Briefe an die Jugend – Zwölfter Stern der Krone Mariens

Zwölfter Stern – Die Mutter der Immerwährenden Hilfe

Liebe Jugendliche!

Zwar ist der Gedanke an den Tod für die allermeisten Menschen beschwerlich, am liebsten denken wir gar nicht darüber nach; dennoch aber kommt es im christlichen Leben letztlich darauf an, wie wir sterben werden. Man könnte sagen, der wichtigste Augenblick in unserem Leben ist gerade unser Tod, weil sich just in diesem Moment unsere Ewigkeit entscheidet. Haben wir uns auch ein Leben lang darum bemüht, in der Tugend zu leben und uns zu heiligen, so würde dies uns nichts nützen, wenn wir im Alter lau werden und schließlich ohne Gnade sterben! Wir wissen nicht wann, wie oder wo wir sterben werden – allerdings haben wir die absolute Gewissheit, dass wir eines Tages sterben werden. Es ist deshalb durchaus nützlich und heilsam, hin und wieder eine Betrachtung über den Tod und somit über den eigentlichen Ernst des Lebens anzustellen, den wir nur allzu leicht im Trubel der Welt immer wieder vergessen. Die Gedanken über den Tod sollen uns allerdings nicht entmutigen, noch dürfen wir uns dadurch einer bestimmten Lebensfreude berauben lassen. Viel mehr sollen wir uns bemühen, in der Tugend und Gnade fortgehend zu wachsen, uns wieder aufrichten wenn wir fallen und stets ein großes Vertrauen in die Gnadenhilfe Gottes zu haben.

„Siehe da, dein Sohn! Siehe da, deine Mutter“! (Jn 19,27) Unser Herr Jesus Christus hat alle Menschen Seiner heiligsten Mutter anvertraut, kurz vor Seinem eigenen Tod. Maria war da, Sie stand unter dem Kreuz und litt mit Ihrem Sohn mit! Da uns Maria mit derselben Liebe liebt, die Jesus zu uns trägt, macht Sie unsere Leiden sich zu Eigen. Sieht eine Mutter ein Kind in Schmerzen, so leidet sie mehr, als wenn sie selbst betroffen wäre. Das gilt auf besondere Weise für Maria! Sie ist die Trösterin der Betrübten, die Zuflucht der Sünder, das Heil der Kranken, die Hilfe der Christen! Bis zum Tode und hindurch durch die Ewigkeit bleibt Sie unsere Mutter! Im Ave Maria bitten wir Sie inständig, Sie möge „für uns bitten, jetzt und in der Stunde unseres Todes.“ Es soll uns nicht verwundern, dass gerade Maria uns eine große Hilfe in der Stunde unseres Ablebens sein wird, denn jede Mutter wünscht sich nur Gutes für die eigenen Kinder – Maria wünscht also, dass wir die ewige Glückseligkeit erlangen, und dies entscheidet sich im Augenblick unseres Todes! Unsere Todesstunde ist also gewissermaßen Ihr großes Anliegen!

Das ist ein großer Trost für uns der uns anspornen soll, ein immer größeres Vertrauen auf Maria tief in unseren Herzen zu hegen! Es ist nicht möglich, übertriebenes Vertrauen auf Maria zu haben, vorausgesetzt natürlich dass es nicht vermessen, sondern aufrecht und kindlich ist!

Das bekannte Volksgebet zur Mutter der Immerwährenden Hilfe bringt dieses Vertrauen auf Maria im Leben und im Tode auf wunderbare Weise zum Ausdruck:

Jungfrau, Mutter Gottes mein,
Lass mich ganz dein Eigen sein!
Dein im Leben und im Tod,
Dein in Unglück, Angst und Not; …

Du kannst mir ja helfen, o Mächtigste!
Du willst mir ja helfen, o Gütigste!
Du musst mir nun helfen, o Treueste!
Du wirst mir auch helfen, Barmherzigste! …

Drum ruf ich beharrlich in Kreuz und in Leid:
„Maria hilft immer! Sie hilft jederzeit!“
Ich ruf voll Vertrauen in Leiden und Tod:
„Maria hilft immer, in jeglicher Not!“
So glaub ich und lebe und sterbe darauf:
„Maria hilft mir in den Himmel hinauf.“

Beseelt von diesem Vertrauen wollen wir uns stets an unserer Mutter im Himmel wenden: Sie möge uns beistehen, uns begleiten, uns zu Hilfe eilen, jetzt und in der Stunde unseres Todes!

Mit priesterlichem Segensgruß,
P. Elias Stolz

 

Stossgebet:

“So glaub ich und lebe und sterbe darauf: „Maria hilft mir in den Himmel hinauf.“

Vorsatz des Monates:

Ich will diesen Monat zwei Betrachtungen machen: 15 Min. über meinen Tod und 15. Min. über Maria am Kreuz.

Lesetipp:

Kapitel 4, 18 und 20 aus dem Buch: “Aufruf der Botschaft von Fatima“ von Schwester Luzia.