Archivperle aus dem DGW 9/1997: Herr, Dein Wille geschehe

Herr, Dein Wille geschehe – und tut’s auch noch so weh,

Herr, Dein Wille geschehe – da wo ich geh und steh,

Herr, Dein Wille geschehe – wenn ich’s auch nicht versteh.

DGW-1979-2-1cDieses wunderbare Gebet gibt mir viel zu denken.

Wie leicht kann man diese Worte sprechen in Zeiten des Glücks und der Tröstungen. Doch schickt uns dann der Herrgott ein kleines Kreuz, so wollen wir gleich verzagen und klagen.

O, was ist es doch für eine große Gnade, inmitten schwerer Leiden und Prüfungen freimütig zu beten: „Herr, Dein Wille geschehe“. Welche Verdienste können wir dadurch erreichen, wenn wir alles ergeben und freudig aus Gottes Hand annehmen.

In erster Linie ist es ja auch eine gerechte Strafe, wenn Gott uns Leiden und Prüfungen schickt zur Genugtuung unserer vielen Sünden, mit denen wir ihn täglich beleidigen. Aber aus Liebe zum gekreuzigten Heiland sollen wir ihm alles aufopfern und geduldig ertragen. Gibt er uns doch durch sein Leiden und seinen Tod ein so großes Beispiel seiner Liebe.

Nichts in unserem Leben geschieht ohne Gottes Willen oder Zulassung. Deshalb sollen wir uns in allem dem Willen Gottes gleichförmig machen und uns ihm gänzlich unterwerfen. Das kann man schon in den kleinen Dingen üben, zum Beispiel beim Wetter. Wir sollen nicht murren oder ungeduldig werden, wenn uns der Regen oder die Hitze gerade nicht in unser Vorhaben passt, sondern wir sollen immer darin die Vorsehung Gottes sehen.

Es gibt hundert Begebenheiten im Alltag, wo dies oder jenes nicht nach unseren Vorstellungen klappt und wo wir oft denken, warum muss das gerade so sein, und wir wissen nicht, für was es gut ist. Doch Gottes Wege sind nicht unsere Wege und Gottes Gedenken sind nicht unsere Gedanken.

Wenn wir uns nun vornehmen, in allem was so auf uns zukommt den Willen Gottes zu sehen, so können wir eigentlich nie unglücklich oder traurig werden, denn alles, was uns widerfährt, kommt ja von Gott und was von Gott kommt, ist gut und gereicht uns zum Nutzen.

Autor: Doris aus der KJB-Gruppe St. Aloisius in Heilbronn