Rundbrief der KJB-Deutschland im Dezember

Liebe KJBler,

Weihnachten ist ein Fest des Christkönigs. An Weihnachten gedenken wir nicht nur der ersten Ankunft Christi als Mensch auf Erden, sondern rufen uns auch seine zweite Ankunft am Ende der Zeiten in Erinnerung. Kam Christus vor 2000 Jahren als kleines Kind in einer abgelegenen Krippe, ohne von der Welt beachtet zu werden, so wird er beim nächsten Mal „mit großer Macht und Herrlichkeit“ (Lk 21,27) kommen. Diese Tatsache ist für uns KJBler als Jugend des Christkönigs sehr wichtig, aber allzu oft vergessen wir sie. In der Einführung in die Adventszeit im „Schott“ heißt es, „daß wir mit der hl. Liturgie im kommenden Erlöser nicht so sehr das hilflose, schwache Kind im armen Stall von Bethlehem erwarten (…), sondern den in Herrlichkeit und Majestät thronenden Herrn und König, das heißt den Christus der `Wiederkunft´“.

Diese Wiederkunft Christi ist der Sieg über die Sünde, die Irrlehren und somit den Teufel. Sie ist zugleich die Errichtung des ewigen Christkönigtums. Wir als KJB haben die Aufgabe, das Christkönigtum bereits in dieser Welt im Kleinen und Konkreten, direkt in uns selbst, unserem Umfeld und unserer Heimat zu errichten. Daher müssen wir uns der großen, endgültigen Wiederkunft Christi entgegensehnen. Diese Sehnsucht prägt und bestimmt auch den Geist des Advents. Die Sehnsucht nach seiner Liebe, seiner Herrlichkeit und Herrschaft.

73y002aDiese Sehnsucht ist zum einen mit einer großen Freude verbunden. Die Freude darüber, dass Christus trotz aller kirchlichen, gesellschaftlichen oder persönlichen Krisen unser König ist, dass er uns auch in den dunkelsten Stunden nicht verlassen wird. Gerade dann können und sollen wir ganz und nur auf ihn vertrauen. In dieser Freude können wir uns die Gottesmutter zum Vorbild nehmen, die sich trotz aller Schwierigkeiten in der Schwangerschaft sicher nicht die Freude auf die erste Ankunft des Erlösers nehmen ließ. Die feierliche Stimmung, die Musik und der Schmuck des Weihnachtsfestes werden diese Freude nochmals besonders verdeutlichen.

Zum anderen ist diese Sehnsucht mit einer Bereitschaft zum Opfer und zur Buße verbunden. Christus war bereit, für unsere Erlösung alles zu opfern – auch sich selbst. Seinem Vorbild nach bauten auch die Kirche und das christliche Europa auf jenen Menschen, die bereit waren, ihre Zeit, ihre Arbeit, ihren Ruf und sogar ihr Leben für die Königsherrschaft Christi aufzuopfern. Gerade in einer Zeit, in der selbst in der Kirche zahllose Verbrechen gegen Christus begangen werden, sollten wir den Advent für so manches Opfer als Beweis unserer Liebe und Treue zu Christus nutzen. Das kann ein besonderer Verzicht in unserem Alltag sein, aber auch eine besondere Pflicht im Gebet, im Umgang mit den Nächsten, in der Bildung im Glauben oder in unserem Engagement für die KJB, die wir in dieser Zeit mit verstärkter Hingabe und Begeisterung üben. Auch in der Opferbereitschaft darf Maria wieder unser Vorbild sein, die die Zeit der Erwartung Christi geduldig ertrug, selbst als die Situation kurz vor der Geburt durch ihre Reise nach Bethlehem und ihre Herbergssuche nochmal besonders anstrengend und sorgenvoll wurde.

79h075aIm letzten Jahr habe ich zum Advent empfohlen, sich auf die Aufgaben des kommenden Kalenderjahres vorzubereiten, im damaligen Fall auf unser grundlegendes Thema Christkönigtum. An dieser Stelle kann ich diese Empfehlung mit Blick auf das marianisch geprägte 2017 nur wiederholen. Verbringen wir in Vorbereitung auf 2017 diesen Advent mit Maria. Lassen wir uns von ihr durch diese Zeit der Erwartung und Vorbereitung führen. Betrachten wir im Gebet ihren Weg vor der Geburt Jesu und die neue Jahreslosung „Siehe da, deine Mutter“ (Joh 19,27). Bilden wir uns über ihre herausragende Aufgabe im Heilsplan Gottes, ihre Mittlerschaft der Gnaden, ihren Sieg über die gefährlichen Irrlehren und ihre große Barmherzigkeit gegenüber uns Sündern. Bereiten wir gemeinsam mit unseren KJB-Gruppen ein segens- und erfolgreiches marianisches Apostolat vor. Das Hochfest der Unbefleckten Empfängnis am 08. Dezember bietet uns eine zusätzliche sehr gute Gelegenheit, unsere Verehrung Mariens mit der Adventszeit zu verbinden.

Maria nämlich führt uns direkt zu Christus, im Advent auf besondere Weise: „Es gibt kein Heil außerhalb Marias, durch welche uns Der gegeben wurde, außerhalb dessen kein Heil ist“, betont Erzbischof Marcel Lefebvre Marias Bedeutung für unseren Weg zu Christus. Sie ist „die Ehre unseres Volkes“ und „die Fürsprecherin der Sünder“, wie es in dem alten Gebet „Tota pulchra es Maria“ heißt.

Ich bitte euch, diese Worte ernst zu nehmen und in die Tat umzusetzen. Lassen wir uns nicht von der Hektik und vom blinden Konsumrausch ablenken, die so vielen Menschen leider den wichtigen Blick auf den Advent und somit den wichtigen Blick auf die Ankunft Christi, unseres Königs, versperren. Seien wir leuchtende Vorbilder und Wegweiser des unverfälschten katholischen Glaubens in einer Zeit, der die Ankunft des Erlösers herzlich egal ist oder sogar am liebsten verhindern würde. Lieben und leben wir den Advent – nicht nur im Dezember.

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz