Glauben im Alltag – Das Tischgebet

Die Themenreihe „Glauben im Alltag“ geht weiter mit dem Erlebnis einer KJBlerin! Und auch hier: Kleine Handlung, unerwartete Reaktionen. Nachmachen wird wärmstens empfohlen!

Dreimal im Jahr fahre ich mit einem Projektchor für ein paar Tage weg, um ein paar Tage nichts anderes zu machen als zu singen. Und natürlich sonst alles was man mit einer Gemeinschaft so macht…dazu gehören auch gemeinsame Mahlzeiten. Da ist es wieder auf dem Tisch: das leidige Thema, das Tischgebet und deine innere Zerrissenheit darüber, es öffentlich zu verrichten. „Bei Anna würde ich mir ja nichts denken aber bei Chris, was würde er von mir denken…“ Ja, was wird er denken oder die anderen, was werden sie sagen, werden sie überhaupt etwas sagen?

Oft schon habe ich diesen inneren Konflikt mit einem geistigen Tischgebet beendet. So nicht heute, je länger ich darüber nachdenken desto absurder wird mir meine Menschenfurcht und ich mache ein Kreuzzeichen und bete. Nach dem zweiten Kreuzzeichen spricht mich prompt meine Tischnachbarin Mona an und fragt, ob ich gerade gebetet habe, ich bejahe dies und sage, dass wir in unserer Familie immer zu hause vor dem Essen beten. Sie antwortet, dass sie solche Traditionen sehr schön findet. Sie ist Atheistin.

David, ein anderer Junge am Tisch, der das Ganze ebenfalls mitbekommen hat, wirft darauf ein, dass man bei ihm früher zuhause auch immer vor dem Essen gebetet hat. Zu einem späteren Zeitpunkt hatte ich eine Diskussion über den Glauben, mit jemandem, den meine Beweggründe sehr interessiert hatten, dessen Anstoß ebenfalls mein öffentliches Gebet war.

Im Nachhinein wurde mir wieder einmal bewusst, wie reich oft nur ein kleines öffentliches Bekenntnis des Glaubens vom Himmel belohnt wird und wie dumm und unbegründet es oft ist, seinen Glauben aus Menschenfurcht zu verleugnen!

Hl. Geist hilf uns recht oft, in Alltagssituationen auf deine Einsprechungen zu hören!