Rundbrief der KJB-Deutschland im Juni

Liebe KJBler,

im Juni stehen besonders Pfingsten, Fronleichnam, das Fest der allerheiligsten Dreifaltigkeit sowie das Fest des allerheiligsten Herzens Jesu im Vordergrund. Nichtsdestotrotz möchte ich gerne in diesem Rundbrief einen Blick auf den Heiligen werfen, dessen Fest wir am kommenden Pfingstmontag, den 05. Juni, feiern: Den heiligen Bonifatius (~ 675 – 754), den Apostel Deutschlands. Dieser Benediktinermönch, Erzbischof, Missionar, Klostergründer und Märtyrer kann uns für unser heutiges Wirken zur Wiederherstellung des sozialen Christkönigtums als großes Vorbild dienen. Von seinem Leben und Werk sind erstaunlich viele Kenntnisse erhalten, sodass ich hier nur auf einzelne wichtige Punkte eingehen kann. Zur ausführlichen Beschäftigung mit ihm sei etwa das Buch „Der heilige Bonifatius. Apostel Deutschlands“ des Priesters Johann August Zimmermann empfohlen.

719 empfing der englische Mönch Wynfrith in Rom vom heiligen Papst Gregor II. den Missionsauftrag für die deutschen Stämme und den Namen Bonifatius. 722 wurde er zum Bischof, 747 zum Erzbischof und päpstlichen Legaten ernannt. Er wirkte vor allem im heutigen Thüringen, Hessen, Bayern, gründete Bistümer, Klöster und Kirchen, veranstaltete die ersten Synoden auf deutschem Boden, erneuerte und festigte die kirchlichen Gebote und Rechte in der fränkischen Kirche. Somit schuf er „die Grundlage für die Zusammenführung und enge Verbindung von Papst und Frankenherrscher und so die politische Realität des christlichen Abendlandes“, wie P. Thomas Jentzsch in „Das Werden des Heiligen Römischen Reiches“ schreibt. Wahrscheinlich am Morgen des 05. Juni 754 wurde er zusammen mit 52 Gefährten an der friesischen Küste von einer heidnischen Truppe erschlagen.

Von Anfang an war das Apostolat Bonifatius‘ von großen Widerständen und Schwierigkeiten geprägt, die vor allem von weltlichen Herrschern, Bischöfen und Priestern seines Missionsgebietes ausgingen. Es ist überliefert, dass sich der lokale Klerus kaum um päpstliche Anweisungen kümmerte, die katholische Lehre mit heidnischen Bräuchen vermengte und in der Moral kein gutes Vorbild war. Konsequent ging er gegen diese Vergehen vor. Viele Hindernisse ließen ihn fast die Hoffnung verlieren. Im Briefverkehr mit den Päpsten seiner Zeit holte sich Bonifatius Rat und Mut, um seine Aufgabe weiterzuführen, und stärkte so auch die verlorene Verbundenheit des lokalen Klerus zum Papst. Der Missionar verkündete also nicht nur Heiden das Evangelium, sondern musste vor allem im Innern der Kirche apostolisch wirken. Das grundlegende Prinzip für diese Aufgabe findet man bereits in seinem Eid gegenüber Gregor II., den er 722 über dem Grab Petri ablegte: „(…) ich verspreche, gegen die Einheit der gemeinsamen und allgemeinen Kirche mich durch niemandes Einflüsterungen stimmen zu lassen, sondern, wie gesagt, meinen Glauben, meine Treue und Hilfe dir und dem Nutzen deiner Kirche (…) und deinem vorbenannten Stellvertreter und dessen Nachfolgern stets und in allen Dingen erweisen zu wollen. Wenn ich aber erfahren sollte, dass Bischöfe den alten Anordnungen der heiligen Väter zuwiderhandeln und –leben, so will ich mit ihnen keine Gemeinschaft oder Verbindung unterhalten, sondern sie vielmehr davon abhalten, wenn ich es vermag, sie abzuhalten (…)“.

Es ist daher kaum verwunderlich, dass es in den überlieferten Predigten des Benediktiners, der ein großes Wissen über die Heilige Schrift besaß, vor allem um den wahren Glauben, die göttliche Liebe und eine tugendhafte Lebensführung ging: „Wahrhaft glückselig ist, wer dadurch, daß er recht glaubt, tugendhaft lebt, und dadurch daß er tugendhaft lebt, den rechten Glauben bewahrt. Wie also der Glaube ohne gute Werke vergeblich ist, so nützen die guten Werke nichts ohne wahren Glauben.“ In seiner Enzyklika „Ecclesiae fastos“ über Bonifatius betont Papst Pius XII. 1954 diese tiefe Liebe des Missionars zur Wahrheit, die sein Ansporn war, die unsterblichen Seelen zur Einheit der römisch-katholischen Wahrheit zurückzuführen: „In seinem Missionseifer lag etwas so Tatkräftiges, so Stürmisches und Starkes, dass ihm menschliche Erwägungen und menschliche Bande nicht Einhalt gebieten konnten.“ Bonifatius lebte nach den Worten Petri, die wir im Graduale der Liturgie des 05. Juni finden: „Freuet euch, daß ihr teilnehmen dürft an den Leiden Christi, damit ihr auch bei der Offenbarung Seiner Herrlichkeit frohlocken und euch freuen könnt. Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um Christi Namen willen; dann ruht ja Ehre und Herrlichkeit und Gottes Kraft und Sein Geist auf euch“ (1 Petri 4, 13 – 14).

Der Apostel Deutschlands kann als Vorbild für unseren heutigen Kampf dienen. Auch wir dürfen nicht der Versuchung nachgeben, Wahres und Falsches zu vermischen, die Wiederherstellung des Christkönigtums zugunsten weltlicher Vorteile aufzugeben, sondern müssen wie Bonifatius beharrlich, treu und auf Gott vertrauend für die Wahrheit und ihre Ausbreitung kämpfen. Nutzen wir die anstehenden Hochfeste, um durch die Fürsprache des heiligen Bonifatius im Wissen und der Liebe zur Wahrheit gestärkt und gefestigt zu werden.

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz