihn mehr zu lieben und gegen den Irrtum gewappnet zu sein!
  • Freundschaft:  Pflegen  wir  wertvolle  Freundschaften!  Meiden  wir  schädlicheFreundschaften!  Seien  wir  selbst  gute  Freunde,  indem  wir  andere  vor  dem  Irrtum bewahren!
  • Apostolat:  Führen  wir  auch  die  liberalen  Katholiken  zur  vollen  Wahrheit  und erproben wir zudem so unsere eigene Festigkeit im Glauben!

Wir,  die  Jugend  des  Christkönigs,  dürfen  nicht  versagen!  Seien  wir  also  keine Sonntagschristen! Seien wir „Ganze“ (Prälat Robert Mäder)! Nehmen wir uns mit Blick auf das Fest Allerheiligen vor, selbst heilig zu werden und auch unser Umfeld zu heiligen!

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,
Moritz