Schwaben unter sich

«Habe die Ehre», grinst mich Dominik in seinem unverfälschten «Wälderisch» an. Sein Ziel, mich zum Lachen zu bringen, um sich dann von meinem Platz aus über meine Versuche zu amüsieren, einer anderen Person dasselbe Schicksal zu bescheren. Ich lache, verliere, lege einige Holzscheite ins Lagerfeuer und frage mich, bei welchem der knapp fünfzig Gesichter meine Chancen wohl am aussichtsreichsten sind.

Einige Stunden zuvor trafen sich alle auf dem hohen Kasten, dem östlichen Eingangstor in die Schweizer Alpen. Hatte der Wind den Nebel mal in ein paar Fetzen zerrissen, genossen wir nicht nur den Vierländerblick, sondern schauten auch mit Stolz auf die drei Routen zurück, einer welcher sich alle angeschlossen hatten und über welche wir den Berg erwandert hatten.

Ein schöner Moment, so wie jener, als mir am Sonntagabend – ich war noch ziemlich erschöpft vom Fussball und schon etwas wehmütig über das sich zum Ende neigende Wochenende – die Schwester Oberin ins leicht verwunderte Gesicht sah und sich für die harmonische Stimmung bedankte, die während des Wochenendes im Priorat geherrscht habe. Ein Dank, der allen galt!

Apropos wundern: Vor tausend Jahren hätte sich keiner gewundert, hätten sich «Oberrieter» und «Memminger» als «Schwaben unter sich» zu einem lockeren Wanderwochenende getroffen. Und nach diesem Wochenende zweifelt bestimmt auch keiner mehr von uns, dass wir auch heute noch Vieles gemeinsam haben. Auf ein Wiedersehen, auf solch schöne Momente, freuen wir uns schon sehr.