Rundbrief – Sorgen über Morgen?

Muss ich mich über morgen sorgen?

Wie wird meine Zukunft aussehen? Was passiert, wenn ich die Maturaprüfung nicht schaffe? Was wenn auf dem Weg in den Urlaub das Flugzeug plötzlich abstürzt? Wie wird die Zukunft des katholischen Europas aussehen aufgrund der vielen Islamistischen Flüchtlinge? Was wenn plötzlich ein Attentat in meiner Umgebung passiert? Lieber Gott sag mir doch endlich was du von mir willst, was ist mein Weg, welchen du für mich geplant hast? O Herr ich verzweifle innerlich, bitte hilf mir!

Liebe KJB’ler, wer von euch kennt solch ähnliche Gedanken nicht, welche uns täglich beim Morgengebet oder Rosenkranz, ja sogar in der Sonntagsmesse zerstreuen? Manchmal können wir vor lauter Sorgen um die nahe Zukunft gar nicht mehr lachen und dann kommt plötzlich auch noch der Chef mit einer schlechten Nachricht. Wer hat so etwas noch nie erlebt? Ja man steht oft kurz vor der Verzweiflung und nicht selten passiert es genau dann, dass wir wichtige Sachen im Tag übersehen, dass wir Blind durch die Gegend rennen und manchmal sogar an der Vorsehung Gottes zweifeln.

Wenn wir in der hl. Schrift forschen stoßen wir bei Matthäus 6 auf ganz ähnliche Fragen!

Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Womit sollen wir uns bekleiden? (Mt.6,31)

Nur was gibt der Herr für eine Antwort darauf?

Seid nicht ängstlich besorgt für euer Leben, was ihr essen und trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt … , Betrachtet die Vögel des Himmels! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen: doch euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? … Seid also nicht ängstlich besorgt für den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner Plage! (Mt.6,25-34)

Was will uns der Heiland damit sagen? Da wir nicht einmal sicher sind, ob wir morgen noch leben werden, ist es töricht, seine Gedanken mit zukünftigen Sorgen zu zerstreuen. Wir könnten bald vollkommen sein, wenn wir entschlossen wären, heute und jetzt mit der Heiligung zu beginnen! Wie würden wir handeln, wenn wir wüssten, dass heute unser letzter Tag wäre?

Jeder Tag hat genug an seiner Plage! Wir übersehen vor unzähliger Sorgen all die Gelegenheiten, welche der liebe Gott uns täglich schenkt, um uns zu heiligen! Während wir uns sorgen, können wir uns nicht um den Mitmenschen kümmern, welcher vielleicht in einer viel größeren Not steckt als wir! Ja wir lassen dabei viele Möglichkeiten zur guten Tat seitlich liegen, und gelangen so zu einer innerlichen Verzweiflung.

Liebe Jugendliche genau das ist einer der vielen gemeinen Schlachtpläne des Teufels. Er versucht uns so zu schwächen. Ja durch eine gemeine Hinterlist lässt er uns blind werden für die unzähligen Möglichkeiten, welche wir täglich haben, Gutes zu tun.

Wer von uns kann sich zum Beispiel über einen wunderschönen Sonnenaufgang freuen? Wer kann so bereits am Morgen dem Tag entgegenlächeln und dem lieben Gott für die wunderbare Schöpfung danken? Schauen wir einem Kind zu, wie es sich über den Neuschnee freut und wir werden sehen, wie eine solche “Kleinigkeit“ die Seele eines Menschen hüpfen lassen kann!

Doch leider sind wir oft eben viel zu viel beschäftigt mit den Sorgen, gerade in den Jugendlichen Jahren, wo wir uns doch entscheiden müssen, wie unsere Zukunft aussehen soll.

Der Herr verbietet jedoch nicht, dass wir mit Klugheit die Dinge für die Zukunft regeln! Dass ist ganz klar, wir können nicht einfach in den Tag hineinleben und hoffen, dass der Herr alles für uns regelt! Er tadelt nur die Ängstlichkeit und das hektische Sorgen, welches den Geist ermüdet und die Seele verwirrt. Wir sollen uns mit unseren Sorgen kindlich der göttlichen Vorsehung anvertrauen.

Ich erzähle euch kurz eine Geschichte vom falschen Gottvertrauen:

Ein frommer Mann lebt in einem Dorf, in welchem plötzlich Hochwasser entsteht. Als er auf die Straße geht um zu flüchten bleibt er in einem Schlammloch stecken und kommt nicht mehr weiter. Er betet nun zu Gott, er möge ihm doch helfen. Da kommen junge Männer an dieser Stelle vorbei und fragen ihn, ob sie ihm aus dem Loch helfen können, er antwortet jedoch: „Nein, lasst nur, der liebe Gott wird mir schon helfen.“ Etwas später, als ihm das Wasser bereits bis zum Bauch reicht, kommt die Feuerwehr mit einem Schlauchboot vorbei und fragen ihn, ob sie ihm helfen sollen, er jedoch antwortet wieder: „Lasst nur, der liebe Gott wird mir schon helfen.“ Das Wasser steigt jedoch und als nur noch der Kopf aus dem Wasser schaut, kam ein Rettungstrupp mit einem Helikopter und fragte ihn wiederum, ob sie ihm denn nicht helfen sollen. Er antwortet: „Lasst nur…“ und ertrinkt. Als er vor der Himmelstür steht fragt er den Herrn: „Herr warum hast du mich nicht gerettet, wo ich doch so ein frommer Mann war?“ Der Herr antwortete ihm: „Ich habe dir 3 mal Hilfe geschickt, doch du wolltest sie nicht annehmen!“

Wir sehen also anhand dieser kleinen Geschichte was es heißt auf Gott zu vertrauen, Wir dürfen uns seiner Hilfe bewusst sein, wenn wir diese mit ehrlichem Herzen anfordern, Jedoch müssen wir sie auch annehmen, in welcher Form sie uns der liebe Gott auch immer zukommen lässt!

Vertrauen wir auf den lieben Gott, liebe Jugendliche! Haben wir keine Angst vor der Zukunft, sondern stellen wir uns unter den schützenden Mantel der Mutter Gottes!

Sammeln wir täglich möglichst viele gute Taten. Wir können uns eine Waagschale vorstellen, wo für jede gute Tat ein kleines Steinchen hineingelegt wird. Versuchen wir jeden Tag möglichst viele Steinchen in die Schale zu legen damit schlussendlich bei der Abrechnung die Waage auf der Seite der guten Taten deutlich schwerer ist!

Solche guten Taten können ein kleines Gebet für den Mitmenschen sein, oder aber auch ein freundliches Wort. Ja auch größere Steine können wir sammeln, indem wir zur hl. Messe gehen oder den Rosenkranz beten!

Nehmen wir uns für das neue Jahr vor, möglichst viele solche Steine zu sammeln, Gerade die KJB bietet uns dazu viele Möglichkeiten an. Motivieren wir unsere Freunde zum Guten, helfen wir in unseren Prioraten mit, zeigen wir der Welt, was es heißt den wahren katholischen Glauben zu leben!

Zum Abschluss möchte ich euch noch einen Satz von Don Bosco mitgeben, welcher mit Sicherheit alle falschen Sorgen auf der Seite stehen lässt und uns hilft, viel Gutes zu tun!

 

„Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen!“

 

In diesem Sinne wünsche ich euch ein gnadenreiches Neues Jahr 2016 und freue mich herzlich auf ein Wiedersehen!

Euer Bernhard

Rundbrief Dezember 2015 als PDF