Rundbrief der KJB-Deutschland im Januar

Liebe KJBler,

sehr gerne wünsche ich euch ein gnadenreiches und frohes Weihnachtsfest sowie ein gesegnetes und erfolgreiches Jahr 2018! Nutzen wir den Beginn des neuen Kalenderjahres, um uns noch mehr und noch konsequenter für Christus, den König, einzusetzen – im Inneren und Äußeren, Kleinen und Großen! Ich möchte in aller Kürze den heiligen Augustinus betrachten, der uns in diesem Jahr dabei helfen soll, uns von der Liebe des Heiligsten Herzen Jesu entzünden zu lassen. Warum ausgerechnet Augustinus? Was soll der Kirchenlehrer, Philosoph und Theologe, der vor etwa 1600 Jahren gelebt hat, uns heute noch zu sagen haben? Man könnte davon ausgehen, er sei zu kompliziert, abgehoben und nicht mehr zeitgemäß. Aber weit gefehlt! Dieser einflussreiche Heilige ist so vielseitig in Leben und Werk, dass gerade wir mehr von ihm lernen können, als wir denken. Drei Aspekte möchte ich herausgreifen, die uns dazu inspirieren können, Augustinus in diesem Jahr etwa als Fürsprecher im Himmel, als Vorbild und für die geistliche Lektüre heranzuziehen.

  • Niemand von uns wird als Heiliger geboren. Augustinus ist ein sehr lebendiges Beispiel dafür, im Leben viel Unglück zu erfahren, viele Fehler und Sünden zu begehen und letztendlich doch von Gottes Barmherzigkeit gerettet zu werden. Der Autor Hans Hümmeler schreibt in „Helden und Heilige“: „Jeden Irrweg, der von Gott wegführte – Augustinus ist ihn gegangen, und doch konnte er dem Netz des ewigen Menschenfischers nicht entfliehen.“ Augustinus schwänzte den Schulunterricht, bereitete seiner christlichen Mutter viel Ärger, sein Vater war bis kurz vor dem Tode Heide, in seinem Beruf als Dozent hatte Augustinus lange keinen finanziellen Erfolg, er gab sich lange vielen sexuellen Ausschweifungen hin und hatte ein uneheliches Kind, verachtete die Bibel und verrannte sich über zehn Jahre lang in der Irrlehre des Manichäismus. Augustinus war nicht perfekt, er war wie wir ein armer Sünder auf einem langen und beschwerlichen Weg. Wir können uns sicher sein, dass, wenn jemand wie er heilig werden konnte, wir es auch ganz sicher werden können. Kein Hindernis, keine Sünde, kein Fehler kann groß genug sein, dass es Gott mit seiner Liebe nicht überwinden könnte! Nicht umsonst kämpfe Augustinus nach seiner Bekehrung gegen die Irrlehrer der Donatisten, die Sündern und Abgefallenen keine Bekehrung und Wiederaufnahme in die Kirche gestatten wollten.
  • Wir müssen unser ganzes Vertrauen auf Gott setzen. Augustinus konnte sich nur bekehren, nur heilig werden, weil er erkannte, dass nur Gott allein ihn retten kann. Schonungslos gegen sich selbst legte er vor Gott seine Sünden und Fehler offen und vertraute sich ihm vollständig an. Nichts, was nicht aus Gott kommt, kann uns helfen und alles, was wir können, können wir nur, weil wir es von Gott erhalten haben: „Und nur deshalb, weil du nicht mit Strenge unsere Vergehungen ansiehst, hoffen wir vertrauend, daß es eine Zuflucht gebe bei dir. Wer dir seine wahren Verdienste vorzählt, kann dir damit nichts vorzählen als deine Gaben. O wenn doch die Menschen bedächten, daß sie Menschen sind, und wer sich rühmte, sich des Herrn rühmte“ (Bekenntnisse 9,13). Was ist in unserem Leben der tatsächliche Mittelpunkt? Woran hängt unser Herz? Was machen wir mit unseren kleinen und großen Sorgen, Problemen, Sünden und Fehlern? „Werfen“ wir sie auf Gott (1 Petr 7, Ps 55, 23) und suchen in ihm und seiner Lehre den einzigen und wahren Ausweg aus unseren Krisen!
  • Wir müssen etwas tun. Es ist kein Gottvertrauen, wenn wir uns zurücklehnen, nichts tun und dennoch davon ausgehen, dass „alles gut wird“. Das ist Vermessenheit. Augustinus wusste, dass eine echte, tiefe Beziehung zu Gott bedeutet, seinen Willen in der Kraft des Heiligen Geistes zu tun – täglich. Das Vertrauen in die Tat umgesetzt, bedeutet, sich Gott zum Werkzeug anzubieten, damit er durch uns gute Werke (Jak 2, 14) vollbringen kann, damit wir und andere gerettet werden. Augustinus schreibt dazu: „es trägt unsere Seele Frucht und auf Geheiß unseres Herrn und Gottes läßt sie aufgehen Werke der Barmherzigkeit nach ihrer Art; sie liebt ihren Nächsten und hilft ihm in den Nöten des Lebens und trägt in sich den Samen zu Ähnlichem, denn, eingedenk unserer Schwachheit, fühlen wir Mitleid, dem Dürftigen beizustehen, wie auch wir wünschen würden, daß uns geholfen würde, wenn gleiche Not uns drängte“ (Bekenntnisse 13, 17). Augustinus setzte den Willen Gottes als Schriftsteller, Prediger, Priester und Bischof in die Tat um. Er gebrauchte seine ganzen Fähigkeiten und Talente als Werkzeug Gottes, er verbreitete die Wahrheit und bekämpfte den Irrtum mit seiner gesamten Kraft.

Lassen wir den heiligen Augustinus unseren Begleiter und Helfer in diesem neuen Jahr sein, damit wir selbst auf den Weg zur Heiligkeit gelangen und diesen nicht verlassen werden!

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz