Rundbrief der KJB-Deutschland im Oktober

Liebe KJBler,

mit jedem Oktober neigt sich ein KJB-Jahr dem Ende zu, das wir mit einer großen Geburtstagsfeier auf dem internationalen Christkönigstreffen am 27. – 29. Oktober in Wil (Schweiz) abschließen werden. Am 06. Januar 2017 jährte sich nämlich die Gründung der KJB zum 40. Mal. Zeit für ein paar Worte zum Geburtstag. In den letzten Jahren hat sich die KJB stark verändert. Sie ist größer und jünger geworden, sie hat in Organisation und Arbeitsabläufen einige zeitgemäße Veränderungen durchgeführt und sie hat manche alten Ideen wieder aufgegriffen, aber auch neue Projekte ins Leben gerufen. Alleine in diesem Jahr hat die KJB sechs große Fatima-Prozessionen durch deutsche Großstädte organisiert und dabei insgesamt über 1400 Teilnehmer auf die Straßen gebracht. Ebenso haben wir mit den Nähtagen, dem Jugendwegweiser, der Rom-Reise und einer Arbeitswoche für die KJB-Leitung vier neue Veranstaltungsformate auf den Weg gebracht. An vielen weiteren Dingen wurde und wird im Hintergrund fleißig gearbeitet und man kann mit Recht feststellen, dass die KJB zu den am besten organisierten und strukturierten Jugendwerken der FSSPX weltweit gehört. So weit, so gut. Aber genügt das? Können wir damit zufrieden sein? Können wir uns jetzt gemütlich zurücklehnen?

Wir müssen uns die Frage stellen, was wir in den letzten 40 Jahren der KJB tatsächlich erreicht haben, ob wir unserem Ziel, das soziale Christkönigtum in unserer Heimat wiederherzustellen, tatsächlich näher gekommen sind. Die Krisen in Kirche und Staat haben sich zumindest noch weiter verschärft. Auch die zunehmenden „konservativen“ Stimmen in der Kirche machen meistens auf halbem Wege Halt und erwecken so nur den gefährlichen Anschein einer wirklichen Wende. Umso schlimmer, dass viele Anhänger der katholischen Tradition darauf hereinfallen und bereit sind, überall falsche Kompromisse einzugehen, weil sie Kampf und Konflikt nicht mehr ertragen. Dabei wäre es genau jetzt an der Zeit, den Kampf um die Wahrheit heißer und intensiver zu führen, sich noch mehr und tatkräftiger für das Christkönigtum einzusetzen. In seinem KJB-Gründungsvortrag von 1977 sprach P. Franz Schmidberger: „Wir müssen arbeiten für das soziale Königtum Jesu Christi, damit der Herr immer und überall regiere, ob das in den Schulen ist, ob das in den Vereinen ist, ob das in den Betrieben ist, selbstverständlich in der Kirche, oder dann schließlich im ganzen Staat und in der ganzen Gesellschaft.“ Wir müssen uns also täglich daran erinnern, welche Pflichten wir als Katholiken in dieser Zeit haben. Zu unseren Pflichten gehören nämlich nicht nur Ausbildung und Job, sondern auch und vor allem der Einsatz für die katholische Wahrheit. Unsere Standespflichten sind nicht nur bürgerliche und materielle, sondern vor allem katholische! Und dies betrifft definitiv nicht nur unsere Zeit in der KJB, sondern auch die anschließende Zeit. Die Idee der KJB lebt erst dann, wenn wir sie immer in unserem Leben umsetzen, wenn wir auch nach unserer aktiven Zeit in der KJB unsere Kräfte und Talente für das soziale Christkönigtum einsetzen, wenn wir uns aktiv, jeder nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten, für Christus, den König, engagieren.

Erfolgreich ist die Arbeit der KJB nicht, wenn möglichst viele Menschen ihre Veranstaltungen besuchen oder wenn sie möglichst viele Spenden einnimmt. Erfolgreich ist die Arbeit der KJB, wenn aus ihr christliche Persönlichkeiten hervorgehen, tugendhafte Kämpfernaturen, die sich für ihre Heimat, ihre Familien und für die Kirche aufopfern. Katholiken, die angesichts der zahlreichen Krisen nicht gemütlich auf dem Sofa sitzen bleiben können. Erfolgreich ist die Arbeit der KJB, wenn sie ein Nährboden für viele weitere katholische Projekte und Aktionen ist, wenn sie als Avantgarde dafür sorgt, dass der Kampf für die Wahrheit und gegen den Irrtum nicht aufgegeben wird. Wir müssen diesen Teufelskreis zerstören, in dem man sich fünf, sechs Jahre mehr oder weniger in der KJB engagiert, dann aussteigt und den „guten Kampf“ (2 Tim 4,6) nicht mehr kämpft. Es bedarf dagegen des weiteren Engagements in anderen Projekten oder der Gründung neuer, damit die suchenden und dürstenden Seelen (Ps 63,2) die Wahrheit finden und auch der öffentliche Raum für Christus, den König, zurückgewonnen werden kann. Prälat Robert Mäder schreibt uns dies mahnend in „Jesus der König“ ins Herz: „Das göttliche Herz Jesu treibt Eroberungspolitik. Es will auf die Straße. Es will das ganze öffentliche Leben erneuern.“

Wenn wir also in wenigen Wochen in Wil das Christkönigstreffen besuchen, dann denken wir daran, dass diese ersten 40 Jahre der KJB nur das Warmlaufen waren, nur die ersten paar lockeren Runden, nur ein bescheidener Anfang und dass wir uns selbst immer wieder fragen müssen, was wir selbst tun können, um die Idee der KJB leben und blühen lassen zu können. 40 Jahre KJB sind kein Grund, gemütlich zurückzuschauen und mit sich zufrieden zu sein (Lk 9,62), sondern der ideale Anlass, mutig, kritisch und voller Tatendrang in die Zukunft zu schauen. Der entscheidende Kampf geht jetzt erst richtig los.

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz