Mehr als nur schöne Musik

Gespannt sitzen wir im Auto und fahren immer höher. Immer kleiner werden die Häuser unter uns. Und es geht noch weiter hoch hinaus. Langsam steigt der Druck in den Ohren. Endlich sind wir da.

Hier oben soll also die Chorwoche 2019 stattfinden. Mitten in den Bergen des Bündnerlandes der Schweiz.  Ringsum grasgrüne Wiesen, weit unten ein kleines Tal, in dem man die winzigen Häuser von Cazis erkennen kann und geradeaus den wunderschönen Anblick gewaltiger Berge die von dem trüben Nebel einer Wolke bedeckt sind und sie noch mächtiger erscheinen lassen. Hier oben auf 1700 Meter umgeben von herrlicher Bergluft lässt es sich gut singen.

Deshalb trafen sich 70 KJBler zur alljährliche Chorwoche. Unter der Leitung von Pater Leonhard Amselgruber studierten wir verschiedene Psalmvertonungen aus unterschiedlichen Epochen ein. Die Psalmen begleitet uns auch inhaltlich während der Woche. So predigte uns, in der täglichen hl. Messe, Pater Amselgruber von König David und der Entstehung und Bedeutung der Psalmen. Zum Beispiel erfuhren wir, dass es Bußpsalmen, Lobpsalmen, Bittpsalmen und Dankpsalmen gibt. Dies versuchten wir dann auch besonders während dem Singen umzusetzen. Eindrucksvoll war es die Psalmen zu singen und auch inhaltlich dabei zu sein.

Pater Tobias Amselgruber hielt uns während der Woche geistliche Vorträge über den Himmel. Er ging besonders auf die verkitscht, kindliche Betrachtung des Himmels ein, in der Gott auf den Wolken sitzt. Mit dieser Vorstellung räumte er auf und brachte uns die geistigen Freuden des Himmel näher.

So waren wir also nicht nur mit Musik sondern auch mit geistlicher, und Dank unserer Köchin auch mit leiblicher Nahrung bestens versorgt.

Auch die Gemeinschaft kam nicht zu kurz. Während den zahlreichen Pausen lernten sich die einzelnen Teilnehmer gut kennen. Besonders die wunderschöne Natur lud zu Spaziergängen und kleinen Wanderungen ein. Ein gemeinsamer Ausflug fiel leider auf einen sehr regnerischen Vormittag, allerdings tat dies der guten Laune keinen Abbruch. Ein paar gingen auf den Gipfel des Berges auf dem unser Häusschen war und ein paar fuhren nach Zillis um sich dort die sehenswerte Kirche anzusehen.

Mit Gedichten und musikalischen Beiträgen gestalteten wir dann den „Bunten Abend“, schon hier konnte man das erste Kribbeln der Bühne spüren. Doch auch das Konzert kam immer näher. Wir gingen in die Kirche im Dorf um dort mit der Orgel zu proben.

Endlich kam der große Tag des Konzerts. Nach den letzten Proben in der Kollegikirche in Schwyz führten wir dort das Konzert auf. Wir selbst waren tief bewegt von der Erhabenheit der Stücke. Die Psalmen, die zum Beispiel im Psalm „Miserere“ eine tiefe Zerknirschtheit über die Sünde oder im Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte“ ein unerschütterliches Vertrauen auf Gott zum Ausdruck bringen wurden von uns nicht nur gesungen, sondern vorallem gebetet. Dadurch, und das merkten auch die Zuhörer, bekamen sie eine viel größere Tiefe.

Für einen schönen Klang half uns Judith Braun-Fiedermutz durch das Einsingen und die Stimmübungen. Außerdem trug sie und Jose Carmona als Solisten zu unserem Konzert bei. Bei den meisten Stücken begleitete uns Eri Takeguchi auf der Orgel.

Insgesamt war auch diese Chorwoche wieder ein Erlebnis, das man allen musikinteressierten Jugendlichen wünscht.