Rundbrief der KJB-Deutschland im Februar

Liebe KJBler,

für diesen Rundbrief greife ich auf ein Datum zurück, das wenig beachtet wurde: Am 22. Dezember 2016 jährte sich zum 800. Mal die Bestätigung der Ordensregel der Dominikaner durch Papst Honorius III. in der Bulle „Religiosam vitam“. Erst 1215 hatte der heilige Dominikus (1170 – 1221) den Predigerorden in Toulouse gegründet, mit dem Ziel, den wahren katholischen Glauben zu predigen und die gefährlichen Irrlehren zurückzudrängen. Denken wir anlässlich dieses Jubiläums darüber nach, inwiefern der heilige Dominikus uns KJBlern, vor allem in diesem Jahr, ein Vorbild sein kann. Ich kann hier nur auf wenige Eigenschaften Dominikus‘ eingehen, es lohnt sich aber sehr, sein Leben und Wirken tiefer zu betrachten.

  • Die Liebe zur Wahrheit und der Hass auf den Irrtum waren bei Dominikus sehr stark ausgeprägt und mit einem riesigen Tatendrang verbunden. Er konnte nicht untätig herumsitzen, während die gefährlichen Irrlehren der Katharer und Albigenser um sich griffen. Stattdessen zog er zu Fuß durch ganz Europa, studierte und predigte die Glaubenswahrheiten, missionierte die Häretiker und gründete den Orden der Dominikaner, die wiederum allein in den ersten vier Jahren 60 Klöster errichteten. In der Enzyklika „Fausto appetente die“ schreibt Papst Benedikt XV. über den Orden, “dass er den verschiedenen Übeln der Irrtümer vorbeugte und das Licht des christlichen Glaubens verbreitete, da ja dem ewigen Heil nichts so sehr im Wege steht als die Unkenntnis der Wahrheit und verkehrte Anschauungen.“ Dies soll uns motivieren, uns in der Wahrheit zu bilden und ihr zu dienen, Verantwortung zu übernehmen und uns zu engagieren, gerade in der heutigen Krisenzeit.
  • Das unerschütterliche Gottvertrauen des Dominikus‘ ist nötig, um in dieser Krisenzeit standhaft zu bleiben. Denn seine Mission und sein Kampf gegen die Irrlehren waren lange Zeit nicht erfolgreich. Zum einen waren die Albigenser und Katharer gerade in Südfrankreich und Norditalien sehr gut organisiert und zum anderen waren auch viele katholische Bischöfe sehr zögerlich, Dominikus in seinem Apostolat zu unterstützen. Er aber verlor die Hoffnung nicht, hielt Gott die Treue auch in den kleinen, alltäglichen Dingen. Der Heilige lebte uns vor, dass wir nur dann Großes bewirken können, wenn wir auch im Kleinen sorgfältig und konsequent sind und den Willen Gottes erfüllen möchten, selbst wenn der Teufel uns immer wieder in Versuchung führen will. Aber auch wenn er uns Schwierigkeiten bereitet, verlieren wir nie das Ziel aus den Augen, sondern arbeiten beharrlich im Vertrauen auf Gott weiter.
  • Die Verehrung Mariens zeichnete Dominikus auf besondere Weise aus. Es heißt, dass er 1214 das Rosenkranzgebet von Maria in einer Erscheinung empfangen haben soll, nachdem er im Wald bei Toulouse das Bewusstsein verloren hatte. Er war alleine dorthin gegangen, um zu fasten und zu beten, damit sein Apostolat endlich Früchte tragen würde. Maria empfahl ihm den Rosenkranz als Waffe, um die Welt zu bekehren und die verhärteten Seelen zu Gott zu führen. In der Kunst wird er daher meist mit einem Rosenkranz dargestellt. Seine späteren apostolischen Erfolge mit dem Orden sind auch darauf zurückzuführen, dass er durch das Rosenkranzgebet sein Wirken ganz Maria unterstellte. Auch soll er oft gebetet haben: „Würdige mich, dich zu loben, heilige Jungfrau, gib mir Kraft gegen seine Feinde.“
  • Die Buße und Einfachheit des Lebens des Dominikus‘ sollen uns anspornen, unseren Blick von der materialistischen Konsumwelt abzuwenden und im Alltag kleine Sühneopfer zu bringen. Die Dominikaner waren ein Bettelorden ohne Besitz, die zu Fuß viele Kilometer wanderten, um den wahren Glauben zu verbreiten. Vom Gründer wird berichtet, er habe nur sehr wenig geschlafen und dies auf einer Kirchenbank, da er keine eigene Klosterzelle besessen haben soll. Zudem soll er oft bis tief in die Nacht vor dem Altar gekniet haben, während seine Mitbrüder bereits schliefen.

Es ist schrecklich, dass heute die meisten Dominikaner zu den wichtigsten Vorkämpfern des Modernismus gehören. Sie haben das Anliegen ihres Gründers in das genaue Gegenteil verkehrt: Anstatt die größte aller Irrlehren zu bekämpfen, sind sie ihre Anhänger geworden. Aber es gibt auch Dominikaner, die den Zweck ihres Ordens und das Ziel ihres Gründers nicht verraten haben, etwa in Steffeshausen, Avrillé, Brignoles oder Fanjeaux. Diese benötigen unser Gebet und unsere Unterstützung im Wiederaufbau der Christenheit. Nehmen wir uns dafür die Liebe zur Wahrheit, das Gottvertrauen, die Marienverehrung und den Bußgeist des heiligen Dominikus zum Vorbild. Beten, arbeiten und kämpfen wir als Jugend der katholischen Tradition im Geiste des Ordensgründers, damit bald Maria wieder Mutter und Christus wieder König sein dürfen.

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz