Rundbrief der KJB-Deutschland im Dezember

Liebe KJBler,

Schaufenster locken mit happy-xmas-special-sales, Menschen stürzen sich auf überfüllten Weihnachtsmärkten billigen Kopfschmerz-Glühwein in den Rachen, vor dem rot-weißen Dicken und seinen Weihnachtstrucks ist kein Entkommen und beim „Black Friday Shopping“ in den USA rennen sich blinde und gierige Menschenmassen über den Haufen, nur um als Erster den neuesten Mist zu erwerben, den man sowieso nicht braucht. Hauptsache, das Instagram-Selfie, auf dem man stolz das ergatterte Schnäppchen präsentiert, bekommt viele Likes. #HappyHolidays!

Ihr habt es sicher schon erraten: Die Adventszeit hat begonnen. Viele Menschen, selbst viele Katholiken, verbringen diese wie oben beschrieben oder ähnlich. Die Zeit der Erwartung der Ankunft Christi ist zu einer der lautesten und schrillsten Zeiten des Jahres geworden. Dabei soll sie dies gerade nicht sein, im Gegenteil. Die Adventszeit ist eine Zeit der Stille, der Buße und der inneren Vorbereitung auf Jesus Christus. Eine Gesellschaft, die das Haben über das Sein stellt, kann damit nichts anfangen. In ihr zählen materieller Besitz und Ansehen bei den Menschen mehr als die Ehre und das Lob Gottes. Aber selbst wenn man nicht so weit geht, ist es klar, dass man das kleine Jesuskind im Stall zu Bethlehem völlig vergisst, wenn man sich vom allgemeinen vorweihnachtlichen Stress jegliche Ruhe und Besinnung rauben lässt.

Treffend mahnt uns der heilige Paulus in der Lesung zum ersten Adventssonntag: „Brüder! Ihr wisset, die Stunde ist da, vom Schlafe aufzustehen; denn jetzt ist unser Heil näher als damals, da wir zum Glauben kamen.“ Er fordert uns auf, „die Werke der Finsternis“ gegen „die Waffen des Lichts“ einzutauschen und uns auf Jesus Christus auszurichten. Wir haben also die große Ehre und Verantwortung, inmitten dieses Lärms Vorbilder zu sein und ein gutes Beispiel für eine wirkliche Vorbereitung auf Weihnachten abzugeben. Die winterlichen Tage des Dezembers und der flackernde Kerzenschein des Adventskranzes bilden die ideale Atmosphäre, um sich jeden Tag etwas Zeit für Christus zu nehmen.Rorate-caeli-Introitus-vierter-Adventssonntag

Lassen wir das Smartphone beiseite und den Fernseher ausgeschaltet und lesen stattdessen einige Seiten in der Heiligen Schrift oder weiten den freudenreichen Rosenkranz zu einer Betrachtung aus. Wir können den eingestaubten Katechismus wieder hervorkramen oder uns das Leben eines Heiligen näher ansehen. Wir können uns ein besonderes Werk der Nächstenliebe vornehmen und auch eine wohltätige Spende machen. Besuchen wir auch das ein oder andere Mal die heilige Messe unter der Woche. Kaum etwas vermittelt uns den Geist des Advents besser als eine Rorate-Messe, in der wir die Sorgen des Alltags vergessen und uns ganz auf das Wunder der Menschwerdung Christi konzentrieren können, das wir jedes Jahr im Dezember erwarten.

Warum all diese Anstrengungen, fragt ihr euch? Werft ein Blick in die Medien und ihr kennt den ersten Grund! Die zahlreichen und schweren Krisen in Kirche und Welt dauern weiter an, ja, sind schlimmer als zuvor. Als Katholiken dürfen wir Buße für die vielen Verstöße gegen Gottes Gebote tun und helfen somit tatsächlich, diese Krisen zu überwinden.

Was noch? Wie ihr wisst, werden wir nächstes Jahr die große KJB-Kampagne zum Christkönigtum durchführen und uns ein Jahr lang intensiv theoretisch und praktisch mit dem sozialen Königtum Jesu Christi auseinandersetzen. Wir werden uns in den Gruppen durch Vorträge vorbereiten und anschließend verstärkt apostolisch tätig sein. Das soll nicht nur das Christkönigtum in der Gesellschaft bekannter machen, sondern auch die KJB zu einer echten Einheit formen, die begeistert für Christus, den König, streitet. Vor uns liegt also eine Menge harter Arbeit, für die wir jedoch auch reich entlohnt werden. Wie könnten wir uns besser auf diese Kampagne vorbereiten, wenn nicht durch vermehrtes Gebet und Opfer? Bitte wir also Christus um eine erfolgreiche Kampagne, damit wir „alles in Christus erneuern“ (hl. Pius X.) können! Der Advent bietet sich daher auch an, um unsere Vorträge vorzubereiten und mit „Quas Primas“ von Papst Pius XI. und „Jesus Christus. König auch in unserer Zeit“ von Erzbischof Marcel Lefebvre unsere Lektüre für die Kampagne zu beginnen.

Hören wir also auf die Worte des heiligen Apostels Paulus und beginnen das neue Kirchenjahr nicht schlafend, sondern wach und mit dem Blick auf Jesus Christus gerichtet. Dann auch wird für uns die Feier von Weihnachten noch tiefer und freudiger. Beten wir, wie es im Tagesgebet zur Messe des zweiten Advents heißt:

„Rüttle auf, o Herr, unsre Herzen, auf dass wir Deinem Eingeborenen die Wege bereiten und Dir zu dienen vermögen mit einem Herzen, geläutert durch die Ankunft Dessen, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Es lebe Christus, der König!

Im Gebet verbunden,

Moritz