Sporttreffen 2018

Auch in diesem Jahr hat die KJB wieder ein großes Fußballtunier veranstaltet. Bei diesem haben sich die einzelnen Gruppen gemessen. Mit am Start waren dieses Jahr zum ersten Mal auch die Pius-Kicker, die Mannschaft aus dem Priesterseminar in Zaitzkofen. Über die Stimmungen und Ereignisse des Tuniers wird Max B. im Interview berichten.

 

  1. Max B., Sie waren Kapitain der ersten Mannschaft von Kleinwallstadt beim diesjährigen KJB-Fußballturnier in Schierling bei Zaitzkofen. Sie belegten dort den dritten Platz mit Ihrer Mannschaft. Was waren Ihre Erwartungen?

Zunächst hat es mich sehr gefreut, dass Kleinwallstadt dieses Jahr wieder mit zwei Mannschaften teilnehmen konnte. Dies zeugt von großem sportlichem Interesse in den Reihen der KJBler. Was die Erwartungen betrifft, so ist es bei den Kleinwallstädtern üblich, diese sehr hoch zu halten. Unser Ziel ist stets der Sieg. Keine Alternative. Mit dieser Erwartung kamen wir auch dieses Jahr zum Sporttreffen nach Schierling. Gewiss ist Kleinwallstadt seit Jahren nicht mehr als die Fußball-KJB schlechthin anzusehen. Umso erfreulicher war es, dieses Jahr wieder mit ein paar erfahrenen Veteranen aufzulaufen, was unsere hohe Erwartung noch bestärkte.
Das Turnier nahm selbstverständlich wie immer einen hitzigen Verlauf, ganz unabhängig von der Hitze, die uns von der Sonne beschert wurde.
Schon in der Gruppenphase bekamen wir zu spüren, dass das fußballerische Niveau in der KJB gestiegen ist. Wir schleiften uns mehr schlecht als recht durch die Gruppenphase und standen im Halbfinale unserem Erzrivalen Memmingen gegenüber.
Das hier nun um jeden Milimeter gekämpft wurde und der eine oder andere auch in den „Genuss“ eines Trittes oder Remplers kam, war vorabzusehen.
Von der gleichen Glaubensgesinnung der beiden Teams war auf dem Platz nichts spüren. Dennoch zogen die Memminger nach einem klar entschiedenen Elfmeterschießen verdient ins Finale ein. Uns Kleinwallstädtern fehlte es letztendlich doch an abgebrühter Elfmeterqualität.
Das lange und nervenzerreißende Elfmeterschießen um den dritten Platz gegen die Pius-Kicker konnten wir dann schließlich doch noch für uns entscheiden, sodass wir uns zumindest einen Platz auf dem Siegertreppchen sicherten.

  1. Das hört sich ja doch etwas nach Enttäuschung an, waren die Tunierbedingungen Schuld?

Ausreden werden freilich gesucht. Diesesmal muss ich aber ganz klar sagen, dass es sehr vermessen wäre, bei diesem Turnierverlauf bei einem oder etwas die Schuld zu suchen. Die Turnierbedingung waren hervorragend. Gutes Wetter, vielleicht für den ein oder anderen ein bisschen zu heiß, ausreichende Verpflegung und selbstverständlich elf motivierte Mannschaften. Wir sollten aber die guten Turnierbedingungen nicht nur auf den Rasen beziehen. So begann das Turnier schon morgens mit einer heiligen Messe, die wir, so paradox es auch klingen mag, „gemeinsam“ feierten, ehe wir uns dann auf dem Rasen gegenüber standen. Dies machte ganz besonders die guten Bedingungen aus, da wir zunächst geistlich durch Gebet und das Meßopfer auf das körperlich harte Turnier eingestimmt wurden.

  1. Gönnen Sie den Sieg den Saarbrückenern? Ist etwas Schadenfreude dabei, dass der Erzrivale Memmingen nur einen zweiten Platz belegen konnte?

Saarbrücken holte sich zuletzt 2012 den Titel und glänzte in den vergangenen Jahren mit einer sehr konstanten Leistung und durfte als potentieller Gewinner nie ganz außer Acht gelassen werden. Dieses Jahr belohnten sich die Saarbrückener durch ein durchweg tadelloses und faires Spiel. Trotz ohne Torwart-Titan Raff konnten sie schließlich, meiner Meinung nach verdient, den Titel ergattern. Was mich aber ganz ehrlich verwundert hat, war die zurückhaltende Freude der Saarbrückener nach dem Finale. Ob das Überheblichkeit war? Ich würde es eher als einen demütigen Schachzug bezeichnen.
Von Freude über den zweiten Platz der Memminger kann keine Rede sein, denn schließlich sind, meiner Meinung nach, die ersten beiden Plätze verdient belegt worden. Gewiss ist es stets als ein hartes Derby anzusehen, wenn die Memminger gegen die Kleinwallstädter spielen. Nach den Spielen finden wir uns aber gewöhnlicherweise wieder in unserer Glaubensgesinnung zusammen und lassen die vergangene Härte des Spieles hinter uns. Memmingen war verdient im Finale und kam dort unweigerlich an seine Grenzen gegen Saarbrücken.

  1. Welchen Eindruck machten die Pius-Kicker auf Sie?

Eine sehr treffende Bezeichnung. Denn wie die Piusbrüder in der Kirche den Ball am Laufen halten und sozusagen der Mittelfeldmotor sind, so zeigten sie sich auch als Kicker von ihrer zielstrebigen und robusten Seite. Es war erfreulich und ermutigend zu sehen, welch sportliche und zähe Zukunft die Piusbrüder in Petto haben. Ob Edeltechnicker, Abwehrriegel oder Flügelflitzer, die Schwarzröcke konnten den ein oder anderen Gegner gehörig zum Straucheln bringen. Nicht umsonst zogen sie verdient ins Halbfinale ein, wo sie letztendlich doch gegen den Sieger Saarbrücken passen mussten. Dennoch möchte ich ganz besonders den Torwart der Pius-Kicker erwähnen. Durch seine Blitzreaktionen und seine glänzenden Paraden in wahrer Oliver-Kahn-Manier machte er das Bollwerk der Pius-Defensive perfekt. Dies zeigte sich nicht nur im Elfmeterschießen um den dritten Platz gegen uns Kleinwallstädter.

  1. Also ein positiver Eindruck, aber passt das denn? Sport und Religion?

Diese Frage beantwortet der Hl. Apostel Paulus sehr schön, indem er sagt: „Wisst ihr nicht, dass die Läufer in der Rennbahn zwar alle laufen, jedoch nur einer den Preis erlangt? Laufet so, dass ihr ihn erhaltet.“ (I. Kor 9,24) Der Hl. Paulus spricht hier vom ewigen Preis des Himmels und vergleicht hier ganz bewusst den Weg zu diesem Preis mit dem Sport. Denn wer ist mehr konzentriert, mehr fixiert auf sein Ziel, als ein Sportler? Wer tut mehr, trainiert mehr, nimmt mehr Entbehrungen auf sich, setzt mehr daran als ein Sportler, der den Siegerkranz gewinnen möchte? Wie ein Sportler soll jeder alles daran setzen, den ewigen Siegerkranz zu erlangen. Aus diesem Grund führt der Hl. Paulus den Sportler als Ideal an, um dessen Eigenschaften auf das geistliche Leben zu übertragen.
Da wir in der Welt leben, müssen wir Sport betreiben, um uns die Eigenschaften eines Sportlers anzueignen und diese somit auch in unserem geistlichen Leben umsetzen zu können. Der Körper als Wohnung der Seele, die Seele als Tempel Gottes.

  1. Sie hatten auch noch eine Führung durch das Seminar, wie war der Gesamteindruck des Seminars?

Kurzum ist das Priesterseminar in Zaitzkofen der ideale Ort, um Sportler im körperlichen und geistigen Sinne zu werden, wie ich es oben bereits erwähnt habe. Den Pius-Kickern steht hier ein reichhaltiges Angebot zur sportlichen Betätigung, wie ein Fitnessraum, ein Sportplatz usw. zur Verfügung. Doch noch reicher ist das Angebot für den geistlichen Bereich. Viel gemeinsames Gebet, tägliche Hl. Messen, eine vielseitig ausgestattete Bibliothek und eine Rundumbetreuung der Pius-Kicker durch deren geistliche Trainer, bieten die besten Voraussetzungen, um dem Wort des Hl. Paulus zu entsprechen.
Was ich unbedingt erwähnen möchte, ist die abwechslungsreiche und hervorragende Küche des Seminars, ohne die es sicherlich nicht möglich wäre, die Piusbrüder, ob in der Kirche, in der Welt oder auf dem Rasen, im Ballbesitz zu halten. Auch habe ich erfahren, dass Besuch im Seminar immer gerne gesehen ist. Wer also mal schauen möchte, was die Seminaristen den ganzen Tag machen, der kann gerne einfach mal eine Woche vorbeischauen.

Vielen Dank für diese Einschätzung und für die Zeit, die Sie sich genommen haben. Wenn Sie, verehrter Leser, nächstes Jahr auch dabei sein wollen, dann schauen sie regelmäßig auf unsere Homepage k-j-b.info . Dort werden alle Termine veröffentlicht.

(Das Interview führte Fabian Krautschneider)

 

 

Pater Andreas Steiner und Dominik S. drehten anlässlich des Sporttreffens ein kleinen Film über das Team des Priesterseminars. Viel Spaß beim Schauen! 🙂

https://www.youtube.com/watch?v=OHMmhdG22DI